Bedeutender Anästhesiologie-US-Preis für Österreicher

5. Juli 2012, 13:36
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Peter Nagele wird mit dem Presidential Scholar Award 2012 der American Society of Anesthesiologists geehrt

Der aus Österreich stammende Mediziner Peter Nagele (41) erhält den Presidential Scholar Award 2012 der American Society of Anesthesiologists (ASA). Die Auszeichnung gilt als eine der weltweit bedeutendsten in der Anästhesiologie für Nachwuchsforscher und wird Mitte Oktober bei der Jahrestagung der ASA in Washington DC verliehen. Mit dem Preis werden Mediziner geehrt, in deren Karriere die Forschung eine besondere Rolle spielt.

Der gebürtige Oberösterreicher Nagele studierte Medizin in Innsbruck und absolvierte seine Facharztausbildung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Wiener AKH. Mit einem Erwin Schrödinger-Stipendium des Wissenschaftsfonds FWF ging er 2000 für zwei Jahre an die Washington University in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri), die zu den führenden Medizin-Unis der USA zählt. Bereits in dieser Zeit veröffentlichte er Studien in Fachzeitschriften wie dem New England Journal of Medicine oder Anesthesiology, etwa die erste Sicherheits- und Wirksamkeits-Studie über Xenon als Narkosemittel beim Menschen.

Klinische Tätigkeit und angewandte Forschung

Zurück in Österreich beendete Nagele seine Facharztausbildung und habilitierte sich in Folge. 2006 wurde er mit dem Otto-Kraupp-Preis für die beste medizinische Habilitation in Österreich ausgezeichnet. Schon ein Jahr zuvor war der Mediziner wieder zurück an die Washington University gegangen, wo er sich neben der klinischen Tätigkeit auf die angewandte Forschung an der Schnittstelle zwischen Anästhesie, individualisierter Medizin, Pharmakogenetik und Herzinfarkt konzentrierte, aber auch noch zwei Master-Programme für klinische Forschung und für genetische Epidemiologie absolvierte.

Mittlerweile ist Nagele Leiter des Bereichs für Trauma-Anästhesiologie am Barnes-Jewish-Hospital am Washington University Medical Center in St. Louis, hat aber die Kooperation mit österreichischen Kollegen immer aufrechterhalten. So arbeitet er derzeit am Aufbau eines Forschungsnetzwerks in Österreich im Bereich postoperativer Herzinfarkt.

Der Anästhesist war Gründungsmitglied des Vereins ASCINA (Austrian Scientists and Scholars in North America), dem er von 2008 bis 2011 auch als Präsident vorstand. (APA, 5.7.2012)

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