Interkonfessionelle Brückenschläge

12. August 2003, 19:45
posten

Im Projekt "Interreligiöses Europa" suchen Vertreter aus acht Religionen Wege des Zusammenlebens

Graz - Der Wunsch nach einem friedliches Zusammenleben in einem multireligiösen Europa steht im Hintergrund eines Großprojektes im Rahmen von "Graz 2003", das in der europäischen Kulturhauptstadt vom 5. bis zum 9. Juli über die Bühne geht. Religionsvertreter und Stadtpolitiker - darunter über 300 Vertreter aus acht Religionen und rund 40 Nationen - treffen sich zu einem interreligiösen Dialog, in dem es nicht so sehr um theologische Fragen geht, als den Wunsch, den gemeinsamen Alltag konfliktfrei zugestalten.

Tolerante Stadtkultur

Als "ein Versuch, eine tolerante Stadtkultur für das Europa des 21. Jahrhunderts zu entwickeln", will Projektverantwortlicher Karl Kumpfmüller vom Grazer Friedensbüro, das Projekt verstanden wissen. "Der interreligiöse Dialog wird von Religionsgemeinschaften meist nur bilateral und auf theologischer Ebene geführt. Heute geht es aber immer mehr darum, diesen Dialog mit den konkreten Fragen des Zusammenlebens in den Städten zu verknüpfen: u.a. Migration, Asyl, Menschenrechte, Erziehung, Bildung, Soziales", so der Organisator.

Zu den Gästen der Veranstaltung zählen u.a. Friedensnobelpreisträgerin Mairead Corrigan-Maguire (Belfast), der oberste muslimische Repräsentant Mustafa Ceric aus Sarajevo, die langjährige Präsidentin der Union israelitischer Kultusgemeinden Tullia Zevi (Rom) und der Gründer und Vorsitzende der Stiftung Weltethos, Hans Küng (Tübingen).

Dialog und der Begegnung

Das Gesamtprojekt vereint eine Vielzahl an Programmpunkten und Veranstaltungen im Zeichen des Dialogs und der Begegnung. Die Eröffnung wird am Sonntag, 6. Juni (20.30 Uhr) am Grazer Schloßberg stattfinden. Umrahmt wird das öffentlich zugängliche Fest mit Texten und Musik verschiedenen kulturellen und religiösen Ursprungs. Mehrere Konzerte und Performances in Grazer Kirchen und auf Plätzen folgen.

Die Sammlung von bereits funktionierenden Modellen der Zusammenarbeit soll schließlich in Workshops zur Entwicklung von Leitlinien und Vorschlägen und letztlich im Herbst 2003 zu einem Handbuch der multireligiösen Kooperation im Internet führen. (APA)

S E R V I C E "Projekt: Interreligiöses Europa", Graz 2003 und Grazer Büro für Frieden und Entwicklung, 5. bis 9. Juli. Anmeldung

Link
Friedensbüro

Share if you care.