Die Boca Juniors verlieren ihr Kind

Alex Aigner
5. Juli 2012, 14:49

Der geniale Spielmacher Juan Román Riquelme wird nicht mehr für seinen Heimklub spielen - "Nichts, was ich dem Klub noch geben könnte"

Wien - Juan Roman Riquelme wird nicht mehr für die Boca Juniors spielen. Der der mittlerweile 34-jährige klassische Zehner hat nach dem verlorenen Copa-Libertadores-Finale gegen die Corinthians aus Sao Paulo bestätigt, dass dies sein letztes Spiel für den Klub aus Buenos Aires gewesen ist.

Der vierfache argentinische Spieler des Jahres wollte am Mittwoch mit den Boca Juniors zum vierten Mal die Copa Libertadores in die "Bombonera", das legendäre Stadion im Stadteil La Boca, holen. Nach der Niederlage gegen Corinthians teilte er dann den Reportern unter Tränen das Ende seiner Karriere bei den Juniors mit.

Leere

"Ich habe heute Nachmittag mit dem Präsidenten gesprochen und ihm mitgeteilt, dass ich nicht weitermachen werde. Ich liebe diesen Klub und werde ihm immer dankbar sein, aber es gibt nichts mehr, was ich dem Klub noch geben könnte, ich bin leer", begründete das blau-gelbe Urgestein seinen Schritt nach 16 Jahren Profifußball. "Jetzt will ich nur nach Hause gehen, meine Kinder umarmen, mit meinen Freunden ein Barbecue machen und mich bei meinem Sohn entschuldigen, dass ich den Pokal nicht geholt habe."

Riquleme war 2008 nach sechs Jahren Spanien zu seinem Heimklub zurückkehrte. Vor seiner Zeit bei Barcelona und Villarreal hatte er mit den Juniors in sieben Saisonen sechs große Titel gewonnen. Bei den Katalanen konnte er sich aber auch wegen der fehlenden Unterstützung durch Trainer Luis van Gaal nie wirklich durchsetzen. Mit der Verpflichtung von Ronaldinho wurde Riquelme nach Villarreal abgeschoben, wo er das Gelbe U-Boot so richtig in Fahrt brachte. In der Saison 2004/05 wurde er von der spanischen Sportzeitung "Marca" mit dem Titel "Jugador con mas arte" (kunstvollster Spieler, Anm.) ausgezeichnet und führte den Provinzklub nahe Valencia in die Champions-League-Plätze, wo sich das Gelbe U-Boot mit dem argentinischen Spielmacher in den nächsten Jahren etablieren konnte.

Ob Riquelme seine Karriere fortsetzen wird, ist indes noch nicht klar. Diese Entscheidung werde er aber bald treffen. Der ehemalige argentinische Nationaltrainer Sergio Batista hatte zuletzt versucht, Riquelme von einem Wechsel zu seinem Arbeitgeber Shanghai Shenhua nach China zu überzeugen. (Alex Aigner, derstandard.at, 5.7.2012)

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Ein König ohne Thron.

Anders gesagt: Einer der besten mit der anteilsmäßig geringsten Anerkennung.

Pirlo- Typ

Einer der Besten.
War immer eine Freude, ihm zuzusehen.

muchas gracias campeon!

gracias por el futbol,
por estas lagrimas,
gracias por ser de boca,

Juan Román Riquelme

gracias maestro

ich hab damals das Weltpokal finale Boca-Bayern gesehen. Sowas hatte ich seit maradona nicht mehr gesehen. Der hat einfach Walzer gespielt. drei bayern auf ihn drauf, keinen ball gesehen und ihn umgehackt. Eine Ballfertigkeit! Wirklich schön. Für soviel Schönheit möchte man sterben, weil mans kaum aushält. Danke Riquelme, für mich warst du einer der Besten. Eine Inspiration, eine Liga für sich, wie maradona, zidane, g. best, pele und cruyff.

kleine Korrektur. Die Xeneizes

haben die Copa Libertadores schon sechs mal gewonnen (1977, 1978, 2000, 2001, 2003 und 2007) zum siebten mal hats diesmal leider nicht gereicht.

Einer der Besten.
Und ich fand ihn gegen Universidad de Chile eigentlich technisch immer noch sehr gut. Der Abschied wundert mich jetzt ein bissl.
Aber wer die Argentinier kennt.....ein sehr gefühlsbetontes Land, ...und wunderschön !

Riquelme

der Mann der tiki taka erfunden hat!
WM 2006 mehr als doppelt so viele Pässe gespielt wie der Zweitbeste, Pirlo.

Er war damals zu gut für den FGB...

und wurde gegen deutschland bei 1-0 gegen Cruz ausgetauscht. unglaublicher wechsel. klose tor .... etc

messi auf der bank gelassen. ich kann mich noch immer ärgern.

Naja, nicht ganz. Riquelme wurde damals gg Cambiasso getauscht, Crespo gg Cruz. Da sich Abbondanzieri verletzt hatte, wurde er am Ende der regulären Spielzeit gg den Ersatzgoalie getauscht. (Abbondanzieri war ein Elferkiller) Riquelme hat damals nicht seinen besten Tag gehabt, obwohl die Vorlage zum 1:0 von ihm kam. Darum hat sich Peckermann gedacht, lieber auf Ergebnis spielen.
Ich war damals live dabei in Berlin. Ein unglaublich intensives, emotionales Spiel.

Messi war damals noch sehr jung und nicht so super gut wie heute. Er wurde nur einige Male als Joker eingewechselt.

Ja genau, das war dieser Trainer Beckermann (oder so ähnlich)...

Ich ärgere mich auch noch jetzt....)

Pekerman

war der beste trainer, den argentinien je hatte.

zumindest fachlich.
gegen die bedeutung eines César Luis Menotti, für den argentinischen fussball, die argentinische politik und die argentinische seele, kommt er natürlich nicht an.

Zustimmung

Ich habe mich mit Sicherheit noch nie über einen Wechsel mehr aufregen können. Das war einfach nur bitter. Der einstudierte Eckball, alle stürmen zu Riquelme. Ich habe geweint. Und dann wird er ausgewechselt. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Eine der bittersten Momente. Es wäre seine WM geworden. Keine Frage.

roman

ich habe ihn ein mal live erleben dürfen und zwar in der cl quali zwischen everton und villareal in liverpool. man kann sich über seinen spielstil streiten ("klassische 10"), aber der typ ist einfach ein genie am ball. fussballkunst pur.

ich habe ihn auch einmal live erlebt: in linz auf der gugl.
was für ein langweiliges spiel! aber alleine um einmal boca und natürlich riquelme zu sehen hat es sich ausgezahlt.

ja, einer der elegantesten spieler die es gibt/gab. den tango im blut und den weltschmerz im blick.

es gibt ja eh noch larissa riquelme!

Einer der ganz Großen unserer Zeit, mit ungewöhnlicher Spielweise, aber ein Standfußballer. Ein Zauberer der alten Schule. Leider war er zu empfindsam, um in den Olymp eines Zidane, Ronaldinho oder Messi aufzusteigen.

Unglückliche Überschrift

riquelme ist eh shcon 34 ... hat seinen zenit schon lange überschritten...

...furzte er und steckte sich seinen achten burrito in den mund....

überbewertet

wohl eher im Gegenteil

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