Nächtliche Unwetter in Ostösterreich

24. Juni 2003, 10:55
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Dauereinsatz für Feuerwehr - Schwere Stürme in Norddeutschland: Ausnahmezustand in Berlin

Tulln - Heftiger Sturm in der Nacht auf Dienstag hat die Feuerwehren in Niederösterreich auf Trab gehalten. So mussten zahlreiche umgestürzte Bäume entfernt werden, in einigen Fällen waren auch Dächer und Plakatwände zu sichern. In Althöflein (Bezirk Mistelbach) kam es durch Blitzschlag zu einem Brand des Kirchturms, der jedoch rasch gelöscht wurde, teilte das Landesfeuerwehrkommando in Tulln mit. Drei Feuerwehren waren ausgerückt.

Weitere Einsätze

Umgestürzte Bäume hatten in der Nacht auf Dienstag u.a. die S 33 an mehreren Stellen - so bei Herzogenburg - verlegt. Weitere Einsätze aus diesem Grund im Bezirk St. Pölten meldete die Feuerwehr für Wasserburg und Pottenbrunn. Im Bezirk Krems waren die Gemeinden Spitz, Joching, Mautern, Dürnstein und Hollenburg betroffen. In Rossatz wurde die B 33 durch entwurzelte Bäume, Steinschlag und einen Murenabgang unpassierbar, teilte die Sicherheitsdirektion mit. Im Bezirk Korneuburg gab es Sturmeinsätze in der Stadt Stockerau, in Tresdorf und Sierndorf, weitere in Gerasdorf bei Wien, in Groß-Enzersdorf, Deutsch-Wagram und Marchegg (Bezirk Gänserndorf) sowie in Mistelbach.

In St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) waren Bäume auf die B 14 gestürzt, ebenso auf die Verbindung Nitzing - Frauenhofen, weiter in Chorherrn, Tulln, Königsbrunn, Greifenstein und Altenberg. Im Raum Melk waren neben der Bezirksstadt auch Ybbs und Maria Taferl (das Dach der Schule musste gesichert werden) vom Sturm betroffen. Allein in diesem Gebiet standen die Feuerwehren mit 120 Kräften im Einsatz. Bei Neuwinden war die B 1 wegen mehrerer auf die Fahrbahn gestürzter Bäume blockiert. In der Gemeinde Klosterneuburg mussten die Feuerwehr zu 20 durch den Sturm bedingten Hilfeleistungen ausrücken.

Ausnahmezustand in Berlin

Auch in Norddeutschland kam es in der Nacht auf Dienstag zu schweren Unwettern. In der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 90 Kilometer pro Stunde gemessen. Innerhalb von Minuten wurde es dort nachtschwarz, Hagelkörner und Regengüsse prasselten herab.

In Berlin wurden Bäume durch Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 133 Kilometern pro Stunde entwurzelt. In wenigen Minuten hatte sich der Himmel verfinstert und es habe in Strömen gegossen, berichtete die Polizei. Die Temperaturen sanken innerhalb weniger Minuten von 27 bis 28 Grad auf 18 Grad, berichtete der Deutsche Wetterdienst.

Die Feuerwehr verhängte wegen des Unwetters den Ausnahmezustand in der deutschen Hauptstadt. In knapp zwei Stunden rückten Feuerwehr und Polizei zu 822 Einsätzen aus, teilten Sprecher mit. Allein die Feuerwehr fuhr 472 Einsätze, zumeist wegen umgeknickter oder entwurzelter Bäume. "Das Gewitter war kurz, aber heftig", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam. Nach nur knapp einer Stunde sei die Unwetterfront weitergezogen. (APA)

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