Männer mögen keine Ballerinas

  • Ohne über die nötige psychologische Ausbildung zu verfügen, sei Männern 
geraten, sich bei Ballerina-Attacken am besten unauffällig zu verhalten.
    foto: reuters

    Ohne über die nötige psychologische Ausbildung zu verfügen, sei Männern geraten, sich bei Ballerina-Attacken am besten unauffällig zu verhalten.

In 99 von 100 Fällen sind es Männer, die Ballerinas zum Teufel wünschen, und in 99 von 100 Fällen sind es ihre Frauen, die dann doch wieder welche tragen

Es ist heute an der Zeit, ein Thema aufzugreifen, um das wir hier lange einen Bogen gemacht haben. Es handelt sich um Ballerinas, die im Unterschied zu anderen Accessoires und Kleidungsstücken offensichtlich nie aus der Mode kommen - und das obwohl immer wieder Grabgesänge auf sie angestimmt werden.

In 99 von 100 Fällen sind es Männer, die Ballerinas zum Teufel wünschen, und in 99 von 100 Fällen sind es ihre Frauen, die dann doch wieder welche tragen. Ballerinas sind also offensichtlich weniger eine modische als eine beziehungstechnische Angelegenheit und insofern eine Frage für eine Paartherapie und nicht für eine Stilkolumne. Das macht die Sache komplizierter, als sie eh schon ist. Bei Ballerinas geht es nämlich weniger darum, wie eine Frau aussieht, sondern was sie ausstrahlt, eine Sache, bei der Männer besonders empfindlich reagieren, vor allem wenn die Botschaft wie im Falle der Ballerinas ist: Schleichts euch! 

Verletzter Stolz

Während sich Männer bei Highheels geschmeichelt fühlen, weil sie ganz selbstverständlich annehmen, dass Frauen dieses unbequeme Schuhwerk nur ihretwegen tragen, glauben sie, dass Frauen zu Ballerinas greifen, weil sie wissen, dass sie Männer partout NICHT gefallen. Das tut weh und trifft die Gockel dort, wo sie am verwundbarsten sind: in ihrem Stolz. Was aber tun?

Ohne über die nötige psychologische Ausbildung zu verfügen, sei Männern geraten, sich bei Ballerina-Attacken am besten unauffällig zu verhalten, bei einschlägigen Facebook-Gruppen ("die Männergruppe gegen Ballerinas") auszutreten und das Problem bei nächster Gelegenheit dort zu besprechen, wo es hingehört: beim Therapeuten. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 6.7.2012)

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