Anbieter von DS-Crack-Modulen muss Nintendo eine Million Euro zahlen

5. Juli 2012, 11:42
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Landgericht München entscheidet in Piraterie-Fall zugunsten von Nintendo

Mit einem Urteil vom 20. Juni 2012 hat das Landgericht München I ein starkes Signal in Sachen Piraterie ausgesendet. Es betrifft den deutschen Markt für Unterhaltungselektronik und speziell diejenigen, die weiterhin sogenannte Slot-1-Karten für die Konsolen der Nintendo DS-Serie importieren und verkaufen. Diese Karten - zum Beispiel R4, DSTT, Acekard und andere - dienen dazu, die Anti-Piraterie-Technologie des Nintendo DS und der Original-Spiele für diese Konsolen-Reihe zu umgehen. Sie ermöglichen es, illegale Kopien von Nintendo-Titeln abzuspielen, die oftmals aus dem Internet heruntergeladen werden. Das Landgericht hat nun einen Verkäufer solcher Karten zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von einer Million Euro an Nintendo verurteilt.

Auf legalen Verkauf von Videospielen angewiesen

Nintendo begrüßt die Entscheidung als "wichtigen Schritt gegen die Verbreitung solcher Karten in Deutschland". Nintendo führe Prozesse wie den vor dem Münchner Landgericht nicht allein aus Eigeninteresse, sondern auch im Interesse der mehr als 1.400 Entwicklerfirmen, die auf den legalen Verkauf ihrer Videospiele angewiesen sind.

Seit Slot-1-Karten erstmals in Deutschland aufgetaucht sind, hat Nintendo hierzulande 22 Gerichtsentscheidungen gegen ihren Import und ihre Verbreitung erwirkt. In allen Fällen bestätigten die Gerichte, dass diese Karten nach deutschem Recht illegal sind. Gleichlautende Gerichtsentscheidungen ergingen zudem in Belgien, Frankreich, Hongkong, Italien, Japan, Südkorea, den Niederlanden, Spanien, Taiwan und Großbritannien. (red, derStandard.at, 5.7.2012)

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