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Der Wind, der Wind, das himmlische Kind: Dem Gärtner treibt dieser jedoch mitunter die Tränen in die Augen.
Zu den schönsten Gartenpflanzen gehören die Einjährigen. Die leben nicht lange und können daher die gesamte Kraft in die lockenden Eigenschaften ihrer Blüten investieren. Farben, Größe und Duft sind jene Parameter, in denen sie den Mehrjährigen oft aus Gärtnersicht überlegen sind. Um die Pracht zum Zweck der Fortpflanzung entwickeln zu können, sparen die Einjährigen woanders. Sie verzichten ganz gerne auf das Holz und belassen ihre Stängel weich und biegsam. Verholzende Pflanzen können überwintern, müssen dafür aber recht viel Energie in die Verholzung stecken. Diese Energie haben die Nichtverholzenden für Blüten und Blumen übrig.
Vom Winde verweht
Und jetzt kommt der Wind ins Spiel. Er testet die Einjährigen, ob sie geschmeidig und biegsam genug sind, um seiner Kraft nachzugeben, statt sich gegen diese zu stellen. Der Wind, so weiß der Gärtner, der Wind ist ein Hund. Endlich blüht der Garten den Vorstellungen entsprechend. So auch eine der entzückendsten Rosen dieser Welt, die "New Dawn". Eine schnellwüchsige Kletterrose, die eine Blüte nach der anderen rausschleudert und den Betrachter mit zart zitronig-vanilligem Duft verwöhnt. Sie hat nur eine Schwäche: Die Blütenblätter sitzen nicht gerade über Gebühr an der Blüte fest. Ein bisserl ein Wind, und schon schneit es weiß-rosa Blütenblätter durch den Garten, und Tränen der Gärtner folgen.
Stetiger Wind kann einen schönen Garten ziemlich herrichten. Es vergeht kein Tag, an dem der geneigte Gärtner nicht ein Bambussteckerl in die Erde rammt, um die windverbogenen Nachtkerzen wieder aufzurichten. Es vergeht kein Tag, an dem die geneigte Gärtnerin nicht metallene Stützbögen auf Lee in die Beete steckt, um der Indianernessel-Rabatte wieder vertikale Orientierung zu verpassen. Und es vergeht kein Tag, an dem die Wasserschläuche die windgetrockneten Kübel und Südbeete nicht unter Wasser setzen, um der Evaporation entgegenzuwirken.
Wenn der Pflanze die Luft wegbleibt
Der Wind, der ist ein Hund, und diese Antwort reicht den Kindern aber trotzdem nicht, wenn sie fragen, wie er entsteht und woher er kommt. Wenn man den G'schrappen dann sagt, dass der Wind eine maximale Entropie anstrebt, so geben sie dann Ruhe und ergänzen, dass dies, gemäß dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik wohl so ist, aber seine Herkunft noch nicht erklärt. So muss als Folgeantwort Irland herhalten. Oder auch die Tatsache, dass Wind durch unterschiedlichen Luftdruck unterschiedlicher Luftmassen entsteht, wenn diese quasi einen Druckausgleich suchen. Streicht nun ein warmer Juniwind über Blattoberflächen, so verdunstet er dort kleine Wassermengen. Diese Wassermengen geben die Blätter über ihre Spaltöffnungen her. Über die Spaltöffnungen wird aber auch das von uns ausgeatmete Kohlendioxid eingeatmet.
Wenn das arme Pflanz also nicht verdunsten und ergo die Spaltöffnungen schließen möchte, so bleibt ihr sprichwörtlich die Luft weg. Es ist so, als ob man beim Aufguss in der Sauna das Atmen einstellen müsste. Und, pardautz, es gibt Pflanzen, die können das. Die verschieben das Atmen in die kühle Nacht, schließen bei Hitze und Wind die Spaltöffnungen und sparen so das wenige Wasser, das ihnen zur Verfügung steht. Mittagsblumen, Fetthennen und Portulak sind solche Vertreter, die man getrost Crassulaceen nennen darf. Doch was hilft das den anderen? Sie leiden gemeinsam mit ihren Gärtnerinnen und Gärtnern unter dem starken Wind, der, seien wir einig, noch selten etwas Gutes gebracht hat. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 6.7.2012)
Die deutsche Rosenzüchtung Westerland ist seit über 40 Jahren ein Hit. Zu Recht, denn wer sie nur ein bisserl aufpapperlt und ihr beim Ranken hilft, wird mit üppigen Duft- und Farberuptionen belohnt, weiß Gregor Fauma.
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Wildwuchs wird man dem Doldenblütler nicht abgewöhnen - Aufessen hilft, meint Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Pflanzenläuse vermehren sich so schnell, dass einem schwarz wird vor Augen. Hausmittelchen helfen nur, wenn man sie früh genug einsetzt, weiß Gregor Fauma.
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Um rascher an eine eigene Vogelpopulation zu kommen, können Gärtner etwas tun: mehr mulchen und weniger wegschneiden zum Beispiel, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
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Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dass der Fauma noch selten etwas Gutes gebracht hat, kann ich aus ganzer Seele bestätigen.
Mimoserl, was soll das Geraunze?
Den Wind gibts schon länger als die Menschheit und die Natur hat sich mit ihm arangiert.
ist aber auch eine frage die ohne antwort bleiben muss.
ihre wortspende soll genau welchen erkenntniswert liefern? in dem text steht mehr, als sie gewusst haben dürften.
hier handelt es sich hier um eine kolumne und diese funktion wird erfüllt. und ja: wind erhöht die evapotranspiration und nötigt dazu, mehr zu gießen (wenn man nicht die entsprechenden pflanzen hat). jetzt habens was gelernt, immerhin.
.. dass der Wind noch selten was Gutes gebracht hat:
Noch nie was von Windbestäubung gehört?
Ursprünglich sogar vorherrrschende Bestäubungsart, die heute noch bei vielen heimischen Pflanzen vorhanden ist. Ohne Wind würden sich diese Pflanzen nicht vermehren.
Der Wind ist außerdem keine "Naturgottheit" die man besänftigen oder verdammen muss sondern bestimmt die Wetterdynamik der Erdatmosphäre mit.
Warum man bei gelegentlich vorkommendem Starkwind herumsudern muss, dass die Pflanzen dabei umkippen und vom Gärtner wieder aufgerichtet werden müssen verstehe ich nicht. Das ist gärtnerischer Alltag
Wenn die Pflanzen clever gesetzt sind bzw. die Befestigungsstange ordentlich sitzt und die Pflanzen angebunden, stellt sich dieses Problem nicht
schwierigen jahreszeit (wenn der sommer so verläuft wie heuer).
bes. in einer windigen gegend wie der donauraum und o-öst. allgemein, ist es durchaus in ordnung, seine gedanken und erfahrungen dazu zu teilen.
dass einige pflanzen aufgrund der gegenwärtigen verhältnisse ohne wässern probleme bekommen (und allgemein, wie etwa tomaten, noch mehr gewässert werden muss), ist eine tatsache - und dazu trägt eben auch der wind bei.
dass die vermehrungsfähigkeit der pflanzen von der stärke des windes abhängt, ist mir neu. auch in windarmen gebieten, gelingt es den pflanzen bestens, sich zu vermehren.
ach ja, noch ein argument für ihre these: die olivenfliege tobt in windigen anbaugebieten weniger als anders wo, aber eben auch off topic.
ich wusste nicht, das auch das vestehen meines postings einen derartigen geistigen kraftakt darstellt. also noch einmal: ich heule nicht und mir macht der wind nichts, aber was oben steht stimmt großteils.
wie auch immer, verbessern werden auch sie sich.
mir erschließt sich auch nicht, was an ihrer haxlbeisserei und binsenweisheiten groß zu verstehen sein soll.
durch heftigkeit ersetzt der irrende, was ihm an wahrheit und an kräften fehlt. goethe muss an sie gedacht haben.
viel spass noch.
Ebenda.
Ich glaube das mit der Haxelbeisserei haben sie falsch verstanden. Ihre Weisheiten habe ich auch erst jetzt registriert. Um bei Goethe zu bleiben: Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch. Anscheinend gehöre ich nicht dazu.
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