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vergrößern 552x800Ballett ist auch ein Tanz der Gegenwart. Manuel Legris versammelt Stücke aus der neueren Ballett-Choreografie rund um Jirí Kyliáns Duett "Il faut qu'une porte ...". Hier tanzt Helena Martin ihr Solostück "Halo".
Im Burgtheater tanzt der einstige Danseur Étoile der Pariser Oper mit seiner ehemaligen Star-Kollegin Aurélie Dupont und präsentiert Stücke von Jirí Kylián bis Natalia Horecna.
Der Chef des Wiener Staatsballetts, Manuel Legris, öffnet dem gegenwärtigen Ballettschaffen im Rahmen von Impulstanz eine Tür und präsentiert den Gala-Abend "Il faut qu'une porte ..." am 24., 26. und 27. Juli im Burgtheater.
Dazu lädt der frühere Danseur Étoile des Pariser Balletts Gäste ein und tanzt selbst in zwei Duetten mit seiner früheren, kongenialen Partnerin Aurélie Dupont - auch sie längst im Range einer Danseuse Étoile, welche die bedeutenden Bühnen der Welt alle kennt.
Der große Choreograf Jirí Kylián schuf das dem Gala-Abend titelgebende Duett Il faut qu'une porte ... für die beiden. Es wurde 2004 in Paris uraufgeführt. Darin stellen Legris und Dupont ein leidenschaftliches Liebespaar dar, das sich Kylián bei einem französischen Gemälde des 18. Jahrhunderts abgeschaut hat, Le Verrou von Jean-Honoré Fragonard.
Ein erfolgreiches Stück, das außer von der Choreografie von der spürbar guten Verbindung beider Tänzer lebt. Dupont in einem Interview: "Der Partner ist sehr wichtig. Ich habe etwa Kameliendame oft mit Manuel Legris getanzt, und als er die Oper verlassen hat, hatte ich keinen Partner mehr. Solche Ballette kann ich nicht mit jedem tanzen. Natürlich tue ich jedes Mal nur so, als würde ich mich verlieben, aber während der Vorstellung glaube ich wirklich daran. Und mit manchen Partnern ist das unmöglich."
Auch im zweiten Duett der beiden am Ende der Gala tanzen die Lust und die Liebe. Legris und Dupont geben einen Ausschnitt aus Le Parc des Franzosen Angelin Preljocaj, das 1994 erstmals in Paris zu sehen war. Als Inspirationsquelle für dieses gelungene Beispiel gegenseitiger Durchdringung moderner und klassischer Tanzsprache diente hier galante Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, wie die berühmten Gefährlichen Liebschaften von Choderlos de Laclos.
Zu Gast ist auch der junge Choreograf Patrick de Bana, dessen erfolgreiches Werk Marie Antoinette vergangene Saison an der Wiener Volksoper zu sehen war. Diesmal ist er dreimal vertreten: einmal solo in seinem Stück Silent Cry, dann im Duo mit Helena Martin im ebenfalls von ihm geschaffenen Factum. Zwei weitere Gäste tanzen Créatures von de Bana - Tamako Akiyama und Dimo Kirilov Milev. Die beiden sind auch in Arcangelo von Tänzer und Choreograf Nacho Duato zu sehen, einer Entdeckung Kyliáns.
Dann noch eine Reverenz an John Neumeier, Intendant und Gründer des formidablen Hamburg Balletts, mit Third Mahler, einem Ausschnitt aus der Dritten Sinfonie von Gustav Mahler von 1975 - ein Werk, das zu einem Markenzeichen des Choreografen wurde. Getanzt wird das Duett von den beiden Ersten Solisten des Hamburg Balletts, Silvia Azzoni und Alexandre Riabko. Die zwei sind auch im Leben ein Paar. (Barbara Freitag, Sonderthema/Beilage, DER STANDARD, 6.7.2012)
Gala des zeitgenössischen Balletts, 24., 26. + 27. 7., Burgtheater, 21.00
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