Tausende Malier fordern "Befreiung" des Nordens von den Rebellen

4. Juli 2012, 18:03
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Sitzstreik mit Beteiligung der Tuareg in der Hauptstadt Bamako

Bamako - Mit einem Sitzstreik in der Hauptstadt Bamako haben rund 2000 Malier vorwiegend aus dem Norden gegen die Machtergreifung bewaffneter Islamisten in ihrer Heimatregion protestiert. Die Einwohner des Nordens, darunter auch viele Tuareg-Nomaden, lehnten die Abspaltung des Gebiets ab, sagte der Tuareg-Abgeordnete Nock Ag Attia am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Ein Vertreter der nordmalischen Jugendbewegung forderte Waffen, um seine Heimat "befreien" zu können.

Nach einem Militärputsch in dem westafrikanischen Staat vor mehr als drei Monaten hatten die zunächst verbündeten Islamisten und Tuareg-Rebellen den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Die Allianz zwischen ihnen zerbrach jedoch, inzwischen haben radikalislamische Gruppen wie etwa Ansar Dine und der Al-Kaida-Zweig (AQMI) das Sagen in dem riesigen Gebiet. Sie wollen der Region ihre kompromisslose Form des Islamismus aufzwingen. Für weltweite Empörung sorgte in den vergangenen Tagen ihr Zerstörungsfeldzug in den Kulturstätten der Wüstenstadt Timbuktu. (APA, 4.7.2012)

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    Proteste in Bamako.

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