Schweizer Presserat: Keine ungenügende Transparenz bei "Weltwoche"

24. Juni 2003, 12:19
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Beschwerde gegen Übernahme des Frey-Konzerns durch Swissfirst-Bank abgewiesen

Der Schweizer Presserat hat eine Beschwerde wegen ungenügender Transparenz beim Aktienkapital der Zürcher "Weltwoche" abgewiesen. Es genüge, dass 80 Prozent der Eigentumsverhältnisse ausgewiesen seien. Voraussetzung sei, dass die restlichen - unbekannten - 20 Prozent des Aktionariats nicht indirekt versuchten, Druck auf eine Publikation oder deren redaktionelle Linie auszuüben, erklärte der Presserat in seinem am Dienstag veröffentlichten Erkenntnis. Anlass zu der Beschwerde eines ehemaligen freien Mitarbeiters der Zeitschrift war die Übernahme der Jean Frey AG durch die Bank Swissfirst im Jahr 2002. Die Bank teilte die Anteile außerbörslich einer Reihe von Käufern zu. 80 Prozent der Käuferschaft legte sie offen, den Rest nicht. Die Bank begründete, dieser Aktienanteil befinde sich in ihrem Dispobestand und sei nicht im Aktienbuch eingetragen.

Am Frey-Verlag hält der Tessiner Anwalt Tito Tettamanti 25 Prozent. Zweitgrößte Aktionärin ist mit 10 Prozent die Crossmedia AG in Luzern, hinter der der Verleger Heinz Wermelinger steht. Ein weiterer Aktionär mit maximal 5 Prozent Beteiligung ist Charles von Graffenried, Verleger der "Berner Zeitung". Die renommierte Zürcher Wochenzeitung war 2001 als Magazin umgestaltet worden. (APA/sda)

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