Bush ruft Europäer zur Einfuhr von Gen-Mais auf

24. Juni 2003, 10:51
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Import-Moratorium der EU hindere afrikanische Bauern, Vorteile der Anbauprodukte zu nutzen und für den Kampf gegen Hunger einzusetzen

Washington/Sacramento - US-Präsident George W. Bush hat die europäischen Staaten dazu aufgerufen, ihren Boykott der Einfuhr von Gen-Mais und anderen genetisch veränderten Agrarprodukten zu beenden. Das Import-Moratorium der EU hindere afrikanische Bauern daran, die Vorteile genmanipulierter Anbauprodukte zu nutzen und diese für den Kampf gegen den Hunger einzusetzen, sagte Bush am Montag bei der Eröffnung der Fachmesse BIO 2003 in Washington. Gegen eine internationale Biotechnologie-Konferenz im kalifornischen Sacramento demonstrierten unterdessen nach Veranstalterangaben Tausende Menschen.

"Opposition beenden"

"Zum Wohle eines von Hunger bedrohten Kontinents rufe ich die europäischen Regierungen auf, ihre Opposition gegen die Biotechnologie zu beenden", sagte Bush unter dem Applaus der Mitglieder des Verbandes der Biotechnologie (Biotechnology Industry Association).

Die USA haben im Mai eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen das Import-Moratorium der EU eingelegt. In den USA werden gentechnisch veränderte Mais- oder Sojabohnenarten bereits in großem Maßstab angebaut. Dabei wurden die Pflanzen mit Merkmalen versehen, die sie resistent gegen schädliche Insekten oder Krankheiten machen.

In Sacramento Tausende auf der Straße

US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman warb unterdessen auf der Konferenz in Sacramento am Montag für einen verstärkten Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut. Die Biotechnologie könne auch Kleinbauern helfen, ihre Erträge zu steigern, sagte Veneman vor Landwirtschaftsministern, Gesundheitspolitikern und Wissenschaftlern aus 120 Ländern. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen steht der mögliche Beitrag neuer Anbaumethoden für den Kampf gegen den Hunger in Entwicklungsländern.

"Ernährt die Bedürftigen, nicht die Gierigen!"

Aus Protest gegen biotechnisch veränderte Nahrungsmittel sind am Montag in Sacramento Tausende auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter marschierten 3000 Menschen durch die Stadt. Laut Nachrichtenagentur AP waren es rund 1.500 Menschen. Auf Transparenten hieß es: "Ernährt die Bedürftigen, nicht die Gierigen!". Elf Demonstranten wurden festgenommen. Bei Straßenblockaden am Sonntag und Montag kam es zu mehr als fünfzig Festnahmen. Zu der viertägigen internationalen Landwirtschafts- und Technologiekonferenz hat das US-Agrarministerium Vertreter aus über hundert Ländern eingeladen.

"Lasst unsere Gene in Ruhe"

Mit Slogans wie "Lasst unsere Gene in Ruhe" und "Stoppt den Angriff der Konzerne" protestierten sie gegen den Gen-Food-Kurs Washingtons. Die Basisorganisation First Food nannte die Konferenz einen "dreisten Versuch" amerikanische Steuergelder darauf zu verschwenden, genetisch veränderte Lebensmittel dem sich widerstrebenden Ausland aufzudrängen. Nach Meinung der Aktivisten würden nur die mächtigen Agrokonzerne von der Verbreitung der Gentechnologie profitieren. (APA/AP/dpa)

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    Vor zwei Jahren protestierten Greenpeace-Aktivisten bei Minister Haupt vor dem Sozialministerium in Wien gegen Gen-Mais.

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