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Natürlich wäre es fein, wenn wir alle neun Wochen Urlaub im Jahr hätten, um die gesamten Ferien mit den Kindern zu verbringen. Oder noch besser wären 13 oder 14 Wochen, damit Vati und Mutti auch noch jeden Tag der Weihnachts- und Osterferien gemeinsam mit ihren Sprösslingen verplanen können. Von der Realität sind solche Wünsche freilich ebenso weit entfernt wie die Lehrergewerkschaft von einer modernen Arbeitnehmervertretung.
Die Lehrer sind auch der wahre Grund, warum zwar Jahr für Jahr über zu lange Sommerferien diskutiert wird, sich aber nie etwas ändert. Das hat nichts mit Neidkomplexen und Bashing zu tun. Die Argumente, die lange Pause werde für Fortbildung benötigt und trage zur Erholung der Kinder bei, sind schlicht und einfach vorgeschoben. Für Weiterbildung, so sie überhaupt passiert, bliebe auch bei sechs oder sieben Wochen Sommerpause noch genug Zeit.
Und auch wenn der Schulalltag für die Kinder und Jugendlichen zweifelsohne stressig sein kann: Neun Wochen braucht niemand, um sich zu erholen. Im Gegenteil: Solch lange Unterbrechungen lassen Langeweile aufkommen und machen es schwer, wieder in den Lernrhythmus zu kommen. Abgesehen davon, dass die Dauerbeschäftigung des Nachwuchses - Tennis-, Schwimm-, Kletter-, Bastelkurse - ein Vermögen kostet. Ein wenig Rücksicht auf die Welt der Normalbürger würde nicht schaden. (Günther Oswald, DER STANDARD, 6.7.2012)
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Aber der gute Herr Schreiberling sollte einmal versuchen, seine luziden Ergüsse in einem durchschnittlichen Klassenzimmer im Hochsommer zu tippen, in einem Plattenbau aus den 60-er oder 70-er Jahren, mit riesigen Fenstern, ohne Klimaanlage, mit 25 Kolleg/innen drinnen, die sich auch redlich mühen, und einem Chefredakteur, der ihm zu vermitteln versucht, wo's lang geht.
Ich nehme an, dass ihm sehr schnell die Gehirnmasse koagulieren würde.
Damit die armen Eltern 24 Stunden am Tag und 52 Wochen im Jahr arbeiten können, müssen 24-Stunden-Ganzjahres-Internate eingeführt werden. Dort werden die Kinder selbstverständlich außerhalb der aktuellen Schulzeiten von teurem Personal umsorgt und auch unterrichtet. Zum Schulabschluss können die Schüler dann mit Leibchen an- bzw auftreten, auf denen ihre Sponsoren stehen: Mama & Papa!
Der Artikel hat sowas nichts mit Lehrerbashing und Neidkomplexen zu tun!
Die derzeitige Arbeitszeitregelung hat der Herr Redakteur auch noch nicht verstanden.
Wenn die Lehrer so paradiesische Arbeitsbedingungen hätten, wie regelmäßig behauptet wird, müsste der Beruf eigentlich hoffnungslos überlaufen sein.
Es gibt kaum einen Beruf der dermassen beschi*en bezahlt ist und dann reden wir mal nicht von freier Zeiteinteilung, nicht einmal Urlaub können sie nehmen wann sie wollen.
Von den Arbeitsplätzen, an denen sie nach Ansicht vieler hier den ganzen Tag verbringen sollen ganz zu schweigen, der nicht vorhandenen Infrastruktur und der Barauslagen, die von ihnen erwartet werden.
Bei jedem normalen Unternehmen würde das Arbeitsinspektorat die Bude bei der ersten Kontrolle und ohne Gnadenfrist zusperren.
1.) Bezahlung: Für die Menge Urlaub als Halbakademiker im Staatsbetrieb (geht nie in Konkurs, de facto Unkündbarkeit) ist das sehr ordentlich, selbst im Volksschulbereich, der nicht so gut bezahlt ist. Von den automatischen Vorrückungen, wo im Privatbereich relativ schnell Schluss ist, ganz zu schweigen.
2.) Urlaub: Stimmt, die fehlende Flexibilität ist ein großes Problem dafür hat man 3x soviel wie andere Arbeitnehmer und das mit dem Urlaub ist in der Privatwirtschaft auch nicht so rosig (Urlaubssperren, Abstimmung mit Kollegen usw.)
3.) Arbeitsplatz: Völlige Zustimmung, hat aber auch den Vorteil, dass man die halbe Arbeitszeit nicht präsent sein muss, weil man gar nicht kann.
Daher: Lehrer zu sein ist in Summe nach wie vor attraktiv
Also ich empfehle Ihnen wirklich sich mal die Gehaltstabellen von Lehrern anzusehen. Von wegen unqualifizierter Kräfte.
Ja, vielleicht werde ich ja noch irgendwann Lehrer wenns mich in der Privatwirtschaft nicht mehr freut und ich mich verändern will.
Dann frag ich mal, was Sie erwarten würden: Was sollte ein/eine Volksschullehrer/in (Klassenführung, 22 Stunden) brutto verdienen, damit es gerecht wäre?
Nur mal so als Vergleich: Wenn Sie an einer TU Elektrotechnik oder Maschinenbau mit Master studiert haben, können Sie in der Privatwirtschaft im ersten Jahr mit etwa 2500-3200 Euro brutto im Monat rechnen, je nach Firma und Qualifikation.
Auf demselben Joblevel (technischer Entwickler) können Sie vielleicht bis momentan 4000 steigen, danach gibts maximal Inflationsanpassungen. Natürlich kann man deutlich mehr verdienen, aber das heißt dann Team- oder Projektverantwortung, unbezahlte Überstunden, regelmäßiges Um-die-Welt-Fliegen usw.
Übrigens zum Vergleich: Die angesprochene Volksschullehrerin bekommt zum Einstieg brutto etwa 2200-2300. Der Nettounterschied sind wahrscheinlich 500 Euro im Monat. Das ist für die Vorteile (Ferien, fester Job, freie Zeiteinteilung von der Hälfte der Arbeitszeit, usw.) und die geringere formale Qualifikation nicht so übel.
Sagen Sie's mir.
Hängt davon ab, was Sie antworten. ;-)
Meine Antwort war eben: Auch ohne Führungsverantwortung können's deutlich mehr als 4000 bekommen. (ohne Projekt- oder Personalverantwortung, ohne Arbeit im Ausland).
Naturlich nur einige wenige, aber es kommt schon vor. Im Gegensatz zu Führungskräften sehen Sie's den Leuten aber nicht an.
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