Ex-Chef von IWF und Bankia unter Betrugsverdacht

4. Juli 2012, 14:57
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Auch 32 weitere Bankia-Manager müssen sich vor Gericht verantworten

Madrid - Wegen der Krise um die spanische Großbank Bankia hat die Madrider Justiz Ermittlungen gegen den früheren Generaldirektor des Weltwährungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, eingeleitet. Rato war früher Präsident der landesweit größten - und mittlerweile mit Staatsmilliarden aufgefangenen - Sparkasse in Spanien.

Der Nationale Gerichtshof ließ am Mittwoch Klagegesuche gegen Rato und 32 weitere Ex-Mitglieder des Verwaltungsrats von Bankia zu. Die marode Großbank benötigt zu ihrer Sanierung vom Staat eine Kapitalzufuhr von 23,5 Milliarden Euro. Rato hatte von Jänner 2010 bis Mai 2012 als Präsident an der Spitze des Geldhauses gestanden.

Schadenersatzansprüche

Aktionäre, die einen Großteil ihres investierten Geldes nach dem Börsengang des Instituts verloren haben, hatten zuvor Schadenersatzansprüche erhoben. Bankia war im Mai in Staatsbesitz übergegangen und Ex-IWF-Chef Rato trat als Vorsitzender des Verwaltungsrats zurück. Er hatte die Bank zuvor an die Börse gebracht.

Der Sparkassen-Konzern geriet wegen des Zusammenbruchs des spanischen Immobilienmarktes und der Verschärfung der Schuldenkrise in Schieflage und musste vom Staat gerettet werden. Die Vorwürfe gegen die 33 früheren und amtierenden Bankmanager lauten unter anderem auf Betrug und Bilanzmanipulation.

Vorige Woche war es rund um die Hauptversammlung von Bankia zu Protesten wütender Kleinaktionäre gekommen. Ein Gutachten - erstellt unter anderen von HSBC im Auftrag der staatlichen spanischen Bankenaufsicht - errechnete für Bankia aktuell einen negativen Wert von fast 14 Milliarden Euro. (APA, 4.7.2012)

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    Die Vorwürfe gegen Rodrigo Rato (Bild) und weitere frühere und amtierende Bankmanager lauten unter anderem auf Betrug und Bilanzmanipulation.

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