Artenschutz-Spürhund hilft Zöllnern gegen Schmuggel

5. Juli 2012, 17:56
  • Ein Zollspürhund beim Einsatz.
    foto: apa/marc tirl

    Ein Zollspürhund beim Einsatz.

WWF und Behörden raten von Souvenirs aus geschützten Tieren und Pflanzen ab

Zur Hauptreisezeit im Sommer hat auch der Souvenirmarkt Hochsaison: In vielen Ferienorten werden Schmuckstücke oder Schnitzereien angeboten, die aus bedrohten Arten hergestellt sind. Auch Schlangen in Alkohol oder sogar lebende Schildkröten und Papageien wandern über den Ladentisch. Wer jedoch am Flughafen keine amtliche Genehmigung vorweisen kann, kann sich hohe Geldstrafen einhandeln. Am Flughafen Wien-Schwechat unterstützt seit kurzem der neue Artenschutz-Spürhund "Lord", ein zweieinhalb Jahre alte Deutsch-Kurzhaar-Rüde, den Zoll bei der Suche nach geschützten Arten.

"Der Überfluss am Marktstand täuscht - viele der angebotenen Arten sind bereits so selten, dass ihr Handel streng kontrolliert werden muss", sagt Jutta Jahrl vom WWF Österreich. Von Elfenbein über getrocknete Seepferdchen bis hin zur Korallen-Kette: Durch den Souvenir-Handel kommen bedrohte Arten noch mehr unter Druck.

Profitables Geschäft

Der illegale Handel mit Waren aus wildlebenden Arten ist weltweit ein höchst profitables Geschäft, vergleichbar nur mit dem Drogenhandel. Auch für den Zoll stellt der Artenschmuggel eine große Herausforderung dar. Um Schmugglern das Leben schwer zu machen kommen seit einigen Jahren speziell ausgebildete Hunde zum Einsatz. 

"Zollhunde arbeiten in mancher Hinsicht effektiver als wir", sagt Regina Eitel, Zollhundeführerin am Flughafen Wien-Schwechat. Sie kontrollieren schnell Gepäckstücke, Postsendungen oder Transport-Container. Die Detektive mit der feinen Nase können lebende Papageien, Reptilien und Affen, aber auch Kaviar, Tigerknochen, Elfenbein oder Nashorn finden.

Artenschutz-Spürhunde europaweit im Einsatz 

Das österreichische Finanzministerium, als übergeordnete Stelle der Zollbehörde, und der WWF sind Partner in einem EU-weiten Projekt zur Förderung von Artenschutzspürhunden. Österreich war eines der ersten Länder, das Artenschutz-Spürhunde einsetzte. Auch Behörden in Deutschland, Tschechien, Italien oder Ungarn arbeiten erfolgreich mit den vierbeinigen Kollegen.

Im Rahmen des Projektes, das durch die Generaldirektion Inneres der Europäischen Union gefördert wird, werden bestehende Programme vernetzt und Erfahrungen ausgetauscht. So soll der illegale Artenhandel in ganz Europa wirkungsvoll bekämpft werden.

Der Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen ist neben dem Verlust der Lebensräume die Hauptursache für die Gefährdung vieler Arten. CITES - auch als Washingtoner Artenschutzübereinkommen bekannt - schützt weltweit 30.000 bedrohte Arten durch Handelsverbote und -beschränkungen vor Übernutzung. (red, derStandard.at, 6.7.2012)

Weitere Informationen zu geschützten Arten und gesetzlichen Bestimmungen

CITES
Tel. 01/51 522-1402

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11 Postings

Wenn ich's richtig erkenne wird Lord am Kettenhalsband geführt, was ich überhaupt nicht verstehen kann, gerade bei Spürhunden. Da hat der doch ständig einen Druck auf dem Hals. Aber die Polizei scheint das Wohl ihrer kleinen Helfer wohl immer nocht nicht groß zu interessieren. Brustgeschirr sollte auch bei denen doch längst Standard sein!

wenn man genauer hinsieht ist es ein brustgeschirr - das metallteil oben ist nur die verbindung zu dem

Lord, Du Streberhund! Nimm Dir ein Beispiel am indifferenten Bassett von Columbo!!

Mit Tieren hab ich überhaupt nicht zu handeln, da fängt`s einmal an!

bizarr, Tiere suchen nach Tieren bzw. nach deren Teilen...

Was ist daran "bizarr"?

ich dachte der artenschutztrupp ist bei der feuerwehr

lol

hab atemschutz spürhund gelesen.

lol ...

probiers mal ohne brille zu lesen

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