Die Boca Juniors verlieren ihr Kind

Der geniale Spielmacher Juan Román Riquelme wird nicht mehr für seinen Heimklub spielen - "Nichts, was ich dem Klub noch geben könnte"

Wien - Juan Roman Riquelme wird nicht mehr für die Boca Juniors spielen. Der der mittlerweile 34-jährige klassische Zehner hat nach dem verlorenen Copa-Libertadores-Finale gegen die Corinthians aus Sao Paulo bestätigt, dass dies sein letztes Spiel für den Klub aus Buenos Aires gewesen ist.

Der vierfache argentinische Spieler des Jahres wollte am Mittwoch mit den Boca Juniors zum vierten Mal die Copa Libertadores in die "Bombonera", das legendäre Stadion im Stadteil La Boca, holen. Nach der Niederlage gegen Corinthians teilte er dann den Reportern unter Tränen das Ende seiner Karriere bei den Juniors mit.

Leere

"Ich habe heute Nachmittag mit dem Präsidenten gesprochen und ihm mitgeteilt, dass ich nicht weitermachen werde. Ich liebe diesen Klub und werde ihm immer dankbar sein, aber es gibt nichts mehr, was ich dem Klub noch geben könnte, ich bin leer", begründete das blau-gelbe Urgestein seinen Schritt nach 16 Jahren Profifußball. "Jetzt will ich nur nach Hause gehen, meine Kinder umarmen, mit meinen Freunden ein Barbecue machen und mich bei meinem Sohn entschuldigen, dass ich den Pokal nicht geholt habe."

Riquleme war 2008 nach sechs Jahren Spanien zu seinem Heimklub zurückkehrte. Vor seiner Zeit bei Barcelona und Villarreal hatte er mit den Juniors in sieben Saisonen sechs große Titel gewonnen. Bei den Katalanen konnte er sich aber auch wegen der fehlenden Unterstützung durch Trainer Luis van Gaal nie wirklich durchsetzen. Mit der Verpflichtung von Ronaldinho wurde Riquelme nach Villarreal abgeschoben, wo er das Gelbe U-Boot so richtig in Fahrt brachte. In der Saison 2004/05 wurde er von der spanischen Sportzeitung "Marca" mit dem Titel "Jugador con mas arte" (kunstvollster Spieler, Anm.) ausgezeichnet und führte den Provinzklub nahe Valencia in die Champions-League-Plätze, wo sich das Gelbe U-Boot mit dem argentinischen Spielmacher in den nächsten Jahren etablieren konnte.

Ob Riquelme seine Karriere fortsetzen wird, ist indes noch nicht klar. Diese Entscheidung werde er aber bald treffen. Der ehemalige argentinische Nationaltrainer Sergio Batista hatte zuletzt versucht, Riquelme von einem Wechsel zu seinem Arbeitgeber Shanghai Shenhua nach China zu überzeugen. (Alex Aigner, derstandard.at, 5.7.2012)

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