Die künstlerische Perfektion zu Hernals

5. Juli 2012, 16:58
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Die Choreographic Platform Austria ist dieses Jahr bei Impulstanz in Wien zu Gast

Als Festival-im-Festival über das Beste des zeitgenössischen Tanzes aus Österreich, mit Uraufführungen, Previews, Werk-Highlights und einem eigenen Österreich-Pavillon.

In diesem Sommer ist ein Festival nicht genug: Mit der Choreographic Platform Austria (CPA*) gibt es diesen Sommer bei Impulstanz ein Festival-im-Festival.

Zum vierten Mal kuratiert eine Arbeitsgemeinschaft führender Tanz- und Performance-Institutionen in Österreich (Arge Tanz und Performance) dieses besondere Treffen. Erstmals von Impulstanz umgesetzt, wird die CPA*12 die größte Plattform für österreichischen Tanz, die es bisher gab: 38 Kunstschaffende zeigen ihre Werke.

"Durch den Aufschwung des zeitgenössischen Tanzes sind in den vergangenen 15 Jahren sehr viele Künstler aus unterschiedlichen Nationen nach Wien gezogen", sagt Michael Stolhofer, Mitglied des Kuratorenkollektivs der CPA. "Somit gibt es eine sehr vielfältige Szene, die wir in Impulstanz einzubauen versucht haben."

Österreich-Pavillon

Die CPA*12 wird das gesamte Festival durchziehen und sich zwischen 25. Juli und 1. August in konzentrierter Form präsentieren. Insgesamt zwölf Arbeiten sind im Rahmen der Plattform auf verschiedenen Bühnen zu sehen. Neben Uraufführungen von Philipp Gehmacher, Studio 5 und The Bandaloop, einer Preview von Superamas und einer österreichischen Erstaufführung von Florentina Holzinger werden Werke von Raul Maia & Thomas Steyaert, Anne Juren mit Annie Dorsen, Saskia Hölbling & Laurent Goldring, An Kaler, The Loose Collective, Doris Uhlich und Chris Haring gezeigt.

Hinzu kommen eine Menge anderer Tanzstücke an einem besonderen Schauplatz: Als Schwerpunkt der CPA*12 wird der "Österreich-Pavillon" im ehemaligen "Grand Etablissement Gschwandner" im 17. Bezirk geschaffen. Der einstige Tanzpalast wird im kommenden Jahr neu hergerichtet, für den Österreich-Pavillon aber noch im vorrenovierten Zustand verwendet.

21 Künstler und Künstlerkollektive mit Arbeitsmittelpunkt in Österreich werden von 16. bis 29. Juli im Gschwandner wohnen und spezielle Formate entwickeln, die direkt auf die unterschiedlichen Räumlichkeiten des weitläufigen Gebäudes zugeschnitten werden. Stolhofer: "Der leicht verkommene Charme des vorletzten Jahrhunderts, die Abdrücke der Vergangenheit dieses großen Tanzschuppens sind eine schöne Herausforderung für die Künstler."

Am 25. und 27. Juli kommen die entstandenen Arbeiten vor das Publikum. Jeweils von 15 bis 23 Uhr werden Tänze, Performances und Videoarbeiten gezeigt, interaktive Skulpturen und begehbare Installationen präsentiert, performative Reden gehalten, Verse und Erzählungen vorgetragen. Kurz: Der Österreich-Pavillon bietet eine Gelegenheit, Formate jenseits der Bühne zu realisieren und zu erleben, wie Stolhofer ausführt: "Die Besucher können sich hier in einer Weise, die sonst bei einem Festival unüblich ist, mit dem zeitgenössischen Tanz auseinandersetzen."

Mit dieser "Publikumschoreografie" wird zusätzlich versucht, auf die Geschichte des Orts zu referieren. Jedes Wochenende gab es im Gschwandner die sogenannte Perfektion, von der schon Gerhard Bronner in Helmut Qualtingers G'schupften Ferdl sang. Stolhofer: "Wir möchten diese Tradition ein bisschen wiedererwecken, indem die zwei Abende mit einer zeitgenössischen Perfektion enden."

Ab 21 und 22 Uhr werden die Besucher zum Erlernen eines Tanzes gebeten. Die Choreografen sind: Doris Stelzer mit einer Schunkelwalzerperfektion, Lieve De Pourcq mit Lokum (Turkish delight) und Oleg Soulimenko mit Dancing Chakras. (Sabina Zeithammer, Sonderthema/Beilage, DER STANDARD, 6.7. 2012)

  • Aus Frankreich nach Österreich übersiedelt: Anne Juren, die hier mit 
Martha Rosler zaubert.
    foto: christoph lepka

    Aus Frankreich nach Österreich übersiedelt: Anne Juren, die hier mit Martha Rosler zaubert.

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