Leitl will den ORF in die ÖIAG eingliedern

4. Juli 2012, 17:53
11 Postings

WKÖ-Präsident: Könnte ORF "aus Fängen der Politik befreien" - Wrabetz ist wenig begeistert von der Idee

Wien - Die ÖIAG-Debatte birgt auch kreatives Potenzial für die von der Koalition gewünschte Reform des ORF. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leit (V) nämlich kann sich vorstellen, den Öffentlich-Rechtlichen in die Staatsholding einzugliedern, wie er laut Vorabmeldung der "Kleinen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) sagte. Den Stiftungsrat könnte man dann gleich auflösen, so sein Vorschlag.

"Der ORF ist ein im internationalen Wettbewerb stehendes Dienstleistungsunternehmen, das von einem eigenverantwortlichen Manager geführt werden soll, dessen Entscheidung nicht davon abhängig sein darf, welches Telefon gerade läutet", meint der Chef des ÖVP-Wirtschaftsbundes. Der Eigentümer wäre Leitls Modell zufolge in der Hauptversammlung vertreten, die einen Aufsichtsrat bestellt. Wer ihm da als Eigentümervertreter vorschwebt, präzisierte er nicht. Solcherart gelänge es aber, den ORF "aus den Fängen der Politik" zu befreien.

ORF-General Alexander Wrabetz findet dieses Szenario indes nicht verlockend: "Ich schätze die ÖIAG oder auch die OMV als großartige Unternehmen, aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist doch etwas ganz anderes", sagte er der "Kleinen". "Daher sehe ich diese Perspektive überhaupt nicht."

Unverständnis kommt auch von ORF-Zentralbetriebsratschef Gerhard Moser. Der ORF sei "nie in Kapitalfragen engagiert gewesen", vielmehr ein öffentlich-rechtliches Rundfunkunternehmen. (APA, red, derStandard.at, 4.7.2012)

Share if you care.