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Schwämme gehören zu den primitivsten und ältesten Tierstämmen und sind anatomisch einfach aufgebaut. Dennoch stellt ihre exakte Bestimmung Zoologen oft vor große Herausforderungen. Sie sind weltweit verbreitet und kommen in allen Meeresgewässern und in fast allen Süßwasser-Lebensräumen vor. In vielen Ökosystemen spielen sie eine wichtige Rolle. Da Schwämme zahlreiche sekundäre Stoffwechselprodukte bilden, stehen aus Schwämmen gewonnene Substanzen auch im Fokus der Arzneimittelforschung.
Für biotechnologische Anwendungen, aber auch etwa für Biodiversitätsstudien und aus Naturschutzgründen ist es wichtig, Arten schnell und sicher bestimmen zu können. Genetische Erkennungssequenzen - sogenannte DNA-Barcodes - sind dabei ein viel versprechendes molekulares Werkzeug. Wissenschafter um den Geobiologen Gert Wörheide von der Ludwig-Maximilians-Universität München setzten in Zusammenarbeit mit australischen Forschern diese Methode nun erstmals für Schwämme ein.
Gen-Bibliothek
Im Rahmen des internationalen "Sponge Barcoding Project" analysierten die Wissenschafter mehr als 7.400 Schwämme, um eine genetische Bibliothek ihrer Erkennungssequenzen zu erstellen - die zukünftig die Artenbestimmung entscheidend erleichtern könnte. "Zum Teil verwendeten wir jahrzehntealte Stücke aus dem Queensland Museum in Brisbane (Australien), was den großen Wert existierender Museumskollektionen für die Erstellung von Referenzbibliotheken zeigt", unterstreicht Wörheide.
Die für die Studie entwickelten Methoden deckten auch potenzielle Schwierigkeiten wie etwa Kontaminationen durch fremdes Erbgut oder Verfälschungen durch sekundäre Stoffwechselprodukte auf, die nun besser angegangen werden können. (red, derstandard.at, 7.7.2012)
Abstract
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