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Bei der Oma urlaubt die gesegnete Nachkommenschaft oftmals im Schlaraffenland.
Pro: Ewige Verschwörung
Von Karl Fluch
Wenn es heißt, Mutti sei die Beste, was bedeutet das erst für Muttis Mutter? Oma erscheint nachgerade als göttliches Wesen. Derlei illuminierten Blödsinn beiseitegelassen, ist Urlaub bei Oma schon eingedenk der Toleranz super, die Mutter nie aufgebracht hat. Oma jedoch, vom ersten Schnaufer Mutters mit deren Unzulänglichkeiten vertraut, war immer verständnisvoll.
Das führte während der Pubertät zu einer Konspiration zwischen Oma und Enkelkind. Wir reden von Dingen, die bei den ersten Versuchen zu erheblichen Kollateralschäden für das Eigenheim, das familiäre Ansehen und das Erbteil hätten führen können, hätte Oma nicht mit all ihrer Finesse und Erfahrung diskret Schadensbekämpfung betrieben.
Oma deshalb im Urlaub heimzusuchen bringt nicht nur Freude in das Leben einer alten Dame. Die gemeinsam erlebten Kriegsgeschichten zaubern ihr ein Lächeln ins Antlitz und lassen sie im Anekdotischen Lebensfreude tanken. Und Mutter? Bis heute vollkommen ahnungslos, freut sie sich über diese engen familiären Bande.
Kontra: Was zu viel ist, ist zu viel
Von Mia Eidlhuber
Mama, sagt das Kind, ich mag jetzt Tomaten. Die aus Omas Garten schmecken gaaaaanz anders! Die pflücke ich mir zum Frühstück! Das Kind, das sonst nach Weißbrot schreit, isst neuerdings auch Roggenbrot mit Schnittlauch. Die Oma kauft mir auch niiiie ein Eis, kichert das Kind. Ich brauche nur zur Tiefkühltruhe gehen. Ja, natürlich! Das gibt es gleich nach dem Tomaten-Schnittlauch-Brot-Frühstück und nach dem Plantschen im See dann noch einmal.
Mama, schreit das Kind ins Telefon, und gestern waren wir am Schafberg. Ja, ja, die Zahnradbahn, sage ich müde. Nein, nein, zu Fuß, sagt das gehfaule Kind. Das war schön! Wir haben Brombeeren gefunden, und auf der Hütte ... Wenn der Regen kommt, wird genäht, gemalt, gebastelt. Fernseher gibt es noch immer keinen.
Fürs Enkelkind wird gebeamt. Eingerollt in kuschelige Decken gibt es kleine Privatkinovorstellungen. Nachhaltige Dokus, Tierfilme oder Filmklassiker. Fehlt nur noch biologisches Popcorn. Alles gut und schön, aber so geht das auch nicht. Wo kommen wir denn da hin? (Rondo, DER STANDARD, 6.7.2012)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
Am Ende eines gemütlichen Kaffeehaustages kann sich die Übersicht leicht eintrüben - Oder: Dies wäre eine Infragestellung der Integrität des sinnierenden Stadtmönchs
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
zu dem ich wie die jungfrau zum kind gekommen bin, verbringt vom letzten schultag bis zum letzten ferientag die ferien bei den großeltern im sommerhaus an einem begehrten öst. see. unterbrechung gibts, wenn sie mit der mama auf urlaub fährt. ich habe mich davon überzeugen können, dass es das kinderparadies ist: jeden tag reiten, die menagerie ist im garten untergebracht, bis halb elf schlafen, die großeltern sind gesellige, verständige und gscheite leute. noch hat sie heuer in der nacht bei der oma im bett geschlafen. am liebsten würde sie am land leben. es sei ihr unbenommen, wenn es sie glücklich macht.
... lebt es sich ausgezeichnet: Die eigene Brut hat es schon zum eigenen Nachwuchs gebracht, auch eine Leistung. Und sie trägt sogar die Verantwortung und die Erziehung für diesen Nachwuchs selbst, tagein, tagaus: So darf man sich als Oma (Opa) auf die paar Stunden, Tage oder Wochen freuen, bei denen man die Enkelkinder bei sich austoben lassen kann: hätte man ja alles der eigenen Brut auch gerne erlaubt, aber: Elternverantwortung und tagein, tagaus.
Bis die Enkelkinder zu anstrengend werden, sind sie schon wieder abgeliefert, und man kann sich ganz ungeniert in dem Gefühl sonnen, für sie immer die liebe, lustige, verständnisvolle und großzügige Oma (Opa) zu sein. Eine späte Genugtuung fürs einstige Elternsein.
Das war die herrlichste ferienzeit. Mit dem einen grosselternpaar urlaub am bauernhof, bi den anderen grosseltern einen riiiiiieeeeesen garten mit jeglichem obst das das kinderherz begehrt: erdbeeren, himbeeren, ogrosln, zwetschken, birnen- und äpfelbäume zum klettern Usw. Reingehen? Nur zum Essen und schlafen........ Herrlich
Meine kinder sind in der glücklichen lage pensionierte grosseltern zu haben die auch viel mit ihnen unternehmen - sie Sind genauso gerne bei Oma+opa wie ich es war. Erleichtert die ferienplanung ungemein ;))
meine Grosseltern zu kennen. Beide Opas in den letzten Kriegsmonaten gefallen, eine Oma gestorben als ich 2 Jahre alt war, zweite Oma (väterlicherseits) war mit meiner Mutter zerstritten (war auch gegen die Hochzeit ihres "Buben" mit meiner Mutter), verweigerte jeglichen Kontakt.
Schade, denn ich glaube dass die Beziehung Grosseltern/Enkel eine ganz besondere ist, bzw sein kann.
Meine Omi war un-schlag-bar! Unvergessene Ferienzeiten habe ich bei ihr verbracht.
Und mein Mann bekommt jetzt noch feuchte Augen, wenn er von seinem geliebten Opa spricht, der 1981 im einundachtzigsten Lebensjahr gestorben ist. Mein Mann war damals gerade 20 und Opa war sein engster Vertrauter.
überlebt man mit Hilfe einer größeren Verwandschaft. Und überhaupt ist zur Erweiterung des kindlichen Horizonts eine große Verwandschaft nicht schlecht. Ohne meine Onkel wär`s für mich sehr unwitzig gewesen. Von den täglichen Ausflügen zu Oma`s Dorf mit dem Rad als Bub ganz abgesehen. Meine Oma war teilweise harte alte Schule - aber ich hab da eine Menge für`s Leben gelernt was Garten, Kleinviehaltung und Kochen angeht.
.. waren die Opas, so ganz undifferenziert, lieber.
Weil die haben immer gesagt "komm nachher ned plärren deswegen", wo die Omas "pass auf weil, blablablahabnichtzugehört" gemeint haben ;-)
Und überhaupt, was heisst da "Oma" - "Grosseltern" muss das heissen, weil ich hatte alle lieb - gleich. Ganz politisch gender-korrekt, schon im Kindesalter.
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