Ex-Apple-Manager riet Nokia zu Android: "Elop gehört gefeuert"

Jean-Louis Gassée hatte Nokia vor zwei Jahren geraten, auf Android zu wechseln

Geht es nach dem früheren Apple-Manager und Investor Jean-Louis Gassée, kann Nokia nur mit drastischen Maßnahmen wieder zu alter Form zurückkehren. Der finnische Konzern sollte seinen CEO Stephen Elop feuern und den Aufsichtsrat durch Personen ersetzen, "die etwas von der Mobilfunkt-Industrie verstehen", sagte Gassée in einem Interview mit computing.co.uk.

Vor zwei Jahren zu Android geraten

Elop und der Aufsichtsrat würden ihre Produkte überschätzen. Die Mobilfunker hätten schon früher gewusst, dass Nokias "brennende Plattform" Symbian in einer Sackgasse sei. Gassée habe Nokia daher schon vor zwei Jahren geraten, zu Android zu wechseln, doch man habe seine Ansichten - offensichtlich - nicht geteilt.

Kein Update auf Windows Phone 8

Nokia hatte befürchtet, mit Android die Kontrolle aus der Hand zu geben, und das auch in offiziellen Statements betont. Fast eine Ironie des Schicksals ist es nun, dass die bisherigen Windows-Phone-7-Smartphones inklusive des erst seit kurzem erhältlichen Flaggschiffs Lumia 900 kein Update auf Windows Phone 8 erhalten werden. Einige Mobilfunker haben bereits entschieden, das Lumia 900 aus diesem Grund nicht anzubieten.

"Samsung macht keine Gefangenen"

Allerdings wäre es für den Konzern auch mit Android schwer geworden, gegen Samsung anzutreten. Der Hersteller der erfolgreichen Galaxy-Serie "macht keine Gefangenen. Sie putzen sich in der Früh nicht die Zähne, sie feilen sie", so Gassée. Doch mit Android und Nokias Erfahrung im Hardware-Design hätte das Unternehmen die schönsten Android-Geräte am Markt entwickeln können, ist der ehemalige Apple-Manager überzeugt.

BeOS-Gründer

Gassée war von 1981 bis 1990 bei Apple, unter anderem als CEO von Apple Frankreich und Chef der Macintosh-Entwicklung. Neben seiner Arbeit bei Apple ist er vor allem als Begründer des Betriebssystems BeOS bekannt. (red, derStandard.at, 5.7.2012)

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