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"Wenn ich verliere, hört ihr nichts mehr von mir", hatte Noch-Präsident Nicolas Sarkozy im Frühling einmal zu Reportern gesagt. Fehlanzeige. Er hält sich öffentlich zwar bedeckt, seitdem er den Élysée-Palast für François Hollande räumen musste, doch schweigen schützt vor Schlagzeilen nicht.
Nun fuhr in Paris, in der Rue Miromesnil Nummer 77, die Polizei vor. Dort, nur ein paar Schritte vom Élysée entfernt, hat der Ex-Präsident sein 320 Quadratmeter großes Büro, das ihm der Staat zusammen mit sieben Angestellten kostenlos zur Verfügung stellt. Der Chef war nicht da: Nachdem er sich in Marokko auf Einladung von König Mohammed VI. von den Wahlstrapazen erholt hatte, war Sarkozy am Wochenende mit seiner Familie in die kanadische Villa eines Freundes gereist.
Die Fahnder suchten im Büro und dann in der Privatwohnung der ehemaligen First Lady Carla Bruni nach Belegen für den Verdacht, Sarkozys Wahlkampf 2007 sei von der L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt illegal mitfinanziert worden. Am 17. Jänner jenes Jahres hatte die Buchhalterin der Milliardärin im Auftrag des Hausanwaltes bei einer Pariser Bank 50.000 Euro in bar abgehoben. Tags darauf traf besagter Anwalt den Schatzmeister der Sarkozy-Kampagne, Eric Woerth. Am 24. Februar erhielt Bettencourt dann Besuch von einem "Monsieur Nicolas S.", wie ihrem Kalender zu entnehmen ist.
Fünf Jahre lang genoss Sarkozy absolute Immunität. Seitdem diese Frist aber im Juni automatisch abgelaufen ist, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Zum Zeichen seines guten Willens händigte der Ex-Präsident der Justiz seine eigene Agenda des Jahres 2007 aus. Darin soll nur ein Rendezvous bei den Bettencourts im Pariser Nobel vorort Neuilly-sur-Seine eingetragen sein - was Sarkozy, ehemals Bürgermeister von Neuilly, mit seiner Funktion rechtfertigt.
Guter Wille schützt aber ebenso wenig wie Schweigen vor einer Anklage. Und die ist laut Pariser Medien nun unausweichlich.
Dann fällt Sarkozys Name auch im Fall "Karachi-Gate", bei dem es um französische U-Boote für Pakistan, ein blutiges Attentat sowie obskure Wahlkampffinanzierung geht. Ferner stehen Vorwürfe im Raum, auch der libysche Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi habe Sarkozy 2007 subventioniert.
Das ist selbst für einen Ex-Präsidenten etwas viel. Aber noch längst nicht alles. In Paris regt sich Kritik an dem Usus, dass Ex-Staatschefs auf Lebenszeit Mitglied des Verfassungsgerichtshofs werden. Valéry Giscard d'Estaing oder Jacques Chirac sitzen in dieser ehrwürdigen Institution, Sarkozy wird diese Ehre nicht eingeräumt.
Außerdem ist ein Buch mit dem Titel Der Monarch, sein Sohn, seine Hochburg erschienen. In dem Pamphlet schildert eine lokalpolitische Gegnerin, wie Sarkozy und sein Filius Jean das Departement Hauts-de-Seine von Neuilly aus unterjocht und ausgenommen hätten.
"Kesseltreiben der Linken"
Sarkozys rare, aber treue Freunde sprechen von einem "Kesseltreiben der Linken". Auch andere Franzosen fragen sich: Erfolgt jetzt die Rache für Parvenu-Gehabe und Rotzbengel-Sprüche?
Einer seiner Freunde berichtete, Sarkozy stecke die Angriffe "cool und gelassen" weg. Gemäß Le Monde habe er hingegen "geschworen, sich zu rächen". Der Politik habe er keineswegs den Rücken gekehrt; ständig rufe er seine politischen Freunde an, halte sich bei ihnen auf dem Laufenden, tue ihnen seine Meinung kund und bedeute ihnen zum Schluss stets dasselbe: "Ich habe dir nichts gesagt, gell? Du hast nicht mit mir gesprochen."
Andere Weggefährten sind allerdings auf Distanz gegangen. Sogar einige Ex-Minister kritisieren heute offen, dass Sarkozy mit Themen der rechtsextremen Front National Wahlkampf betrieben habe. Seither sei seine bürgerliche Partei UMP tief verunsichert und gespalten. Selbst in seinem Lager hoffen nicht wenige, dass sich ihr einstiges Idol wirklich aus der Politik zurückzieht, um Platz zu machen. Sie denken dabei an die nächsten Präsidentschaftswahlen 2017. Das Dumme ist: Sarkozy wahrscheinlich auch. (Stefan Brändle aus Paris /DER STANDARD, 5.7.2012)
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…er mit Kind, Frau und Kegel in der Nacht vor der Durchsuchung wiederum "zur Erholung" -und das ausgerechnet zu seinem "Mentor", dem 86-jährigen Magnaten Paul Desmarais- nach Kanada fährt.
Könnte man "Flucht" dazu sagen?
sein gutes Aussehen, seinen Humor.
Unter ihm war Frankreich über 20 Spiele lang ungeschlagen. Das ist eine Bilanz! Unter Hollande haben sie die EM total vergeigt!
Jetzt will man vom Desaster ablenken und zugleich die Neidgesellschaft bedienen, weshalb man den fürsorglichen Vater eines Kleinkindes hetzt wie ein waidwundes Tier!
So werden Leben zerstört!
leider nur in frz.
http://www.lemonde.fr/politique... 23448.html
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