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Das Europäische Parlament in Straßburg hat schon viele Reden von Staatschefs zum Auftakt des sechs Monate dauernden EU-Vorsitzes ihres jeweiligen Landes gehört. Meist sind das trockene Aufzählungen von Programmen, bei denen das Bekenntnis zu Freiheit, wirtschaftlicher Stärkung, politischer Einheit zentral ist.
Manchmal gibt es großartige historische Einordnungen wie im Juli 2011, als der polnische Premier Donald Tusk mit einem historischen Abriss über die Zeit seit 1980 Begeisterung auslöste. Einen Auftritt wie den des zypriotischen Präsidenten Demetris Christofias, der auch Regierungschef des Inselstaates ist, haben die verbal an Binnenmarkt und Marktliberalismus gewöhnten EU-Abgeordneten so wohl noch nie gesehen.
Die Union müsse in der gegenwärtigen Lage die Fähigkeit zur Selbstkritik haben, "vor allem in Bezug auf die letzten zehn, zwanzig Jahre": Kernursache der Krise sei die einseitig wirtschaftsliberale Politik der EU, sagte Christo fias, "freie Wirtschaft ohne soziale Politik war ein Fehler". Die EU-Ratspräsidentschaft will daher neben dem Wachstum und der besseren Einbindung der Zivilgesellschaft vor allem die soziale Frage zur Priorität erheben.
"Ich bin erschüttert, wenn ich Bilder sehe, dass Menschen in der Union um ihre tägliche Nahrung betteln, ums tägliche Leben kämpfen müssen", trug er vor. Er wolle daher einer "Politik der Ausbeutung entgegentreten". Gemeinsam mit der EU-Kommission müsse man aber auch das Programm zur Lebensmittelverteilung stärken.
Christofias ist der einzige Kommunist im Kreis der EU-Regierungschefs. Mehrfach sprach er zur sichtlichen Überraschung vieler im Plenum davon, dass der "Mehrwert umverteilt gehört" - hin zu den Schwachen der Gesellschaft. In Zypern habe man das getan, die Pensionen und Mindestlöhne erhöht, erzählte er später vor der Presse, musste aber einräumen, dass auch sein Land heute auf Milliardenhilfen aus den Eurofonds angewiesen ist, obwohl er bisher Hilfskredite von Russland erhalten habe.
Dennoch: Europa dürfe nicht zur Geisel der Märkte werden, erklärte Christofias, die Lasten dürften nicht auf die Bürger allein abgeladen werden. "Was ist der Sinn des Lebens?", zitierte er im Plenum eine Frage von Sokrates an Platon: "Dass man ein guter Athi näer, ein guter Bewohner von Athen wird", sagte der Präsident. Man muss dafür sorgen, dass es im Staat "besser aussieht als in der Zeit, bevor man sie betreten hat". Das gelte auch für die Union. Die Abgeordneten applaudierten höflich. (Thomas Mayer aus Straßburg /DER STANDARD, 5.7.2012)
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Da hat er recht, der Mann!
Ich weiß, es klingt jetzt etwas schief, weil er Kommunist ist, aber der rücksichtslose Turbokapitalismus hat den Großen (Konzernbossen, Managern, Bankchefs, ...) Millionen zugespielt, die Gehälter der arbeitenden Bevölkerung sind im Vergleich gesunken. Dass der Mittelstand drastisch zurückgeht, ist ein Zeichen, dass bisher auch nicht alles richtig war.
Das Beste ist verantwortungsvoller Soft-Kapitalimus.
na ja, so gesunken ist die eu gar nicht.
kommunismus = zentrale planung
eu = mit grossen schritten zur absoluten zentralen planung
so gesehen, passt er da ganz gut rein.
marketingtechnisch gesehen, bezeichnet man sich selber allerdings bevorzugt als sozialdemoktratisch, christlich-bla,bla etc, etc.
das klingt besser und wirkt weniger radikal. das resultat bleibt das gleiche.
Auf seinen "persönlichen Äquator" anzuspielen, ist nicht fair! Wieviele Menschen der bildungsfernen Gesellschaft sind übergewichtig? Wenn ein Burger weniger kostet als eine Portion Gemüse, können die sich eben nicht mehr leisten!
Und dass die Mittelmeerländer nicht im Reichtum schwimmen, ist wohl alllgemein bekannt. Hohe Arbeitslosigkeit, kaum Industrie. Vor allem so ein kleines Land.
ist das erste, was mir zu Zypern einfällt. Auch die neuerdings schwankende zypriotische Bankenwirtschaft soll gewissen Kreisen sehr dienstbar sein.
Mich dünkt, da predigt einer Wasser und sauft flaschenweise Wein oder stärkeres Gesöff.
Dazu gehört schon Mut: Zypern hat unter Präsident Christofias in den letzten 4 Jahren einen wirtschaftspolitischen Bauchfleck der Sonderklasse hingelegt. Beispiele gefällig? Arbeitslosigkeit: von 4% auf 11%. Budgetdefizit: von 48% des BIP auf über 80% des BIP. Wachstum: von +3,8% auf 0%. Cyprus Airways: praktisch pleite. Zypern wird also von der EU Finanzhilfe in Höhe von ca. € 10 Mrd benötigen (bei einem BIP von € 17,8)! Zum Vergleich: das wäre so, als wenn sich Österreich von der EU € 224 Mrd ausleihen würde. Und dann erklärt Christofias vor dem europäischen Parlament, wie es Europa mit seiner Wirtschaft halten soll? Am zypriotischen Wesen soll Europa genesen? Wie gesagt, dazu gehört Mut.
in Ignoranz sein.
In Zypern Süd den Nepotismus für die Partei- und deren Familienmitglieder auch noch mit links beherrschen gehört selbstverständlich dazu.
Dann wirst auch ständig zu Freudenessen eingeladen.
Daher Bauch und Hängebackerln des dankbar Überfütterten.
js
In Zypern ist die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt von 5.3 % auf 7.2 % gestiegen. Da ist noch sehr viel Spielraum zu Ihren 11 %. Die Verschuldung Zypern lag per 31. 12 2011 bei 71 % ! nicht ueber 80!
Das BIP Oesterreich betraegt 2011 nur 301,3 Mrd Euro, diese sollten Sie im Vergleich zu Zypern mit 17.8 Mrd Euro sehen.
17.8 Mrd EUR x 71.6 % = 12.750 Mrd Euro Schulden Zypern- 301.3 Mrd EUR x 72.7 % = 220 Mrd Euro Schulden Oesterreich. Ihre 224 Mrd koennen daher nicht richtig sein !
Man sollte keine so grosse Klappe riskieren wenn man selbst am Abgrund steht !
Allein das Geld vom Festland und seit ein paar Jahren die, vor der notorischen Abzweigerei halbewegs geschützten, EU Förderungsgelder sichern, neben der massivsten Geldwäscherei (mehr verschieden Banken im Norden als im Süden) das Überleben.
Die Profite aus den vielen Spielcasinos verbleiben in den Taschen der Machthaber des kriminellen Fürstentums.
js
Daher ist es eher normal,dass der Norden nicht unbedingt grosse Wirtschaftswunder vollbringen kann!
Wenn der Süden schon die Insel an die Russenmafia verscherbelt,dann kann es ihnen wohl ja egal sein,was der Norden macht..
Im übrigen ist im Norden eine "demokratisch" gewählte Regierung im Amt.
Und kriminell sind höchstens die Machthaber im Süden,die der Welt immer noch vorgaukeln,dass sie die einzigen Machthaber auf Zypern wären!
Zypern ist ein Steuerparadies, vor allem für wohlhabende Russen. Russland und Zypern haben kein Interesse, dass sich das ändert. Daher soll Europa billig die Rekapitalisierung der Banken finanzieren und die Russen finanzieren das Haushaltsdefizit und kassieren dafür normale Zinsen.
Zypern kam in die EU
als Mitbringsel der Griechen.
Bisher gilt:
Es kostet viel.
Es bringt wenig.
Aber vielleicht kann sich das jetzt ändern
denn in einem kleinen Land
schaffen es
- möglicherweise -
noch die Idealisten
statt den Machtpolitikern
an die Spitze zu gelangen.
Es ist faszinierend, die Reaktionen auf den Vorsitzenden Christofias zu sehen bzw, zu lesen. Besonders, wie der intellektuelle Schöngeist Seinitz in der Krone schon seit Tagen seinen Lesern diese (Tat)Sache portionsweise näherbringt. bei allem Unverständnis für die Zypriotische Bankenmisere (wollten die den Kanalinseln nacheifern ?) - das Land hat es sicher nicht wirklich leicht.
Und ein "Kommentar der Anderen" ist in der derzeitigen EU sicher nicht fehl am Platz.
BTW - auch Deutschland wählt 2013 ... !!!
T.L.
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