Machtkampf in Rumänien: Regent der Verschwörung

Kommentar | Adelheid Wölfl, 4. Juli 2012, 18:44

Premier Ponta wittert überall Verschwörung, obwohl er selbst an einer bastelt

Er wolle das System von den "bösen Männern" des alten Regimes "säubern", sagt der rumänische Premier Victor Ponta ganz offen und exerziert dies seit Wochen vor. Die Neubesetzung und Umfärbung sämtlicher relevanter Institutionen, vom Parlament bis zum Fernsehen und die Beschneidung des Verfassungsgerichtshofs sind Teil einer blitzartigen und aggressiven Machtergreifungstaktik. Diese lässt die Institutionen des Staates beschädigt zurück. Denn Ponta stellt sich ungeniert über den Rechtsstaat, indem er etwa Urteile des Verfassungsgerichts als parteipolitisch motiviert abtut. Er wittert überall eine Verschwörung und bastelt dabei selbst an einer.

Das untergräbt das Vertrauen in die Staatlichkeit, es zeigt, wie normal autoritäres Denken in Rumänien noch immer ist und wie sehr es an selbstbewussten Bürgern mangelt. Denn Ponta selbst fehlt für seine Politik jegliche Legitimation. Der 39-Jährige ist nicht durch eine Wahl an die Macht gekommen, sondern durch ein Misstrauensvotum. Die Parlamentswahlen finden erst im Herbst statt. Doch der politische Ziehsohn von Expremier Adrian Nastase benimmt sich, als hätte er bereits eine absolute Mehrheit hinter sich. Offensichtliches Ziel ist der Sturz von Präsident Traian Basescu, gerade so, als wäre dieser nicht gewählt worden. Das brutale Machtspiel ist beschämend für einen europäischen Staat und erinnert an frühere "Regimewechsel", bei denen die Bürger auch ausgeschlossen wurden. (Adelheid Wölfl, DER STANDARD, 5.7.2012)

Das Problem

Das Problem ist einfach:

Wenn eine Elite
in Zeiten der Korruption
und des Totalitarismus
gezeugt wird,
ist die Chance hoch,
dass sie diese beiden
mit der Muttermilch aufgenommen hat.

Vielleicht kann Stiefmutter EU
ihr Kindchen noch kurieren.

womit? mit noch mehr korruption, intransparenz und totalitarismus?

ich fürcht, das wird nicht klappen;-)

frau wölfl,

Ihnen dürfte entgangen sein, wie basescu den "rechtsstaat" in den vergangenen jahren zu seinem privaten, machtsichernden spielzeugapparat gemacht hat, und das auf unglaublich widerliche, arrogante und plumpe art und weise. jetzt kommt halt alles zurück.

Rumänien ist und bleibt ein Balkanland. It´s that simple.

it´s simpel

Es reicht nicht ein paar Brocken in englischer Sprache zu schreiben, aber sonst null Ahnung von der Europäische Politik oder von leben anderen Menschen zu haben.

Sie irren. Rumänien gehört weder historisch noch geographisch(vielleicht bis auf einen kleinen Teil) zum Balkan.

Das was dieses Land "auszeichnet"- wie einige andere postkommunistischen Länder auch - ist das Fehlen jeglicher demokratischen Tradition bis 1990 und eine sehr bescheidene politische Entwicklung in Richtung Demokratie nach der politischen Wende 1990.

"der balkan beginnt in wien, am rennweg." (c) Fürst Metternich. und der hat einen großen bespitzelungsverein dirigiert, der hat das sicher gewußt ...

hmm

mich erinnert das ganze jetzt irgendwie an Österreich.

Wenn ich mir die ungenierten Umfärbungsaktionen des seinerzeitigen Innenministers Strasser anschaue und wenn ich mir anschaue, mit welcher Ignoranz Urteile des Verfassungsgerichtshofes von führenden Personen des Staates ignoriert werden, dann klingt das, was da in Rumänien abläuft wenigstens nicht ganz unbekannt.

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