Bill Gates über Tablets: "Steve Jobs hatte besseres Timing"

  • Bill Gates ist zuversichtlich, dass "Surface" gut ankommen wird.
    screenshot: derstandard.at

    Bill Gates ist zuversichtlich, dass "Surface" gut ankommen wird.

Der Microsoft Gründer glaubt, dass "Surface" die Spielregeln am Markt ändern wird

Seit Microsoft-Gründer Bill Gates 2008 das Unternehmen verlassen hat und nur noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats fungiert, tritt der 56-Jährige nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. Oberste Priorität des milliardenschweren Gates und seiner Frau Melinda sind seither die Aktivitäten der Bill & Melinda Gates Foundation. Nun hat sich Gates aber wieder im US-Fernsehen gezeigt und dabei über Microsoft, das neue "Surface"-Tablet und Steve Jobs gesprochen, wie Heise berichtet.

Bill Gates, der Philanthrop

In der Show von Charlie Rose sprach Gates fast eine Stunde lang über seine aktuellen Projekte und Aktivitäten, ließ aber auch ein paar Kommentare zu Microsofts Situation am Markt und dessen Konkurrenz los. Zur Hälfte des Interviews sagt Gates, Steve Jobs habe "phänomenale Arbeit geleistet", als Charlie Rose erklärt, dass Gates in 50 Jahren im Gegensatz zu Jobs eher als Philanthrop denn als Firmengründer bekannt sein werde. Um ein Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Facebook zu gründen, müsse man "fanatisch sein und Tag und Nacht arbeiten".

"Surface" ist eine kompromisslose Lösung

Windows wäre nicht, was es heute ist, wenn man damals Entwicklern nicht die Möglichkeit gegeben hätte, selbst Software für Windows (und früher MS DOS) zu schreiben, so Gates. Das sei für Microsoft immer ein essenzieller Bestandteil gewesen. Bezüglich Tablets meint Gates, dass auf dem Markt genug Platz für viele unterschiedliche Geräte und Hersteller sei. Die Menschen würden alle etwas anderes bevorzugen, und für jene, die keinen Kompromiss zwischen Tablet und PC eingehen möchten, habe Microsoft die Lösung.

"Am Ende zählen nur die Anwendungen"

"Wenn man mit einem Tablet eine bestimmte Masse erreicht, schafft man es", so Gates, "dass Applikationen dafür geschrieben werden, und kann den Preis senken." Steve Jobs habe ein besseres Timing gehabt, Microsoft sei mit dem Tablet zur Jahrtausendwende einfach zu früh dran gewesen. Doch das "Surface" könne jetzt noch alle Regeln ändern, weil es die Vorteile von Tablets und PCs verbinde. Der Microsoft-Gründer bezeichnet es als "fantastisch", dass Unternehmen wie Facebook, Google, Apple und Microsoft miteinander konkurrieren, denn jeder versuche, besser als der andere zu sein, und das sei eine "positive Sache". Letztendlich zähle nur das Ergebnis, nämlich welche Anwendungen da seien und was sie einem bringen: "Können Kinder auf unterhaltsame Art und Weise lernen? Können wir Kontakt zu weit entfernten Verwandten aufnehmen?"

Die Frage, ob er sich Microsoft wieder mehr widmen wolle, verneint Gates. Er wolle sich weiterhin wohltätigen Zwecken widmen, denn er habe schon "viel Zeit in Microsoft investiert" und sei "stolz, was daraus geworden ist, vor allem mit Windows 8 und Surface". (iw, derStandard.at, 5.7.2012)

Share if you care