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Das Element Kohlenstoff, wie es im chemischen Periodensystem vorkommt.
Keine Ahnung, wo genau die Platte ausgebremst wurde - und es ist ja auch egal. Denn für den schnellen Boxenstopp zum Lunch taugt der aus Formel-1-Werkstoff zusammengesetzte Tisch "Team's Dinner" allemal. Drei Meter Länge misst die Karbon-Sandwichplatte - das reicht auch für größere Crews. Überfliegt man das Kaufzertifikat, so erfährt man noch mehr über ein Möbel, das im letzten Leben ein Stückchen Formel-1-Zirkus war. Die lückenlose Dokumentation, auf welcher Strecke das Material im Einsatz war, gehört zur eigenwilligen Produktphilosophie des auf Formel-1-Recycling spezialisierten Labels Sauber Racing Art dazu. Und natürlich der Stoff, aus dem Geschwindigkeit ist: nämlich superleichtes Karbon.
Es ist keineswegs der einzige Fall, bei dem ein Hersteller von - in diesem Fall - Möbel-Kleinserien die Liebe für das Rohmaterial Rennauto entdeckt. Rast man ein wenig durch das Internet, dann taucht auch Carbon-Art-Motors in der Google-Poleposition auf. Auch hier gibt's Karbonmöbel im Angebot - und sie sehen wie frisch aus dem Rennstall entlaufen aus.
Modisches Möbelmaterial
Schalten wir also lieber einen Gang zurück und steigen auf Fahrräder um. Etwa auf solche wie sie Rennradspezialist Cannondale herstellt, jene Firma, in der sich Torgny Fjelskaar und Javier Alberich erstmals über den Weg gelaufen sind: der eine Spezialist für den innovativen Einsatz von Hightechmaterialien bei Edelfahrrädern, der andere Cannondale-Kreativdirektor. Alles Qualifikationen, welche die Grundlage für das gemeinsame, in Basel beheimatete Label "Laisr Design" ergeben - und also einen weiteren Spezialisten für das modische Möbelmaterial Karbon.
Grafisch und innovativ und sehr professionell wirken die überaus leichten und stabilen Karbonfaserstühle in diesem Fall. Man spürt, dass beim Entwurf die Erfahrung aus der Fahrradrahmenherstellung mit einfließen durfte. Zumindest auf die ersten beiden Produkte, den "ch.air" sowie den mit zusätzlichen Armlehnen ausgestatteten "arm.ch.air", trifft dieser Technologietransfer zu. Denn die nachfolgende, limitierte Serie "steve", "sandro" und "walter" folgte prompt wieder der Formel-1-Leitplanke, und damit dem formalen Umfeld klassischer Rennautos.
Geld + technologische Avantgarde = Marktnische
Brechen kann man den Fluch der Seitenspoiler, der einzelne Karbonmöbelmacher verfolgt, aber durchaus. Oder zumindest aufweichen. Das britische Avantgarde-Label Established & Sons ging dabei auf Nummer sicher und verpflichtete mit Terence Woodgate und John Barnard sowohl einen Möbel- als auch einen Formel-1- Designer. Das Resultat der spannenden Kooperation konzentriert sich ganz auf die Stärken des Werkstoffs - wobei "Surface Table" mit zwei Millimeter Randstärke bei vier Meter Länge mühelos Streckenrekorde bricht. "Carbon coolness sells." Auf Rennmöbel und Mountainbikes beschränkt sich der innovative Einsatz des Raumtechnikmaterials dabei keineswegs. Längst hat die Anmutung des Hightechmaterials dem Werkstoff eine besonders exklusive Marktnische beschert. Eine, die Geld und technologische Avantgarde verbindet - und also aus allen Poren Macht verströmt.
Als Armreif schmiegt sich der "schwarze Diamant" um Damengelenke - leicht wie eine Feder, fester als Stahl und wie der altmodische Brillant aus reinstem Kohlenstoff zusammengesetzt. Die dazu passenden Uhren sind längst schon am Markt. Und klar: Auch das iPhone wird nun ins robuste Karbongehäuse (Hersteller: InnoPocket) gepackt. Apropos packen: Industriedesigner Nikola Knezevic schickt seine Kunden damit auf Geschäftsreise. Nach dem ultimativen Aktenkoffer für wirklich harte Verhandler, dem in Japan produzierten Modell GR, reicht er nun den James-Bond-Reiserucksack nach: einen Karbonbuckel namens "Shuttle Discovery Series".
Luxus Gadgets aus Karbon
Egal, ob es sich um den superflachen Voodoo-Laptop handelt oder um eines der zahllosen weiteren Karbon-Gagdets, die, ähnlich wie das zusammensteckbare Karbonsurfboard "C2", auf einer langen schwarzen Modewelle reiten - für sie alle gilt: Karbon ist der Gadget-Kokon der Stunde und dessen Verbindung aus Leichtigkeit und Härte das Mantra eines auf ambulante Zugänge abonnierten Zeitgeists. Nur so erklärt sich auch die Freude über den Karbon-Durchlaufposten eines WC-Sitzes (von Carbin Fiber Gear), über Rennwagen für Luxisten-Babys (Buggy "Neo-Carbon" von Concord) oder einen 14,5-Gramm-Kugelschreiber ("Zoom 101 Carbon Collection" von Tombow), dessen Gewichtsvorteil wohl nur echte Viel- und Schnellschreiber wirklich schätzen dürften.
Kein Wunder, dass längst auch Interieurspezialisten das Potenzial erkennen - wohl auch den damit verbundenen Prestigegehalt. Eine enorme Tiefenwirkung wird der spiegelglatten Karbonoberfläche nachgesagt, und für viele gilt der Werkstoff als "das neue Schwarz". Nicholas Spens, ein Brite, der sich über den Umweg des Yachtdesigns an das Material angenähert hat, schwärmt von der 3-D-Optik der gleichermaßen minimalistisch wie futuristisch wirkenden Fasern. An Nachfolge für Berjan Pots & Marcel Wanders "Carbon Chair" (Hersteller: Moooi), dem bereits 2004 vorgestellten Pionier des aktuellen Karbontrends, bei dem die beiden Niederländer die Stabilität des Materials mit der visuellen Leichtigkeit von Epoxidharz zu verbinden wussten, herrscht jedenfalls kein Mangel.
Marc Newson stellt das superleichte Material einfach als "Carbon Ladder" in den (Wohn-)Raum, während der Franzose Ora Ito Gorenje-Geräten im Rahmen des diesjährigen Eurocucina-Auftritts einen stylischen Karbongriff verpasst - und wenige Monate später dem französischen Messerspezialisten Forge de Laguiole das - zumindest aufs Gewicht umgerechnet - wohl teuerste Taschenmesser der Welt. (Robert Haidinger, Rondo, DER STANDARD, 6.7.2012)
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wenn schon eine abkürzung dann heissts carbon, ist aber auch ein kunststück in dem artikel kein einziges mal die echte bezeichnung zu verweden.
und gerade am anfang erweckt man den eindruck als würde man recycletes carbon der f1-autos für die möbel verwenden, dabei ist recycling von carbon verflucht problematisch und es sind einfach originalkomponenten die dann als möbelstück genutzt werden.
Das Zeug ersetzt lackiertes bzw. hochlegiertes Metall. Da so eine undifferenzierte Umweltbilanz zu ziehen grenzt an Trollerei.
Vor allem bleibt bei leichteren Verkehrsmittel schlicht und ergreifend mehr C gebunden, der sonst zu CO2 würde.
Das Material ist nicht schuld, dass der Mensch nicht richtig entsorgen kann. Kein Material ist das.
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