Hypo-Aufarbeitung: Schlecht beraten

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Die Hypo Alpe Adria müsste noch viel mehr erledigen, als nur Gutachter einzustellen, damit nicht wieder die Steuerzahler zum Zug kommen

Seit zweieinhalb Jahren gehört die Hypo Alpe Adria den p. t. Steuerzahlern. In dieser Zeit ist viel geschehen - und auch wieder nicht. Das Geschäft hat sich nicht verbessert, zum tonnenschweren Rucksack voll mit faulen Krediten (in Zahlen: zehn Milliarden Euro) kommt nun die Flaute auf dem Kernmarkt der einstigen Landesbank, also in Südosteuropa. Und: Die Bank braucht bald frisches Eigenkapital oder wenigstens Garantien vom Staat, sollte die Idee einer "Bad Bank" Wirklichkeit werden.

Zugegeben, zum Teil sind das Probleme, die das Management unter Gottwald Kranebitter geerbt hat. Wie die Bank ihre Vergangenheitsbewältigung organisiert, das ist hingegen hausgemacht. An die hundert Anzeigen hat die "CSI-Hypo" erstattet, gekostet hat sie allein 2011 rund 16 Millionen Euro. Herausgekommen ist bis dato wenig. Die gnadenlosen Streitereien zwischen Vorstand, Finanzprokuratur (Anwalt des Staates), externen Juristen und Aufsichtsrat sind legendär. Die Lösung: Die CSI wurde aufgelöst, nun gibt es einen externen Koordinator.

Zu glauben, dass so Effizienz in die Sache kommt, wäre freilich verfehlt. Ein zentrales Gutachten (Kosten: fast eine Million Euro) zu möglichen Forderungen gegen die Exeigentümer BayernLB liegt zwar seit Mai auf dem Tisch. Die Folge ist lediglich ein Rattenschwanz an neuen Gutachten und Kosten. Die Hypo holt nämlich zum Gutachten weitere vier ein. Zahlen dürfen das die p. t. Steuerzahler. (Renate Graber, DER STANDARD, 5.7.2012)

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