Geknickter Netzverlust

4. Juli 2012, 16:56
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Wenn das Gepäck beschädigt ist, ist das ärgerlich. Mancher Ärger dient aber auch nur dem reinen Freizeitvergnügen

Koffer weg - Ärger da. Den meisten Reisenden ist es schon einmal passiert, dass anstatt der Freude über den Urlaubsstart einzig und allein der Ärger über das verlorene oder bis zur Unkenntlichkeit zermanschte Gepäck in der Ankunftshalle hämisch grinsend wartete.

Was tun? Schnurstracks zur Verlust- und Beschwerdestelle laufen und ordentlich aufdrehen. Beispielsweise wegen eines Schmetterlingsnetzes, das eine Familie sichtlich gezeichnet am Wiener Flughafen der geduldigen Dame am Schalter vorführte. Gut sichtbar war die Stange, an der das Netz befestigt war, in der Mitte geknickt. Die Empörung darüber war gewaltig, der Resonanzkörper auch und das Büro erbebte unter den Flüchen des Heimgekehrten.

Voller Verständnis ob des traumatischen Erlebnisses für den armen Buben, der gelangweilt in der Nase bohrend an der Seite seines Vaters ausharrte, lauschte die Dame geduldig den Ausführungen. Dass man ein Holzstangerl mit Polyestergewebe nicht zum eingecheckten Gepäck geben sollte, ignorierte der aufgebrachte Papa und verlangte 20 Euro Schadenersatz für sein Bambusrohr. Nach einigem Hin und Her musste der passionierte Insektensammler einsehen, dass ein Schmetterlingsnetz für rund zehn Euro Neupreis, das laut eigenen Angaben bereits ein Jahr auf der krummen Stange hat, nicht mehr als 20 Cent wert sein konnte, und trottete schließlich mit Frau und Sohn geknickt wie ein Stück Holz von dannen. (Mirjam Harmtodt, derStandard.at, 4.7.2012)

Man beachte: 2011 wurden 22 Millionen Gepäckstücke verschlampt (siehe Artikel).

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    Bei manchen Zeitgenossen kann man nur noch große Augen machen.

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