Cavendish und Eisel stürzen

4. Juli 2012, 18:33

Beide konnten vierte Etappe noch zu Ende fahren - Deutscher Greipel entschied Sprint in Rouen für sich

Rouen - Andre Greipel jubelt über seinen ersten diesjährigen Tour-Etappensieg - sein Rivale Mark Cavendish erreichte wie dessen Sky-Teamkollege Bernhard Eisel wenig später als blutendes Sturzopfer die Ziellinie: Freud und Leid lagen bei der 99. Tour de France am Mittwoch wieder eng beieinander. Das Gelbe Trikot nach der 214,5 Kilometer langen 4. Etappe von Abbeville nach Rouen erfolgreich verteidigte indes Fabian Cancellara. Der Schweizer liegt weiter sieben Sekunden vor dem Briten Bradley Wiggins in Führung.

2,7 Kilometer vor dem Ziel in Rouen ereignete sich die Schlüsselszene der Etappe. Neben Cavendish landete auch dessen Anfahrer Eisel unsanft auf dem Asphalt. Der britische Weltmeister blutete am Arm und den Beinen. Den Steirer erwischte es schlimmer, er zog sich ein Cut über dem Auge zu, das mit vier Stichen genäht werden musste. Noch im Ziel gab er aber bereits wieder Interviews. "Er kann weiterfahren", meinte Sky-Teammanager Dave Brailsford.

Da der Sturz innerhalb der Drei-Kilometer-Marke vor dem Ziel erfolgte, wurde das Sky-Duo zeitgleich mit Sieger Greipel gewertet. Der Deutsche ließ sich im Sprint nicht aus der Ruhe bringen und setzte sich in Rouen vor dem italienischen Altmeister Alessandro Petacchi und dem Niederländer Tom Veelers durch. Der Lotto-Profi, der am Montag von Cavendish knapp bezwungen worden war, feierte bei der wichtigsten Rundfahrt des Jahres somit seinen zweiten Tagessieg nach jenem im Vorjahr.

Den Sturz seines Rivalen Cavendish in seinem Rücken hatte er nicht mitbekommen. "Stürze gehören in diesem Sport leider dazu. Das ist nicht schön", sagte ein sichtlich erleichterter Greipel, dem im Finish somit der härteste Konkurrenz abhandengekommen war. Die fünfte Etappe am Donnerstag führt über 196,5 km von Rouen nach St. Quentin. (APA, 04.07.2012)

Ergebnisse der 99. Tour de France vom Mittwoch:

4. Etappe, Abbeville - Rouen (214,5 km): 1. Andre Greipel (GER) Lotto 5:18:32 Std. - 2. Alessandro Petacchi (ITA) Lampre - 3. Tom Veelers (NED) Argos - 4. Matthew Goss (AUS) Orica - 5. Peter Sagan (SVK) Liquigas - 6. Jonathan Cantwell (AUS) Saxo Bank - 7. Daryl Impey (RSA) Orica - 8. Kris Boeckmans (BEL) Vacansoleil - 9. Edvald Boasson Hagen (NOR) Sky - 10. Ruben Perez (ESP) Euskaltel. Weiter: 188. Mark Cavendish (GBR) Sky - 189. Bernhard Eisel (AUT) Sky, alle gl. Zeit

Gesamtklassement: 1. Fabian Cancellara (SUI) RadioShack 20:04:02 - 2. Bradley Wiggins (GBR) Sky +7 Sek. - 3. Sylvain Chavanel (FRA) Omega-Quick Step, gleiche Zeit - 4. Tejay van Garderen (USA) BMC 10 - 5. Boasson Hagen 11 - 6. Denis Mentschow (RUS) Katjuscha 13 - 7. Cadel Evans (AUS) BMC 17 - 8. Vincenzo Nibali (ITA) Liquigas 18 - 9. Ryder Hesjedal (CAN) Garmin - 10. Andreas Klöden (GER) RadioShack 19. Weiter: 123. Eisel 8:59 Min.

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16 Postings

Jetzt hat sich erstmals gerächt, dass Cav kein starkes Team mehr hat. Eigentlich unglaublich für den besten Sprinter.

Es rächt sich, dass Sky alles gewinnen will, bei jeder Etappe auf Classement und auf Sieg zu fahren: Siutsou out, Wiggins am Boden, Cav und Eisel am Boden ...

Wow, Petacchi kann immernoch so weit vorn mitsprinten. Nicht übel. Und wie schon getippt: Respekt vor diesen harten Typen. Hab mich ja selbst schon mitm Radl gelegt, aber das unter 20 km/h. Im Renntempo ist das noch ne ganz andere Sache.

Drecks Doping "Sport".
Wann werden die endlich Ignoriert?

fang halt

an u. lass die anderen in Ruhe

geh schlafen und wenns dir hilft, du wirst ab jetzt ignoriert...

Ein erster Schritt für Sie wäre es, die entsprechenden Artikel zu ignorieren und nicht auch noch Etwas zu kommentieren, von dem Sie offensichtlich keine Ahnung haben.

Moch an Schuach...

So wie die Rechtschreibung?

unglaublich welch harte typen das sind. eisel hat mich beeindruckt wie er mit cut über dem auge scheinbar ganz ruhig ein interview in nicht schlechtem französisch gegeben hat.
ansonsten war diese etappe ja nicht so spannend aber gegen ende eben dramatisch, großer sport wieder.

Also dazu ist fast jeder fähig...

... der ein Ziel vor Augen hat und nicht zu schlimm Verletzt ist. Außerdem waren es ja nur mehr 3 km. Hobbysportler sind nicht minder harte Hunde, nur halt meist nicht so schnell.

stimmt,

bin a 36 km mit gebrochener hand weitergfahren - hab ma halt dacht dass nur verstaucht is... tja... oft auch kopfsache

Auf jeden Fall.

Mir ist nix gröberes passiert, aber mehr als zwei Monate hat es schon gedauert, bis die Schürfwunden dann wirklich zu waren. Man hat ein Ziel, man will es erreichen. Wenn es irgendwie geht, dann schafft man es. Die Gefahr ist halt, dass man in einer solchen Situation nicht unbedingt in der Lage ist, wirklich einzuschätzen, ob es wirklich noch geht...

na dann werd ich sie mal befragen, nachdem sie sich mit ca 60kmh auf den asphalt gelegt haben, ich glaub nicht dass sie dann diesen schmarrn wiederholen ;)

Dann können Sie jetzt schon fragen

Es waren zwar nicht 60, sondern nur knapp 40. Dafür waren es statt 3km noch 70km auf dem Rad und 21.1 zu Fuß...

ok, bist auch ein harter hund ;)

Ohhhh jaaa! ;) :D

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