100 Meisterwerke aufgetaucht

Sensationsfund des Barockkünstlers Caravaggio

Mailand - Klingt eigentlich nach professioneller Fälscherwerkstatt - oder wie ein Märchen: In einem Mailänder Schloss wurden rund hundert Zeichnungen und Gemälde des Barockkünstlers Caravaggio (1571-1610) entdeckt.

Doch Experten beteuern deren Echtheit. Auch ein handschriftlicher Zettel inmitten des Kunstkonvoluts im Castello Sforzesco wurde mittels grafologischen Gutachtens als echte Handschrift Caravaggios zertifiziert.

Die Wissenschafter Maurizio Bernadelli Curuz und Adrianna Concon Ferdigolli haben zwei Jahre die Forschungsarbeiten geleistet und sind sich sicher, dass es sich keineswegs um Fälschungen handelt. Die Werke sollen aus Caravaggios Jugendjahren stammen, als er vier Jahre lang, von 1584 bis 1588, bei dem Maler Simone Peterzano in die Lehre ging. In einer Werksammlung von Peterzanos Schülern seien die Caravaggios auch aufgetaucht.

Geboren als Michelangelo Merisi in Mailand, nannte er sich nach dem Herkunftsort seiner Eltern kurzerhand Caravaggio. Der als verrucht verrufene Künstler galt mit seiner realistischen Bildgestaltung als Überwinder des Manierismus. Gemessen an durchschnittlichen Auktionspreisen von Werken dieser Zeit wird der Wert des Fundes auf rund 700 Millionen Euro geschätzt. (asch, DER STANDARD, 7./8.7.2012)

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