Schaller neu im Aufsichtsrat bei voestalpine

4. Juli 2012, 15:10
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RLB-OÖ-Chef Heinrich Schaller tritt die Nachfolge von Generaldirektor Ludwig Scharinger an

Wien/Linz - Die börsenotierte voestalpine hat heute, Mittwoch, im Zuge ihrer Hauptversammlung in Linz eine Neubesetzung im Aufsichtsrat bekanntgegeben. Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) tritt auch in dem Stahlkonzern die Nachfolge von Ex-RLB-OÖ-Chef Ludwig Scharinger an. Er wurde bis zur ordentlichen Hauptversammlung 2014 in das Gremium gewählt.

Auf der 20. ordentlichen Hauptversammlung wurde zudem - trotz niedrigeren Gewinns - eine unveränderte Dividende von 80 Cent je dividendenberechtigter Aktie für das Geschäftsjahr 2011/12 abgesegnet. Die Ausschüttungsquote erhöhte sich dadurch im Jahresabstand deutlich von 26,3 auf 40,5 Prozent. Ausgehend vom durchschnittlichen Börsenkurs der Voest-Aktie von 27,78 Euro im abgelaufenen Fiskaljahr ergibt sich den Unternehmensangaben zufolge eine Dividendenrendite von 2,9 Prozent (Jahr davor: 2,8 Prozent). Die Dividende wird am 16. Juli ausgezahlt.

voestalpine-Chef Wolfgang Eder sprach von einer "kontinuierlichen Dividendenpolitik" und einem "bewussten Zeichen der Stabilität" auch gegenüber den Aktionären. Seit dem Börsengang 1995 habe der Stahlriese bereits mehr als 1,7 Mrd. Euro an die Eigentümer ausgeschüttet.

Die größten Einzelaktionäre des Stahl- und Technologiekonzerns sind die RLB OÖ Invest GmbH & Co OG mit über 15 Prozent der Unternehmensanteile, die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung (12,9 Prozent) sowie die Oberbank AG (7,9 Prozent).

Mittelfristig wieder größere Zukäufe

Die voestalpine kann sich mittelfristig wieder größere Zukäufe vorstellen. Voraussetzung sei, dass die nach der Übernahme des Edelstahlkonzerns Böhler-Uddeholm 2007/2008 in die Höhe geschnellte Verschuldung noch deutlich gesenkt werde, sagte Konzernchef Wolfgang Eder in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung". "Wenn wir bei einem Gearing (Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital) von 40 Prozent angelangt sind, hätten wir wieder ausreichend Reserven - für größere Investitionen oder auch für Akquisitionen", sagte Eder. "Wir wollen mittelfristig auch wieder größere Akquisitionen stemmen können." In diesem Jahr werde der Verschuldungsgrad wohl unter die 50-Prozent-Marke sinken, so der Konzernchef.

In seinem klassischen Stahlgeschäft, das rund ein Drittel der Erlöse ausmacht, wolle die voestalpine "nicht mehr in zusätzliche Kapazitäten investieren", sagte Eder. "Hier geht es uns künftig vor allem um Technologie und Qualitätsverbesserung im vorhandenen Geschäft." Investieren und möglicherweise auch zukaufen wolle der Konzern in den übrigen Geschäftsbereichen, in denen die Voest Stahl zu Produkten unter anderem für die Auto-, Maschinenbau- und Bauindustrie weiterverarbeitet. "Wir werden vor allem in den klassischen Wachstumsmärkten der Schwellenländer expandieren - in Südostasien einschließlich China, in Südamerika, vor allem Brasilien, und in einzelnen Nischenbereichen durchaus auch in den USA", sagte Eder. Der Umsatzanteil außerhalb Europas solle in den nächsten fünf Jahren von derzeit knapp 30 auf etwa 40 Prozent steigen. (APA, 4.7.2012)

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