Torvalds widerspricht den Vorwürfen von SCO

24. Juni 2003, 13:54
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BenutzerInnen von SCOs eigenem Linux sind von Klagsdrohungen ausgenommen

Im Rechtsstreit zwischen IBM und SCO über die angebliche Verwendung von Unix-Code im Linux-Kernel hat sich der angebliche Unix-Rechteinhaber nun auch seiner eigenen KundInnen entsinnt. In einem Brief wurde den zahlenden KundInnen des ehemaligen Caldera Linux versichert, dass in dem von ihnen geleisteten Kaufpreis die notwendigen Lizenzgebühren bereits enthalten wären, sie sich rechtlich also auf unbedenklichem Terrain bewegen würden.

Ausnahme

Dies gelte natürlich nur für SCO-KundInnen, gegen BenutzerInnen anderer Linux Distributionen behält sich SCO weiterhin rechtliche Schritte vor. Das Mail wurde offensichtlich auch deswegen verschickt, da es zu einer steigenden Verunsicherung unter den Business-KundInnen von SCO gekommen war.

Widerspruch

Unterdessen hat Linus Torvalds in einem Interview mit eweek die Vorwürfe von SCO, dass er zu unvorsichtig mit der Integration von Code in den Linux-Kernel umgehe, zurückgewiesen. Es gebe ganz im Gegenteil kein anderes Produkt bei dem der Prozess der Code-Aufnahme transparenter sei, da sei ein Transfer von Programmteilen in die andere Richtung schon wesentlich wahrscheinlicher.

Ruhe

Torvalds gibt sich betont gelassen in Bezug auf den Rechtsstreit, Erklärungsbedarf habe hingegen SCO, da die bisher bekannt gewordenen konkreten Vorwürfe haltlos seien. So sei es zum Beispiel im Fall der bisher einzigen bekannt gewordenen und nachprüfbaren Code-Überschneidung zwischen Unix und Linux – dem RCU (Read Copy Update) - so, dass das Copyright eindeutig bei IBM liege. Die entsprechenden Routinen wurden von Sequent entwickelt, die später von IBM aufgekauft wurden.

Raushalten

Persönlich möchte er sich in die Streitigkeiten allerdings möglichst wenig einbringen, bei einem eventuellen Prozess würde allerdings durchaus als Experte aussagen. Ein NDA (Non-Disclosure Agreement) mit SCO, um Einblick in die behaupteten Überschneidungen zu bekommen, will er allerdings ganz sicher nicht unterzeichnen. (apo)

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