Mehr Rechte für ledige Väter in Deutschland

Gemeinsames Sorgerecht kann künftig gegen den Willen der Mutter erteilt werden

Berlin - Ledige Väter bekommen in Deutschland mehr Rechte: Sie sollen die gemeinsame Obsorge für ein Kind auch dann bekommen können, wenn die Mutter nicht damit einverstanden ist. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzesentwurf von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Ein lediger Vater kann künftig beim Familiengericht die Mitsorge für sein Kind beantragen. Wenn die Mutter dem Antrag nur mit Argumenten widerspricht, die nichts mit dem Wohl des Kindes zu tun haben, bekommen die Eltern das gemeinsame Sorgerecht. Nur wenn das Gericht überzeugt ist, dass die Mitsorge des Vaters dem Kind schadet, soll anders entscheiden werden.

Bisher erhalten nicht miteinander verheiratete Eltern nur dann ein gemeinsames Sorgerecht, wenn sie sich übereinstimmend dafür entscheiden. Die Mutter musste also einverstanden sein. Andernfalls bekam sie das alleinige Sorgerecht. Diese Regelung war im Dezember 2009 vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beanstandet und im Sommer 2010 vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden.

"Modernes Sorgerecht erforderlich"

Leutheusser-Schnarrenberger verwies nach dem Kabinettsbeschluss darauf, dass sich in den vergangenen Jahren "die Formen des Zusammenlebens von Familien" rasant geändert hätten. Der Anteil der nicht ehelich geborenen Kinder habe sich von 15 Prozent im Jahr 1995 auf etwa 33 Prozent im Jahr 2010 mehr als verdoppelt. "Die Zahlen zeigen, dass ein modernes Sorgerecht erforderlich ist, das die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt", sagte die FDP-Politikerin in Berlin. Ein Kind solle "nach Möglichkeit in seinem persönlichen Leben beide Elternteile als gleichberechtigt erleben".

Das Kabinett beschäftigte sich auch mit einem zweiten Thema mit Bedeutung für Familien: Kindertagesstätten sollen künftig generell auch in reinen Wohngebieten gebaut werden dürfen, wenn sie nicht zu groß sind. (dapd, DER STANDARD, 5.7.2012)

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wie ist das eigentlich?

ist bei gemeinsamer obsorge vorgesehen, dass das kind abwechselnd bei vater und mutter lebt?

oder hat weiterhin hauptsächlich die mutter sämtliche verpflichtungen im alltag, aber der vater muss bei allen entscheidungen befragt werden?

Es ist vorgesehen, dass die Eltern sich verantwortungsvoll über das Wohl des Kindes einigen und nicht ein machthabender Part die Ohnmacht das anderen sowie die das Kindes ausnützt.

deutschland zeigt in letzter zeit mut für richtige und unbequeme entscheidungen. weiter so!

Bis jetzt hatte es ausgereicht wenn die Mutter als Begründugn angab

dass sie mit dem Expartner nicht mehr zusammen sei, bzw keine besondere Beziehung zu diesem habe.

Nun sind nurmehr Gründe zulässig die das KINDSWOHL betreffen.

Ich begrüße diese Entscheidung, denn das bloße "ich mag ihn nicht" schützt den Kindsvater ja nicht vor seinen Verpflichtungen.

Bei der Zeugung waren beide anwesend... wieso sollte dann ein "ich mag ihn nicht" einem unehelichen Vater die Möglichkeit nehmen dürfen seine Verpflichtungen gegenüber dem Kind auch proaktiv wahrnehmen zu dürfen?

Nur zur Info:
wenn frau nicht arbeitslos ein Kind bekommt, kann sie ohne Probleme 2 Monate wieder Vollzeit arbeiten gehen wenn er die Mindestkarenzzeit in Anspruch nimmt. Finanziell bedeutet das: ihr Volles Gehalt+ 80% seines Gehaltes.

Und wer geht dann pleite? Also: die Männer die immer noch nicht in Karenz gehen sind eignetlich nicht für ihre Kinder da und sollten diese herren auch kein Sorgerecht im falle einer scheidung bekommen. haben sich ja nie wirklich für ihr kind interessiert

Fürs Kind ist eine Krippe mit 2 Monaten auch überhaupt nicht gut und darüberhinaus gibt es auch nicht ausreichend Krippenplätze.

Jaja

das ließt sich doch alles toll...nur die Tatsache sieht anders aus...

Männer haben erwiesenermaßen die besser bezhahlten Job, aber nicht aufgrund der pöhsen E_Schere, sondern aufgrund der Berufswahl...

Also angenommen Mutter verdient 1200,-- ,der Mann 2.000,--
Wer sollte Ihrer Meinung nach in Karenz gehen?
Weit wesentlich höher,

Ich sehe das KArenzthema eigentlich pragmatisch, wer weniger verdient bleibt zu Hause-> total easy

easy, aber eine Sackgasse...

checker: mit dem Argument, dass ja Frauen in Karenz gehen werden diese schlechter bezahlt. Genau mit dem Königs-Argument meinen Männer NICHT in Karenz gehen zu wollen, was wieder die Frauen in ihrer Rolle einzementiert. Will König daher, dass seine Untertanen gleich bezahlt UND gleich an der Kindererziehung teilhaben, sollten mehr Männer in Karenz gehen...ist doch total easy UND sinnvoll!

Können Sie eigentlich nicht lesen

Der König sagte, dass jener Elternteil mit dem niedrigeren Einkommen zu Hause bleibt, egal ob m oder w.

Dies wäre eine faire und vorallem transparente Lösung; alles andere wäre zudem vom ökonomischen Standpunkt ohnehin ein Desaster.

Weiterer Punkt, der in dieser leidigen Debatte nie aufscheint ist der Umstand, dass es immer mehr Selbständige gibt, wie soll damit umgegangen werden?

genau deshalb...

weil ich sinnerfassend lese, sage ich, dass diese ach so easy lösung die derzeitige Schieflage einzementiert! es werden nämlich überwiegend die Frauen zu Hause bleiben, weil sie im Regelfall weniger verdienen...eben auch mit dem Ausfallsargument bei den KV_Verhandlungen. da beißt sich die Katze in den Schwanz...Lösung sind flexiblere Arbeitszeiten, mehr Kinderbetreuung, weniger Gießkanne und mehr Partizipation BEIDER Elternteile!

was väter vergessen: Rechte bedeutet auch Pflichten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! und da happert es immer noch sehr

!!11111einseinseinelfelf

uiuiui....

was sie vergessen ist dass Väter nicht nur Pflichten haben sollten (Alimente) sondern auch Rechte...

zum Wohle des Kindes?

wenn zwei auseinandergehen, dann wohl, weil sie miteinander nicht klargekommen sind. und nun zwingt der staat diese menschen per gesetz dazu, über jede das kind betreffende entscheidung von neuem herumzudebattieren.

DAS ist dann "zum wohl des kindes"? Wenn es permanent miterleben muß, wie sich die eltern SEINETWEGEN befetzen?

das "kindeswohl" ist doch nur ein deckmäntelchen für die männerrechtler. wären die herren wirklich so kinderfreundlich, wie sie sich jetzt gebärden, hätten sich die dinge ja nicht dorthin entwickelt, wo sie im moment sind (kind zur mutter).

Ihr absurdes Posting bedeutet also,

dass IMMER die Männer schuld sind daran, dass eine Beziehung auseinandergeht?

Ich hoffe, Sie haben keine Kinder und hoffentlich auch keinen Mann….

senfgas

also das letzte Argument ist einfach Unsinn: rechtshistorisch und soziologisch ist das aus einer konservativen Ideologie entstanden: "Kind gehört zur Mutter, beide nach Hause". Männerrechtler sind ein sehr junges Phänomen, aktive Vaterschaft und Betrachtung aus der Kindperspektive ebenso.
Das erste Argument ("was tun im Destruktionsfall") ist ernstzunehmen und ist Teil der richterlichen Prüfung - für Vater UND Mutter, das ist die entscheidende Änderung! Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Gerichte damit überlastet werden und ein Mediationsverfahren vorgeschaltet sein sollte:

...dann hätten sich die dinge ja nicht dorthin entwickelt, wo sie im moment sind (kind zur mutter).

Sie wissen aber schon, auf welchem argumentativen Glatteis sie sich hier bewegen?! Wenn sie wirklich glauben, dass mangelnde Kinderfreundlichkeit der Männer für den Verbleib der Kinder bei den Müttern verantwortlich ist, wie argumentieren sie dann die Unterrepräsentanz der Frauen in den Führungsetagen?? Schließen sie hier auch so messerscharf, dass diese Entwicklung auf einer Unfähigkeit der Frauen basiert???
Beides ist völliger Unfug, aber wenns ihnen in den Kram passt, dann ist dieser Schluss zuässig, gell??

"und nun zwingt der staat diese menschen per gesetz dazu, über jede das kind betreffende entscheidung von neuem herumzudebattieren. "

nein, das gesetz sieht nur mehr rechte für den vater vor.
selbstverständlich kann eine mutter auf das sorgerecht verzichten, wenn sie es nicht haben will

Wie geht es Ihnen so, emotional?

schon wieder...

...die emotionssache.

ich freu mich ja, daß hierforums so viele leute über meinen emotionalen zustand bescheid zu wissen glauben :-D

hier kennt sie niemand!! aber anhand ihrer "Argumentation" könnte man - wenn man will - schon einige Schlüsse ziehen...

und zwar?

die schlüsse tät i jetzt schon gerne hören.

Ja zum Wohle

denn wenn eine Frau demonstriert wie sie " ihrem" Kind den anderen Elternteil nach Lust und Laune entziehen kann, und zeigt wie unfähig sie ist einen Konsens zum Wohle des Kindes zu finden, wird dem beantragenden Kindesvater die alleinige Obsorge anvertraut - so einfach ginge das. Weder für Kinderrechte noch für Gleichberechtigung braucht es Sexismus a la HH.

Sorgerecht und Umgangsrecht ist nicht das gleiche - sie verwechseln da was.

Irgendwie frage ich mich, ob der Foromat heute einen Hitzschlag erlitten hat oder gar die Zensoren.

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