Williams sagt Ja zu den Brooklyn Nets

Neuer Fünfjahresvertrag für den begehrten Point-Guard - Dallas geht leer aus und ist wohl am Ende - Dwight Howard will weg aus Orlando - Ein Blick auf den Free-Agent Markt

New York - NBA-Star Deron Williams hat den Dallas Mavericks einen Korb gegeben und bleibt bei den Brooklyn Nets. Der Olympiasieger unterschrieb einen Fünf-Jahres-Vertrag über 98 Millionen Dollar. Dabei war der Aufbauspieler am Montag noch zu Vertragsverhandlungen mit den Mavericks in seine Heimatstadt Dallas gekommen. Beim NBA-Champion von 2011 hätte er Nachfolger von Jason Kidd werden sollen.

Die Mavericks hatten extra vor der vergangenen Saison wichtige Spieler der Meistermannschaft wie Tyson Chandler oder JJ Barea ziehen lassen, um finanziellen Spielraum für die Verpflichtung von Williams zu haben. "Ich habe heute eine sehr harte Entscheidung getroffen", verlautbarte der 28-Jährige über Twitter. Williams' Team, das nach dem Umzug ins Barclays Center in Brooklyn künftig als Brooklyn Nets antreten wird, will die Nummer eins werden in New York. Was gut möglich ist, sollten die Knicks und ihre Starspieler weiter hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Ein weiterer Schlag für Dallas ist auch der voraussichtliche Abgang von Jason Terry. Der Vertrag von "The Jet" endet am 30. Juni, die Boston Celtics sollen sich mit dem Routinier schon auf einen Drei-Jahres-Vertrag geeinigt haben. Die Nets werden jedenfalls im Osten ein Wörtchen mitzureden haben in den Playoffs, aber ein Championship-Contender sind sie natürlich nicht, vor allem ohne einen Spieler, der eigentlich gerne in New York landen würde: Dwight Howard. Die größte Macht unter den Körben der Liga bekommt nächste Saison 19,5 Mio. Dollar Gehalt, die Nets werden es wohl nicht zahlen können nachdem sie mit ihren weiteren Schlüsselspielern Williams, Johnson, Wallace und Teletovic bereits fast ihr gesamtes Salary (Hard) Cap abdecken (70 von 74 Mio.). Kaniddat Nummer eins für einen Deal mit Howard wären die Atlanta Hawks. Howard stammt aus der Gegend, will aber dort nicht spielen.

Ein alleingelassener Dirk Nowitzki

Für Dallas ist das alles blamabel, Dirk Nowitzki verliert um sich herum jegliche Firepower in der Offensive, eine Alternative wäre noch die Verpflichtung von Steve Nash. Der 38-Jährige ist noch immer ein formidabler Scorer und Passgeber, aber trotzdem längst über seinen Zenit hinaus. Außerdem sind die Toronto Raptors sehr darum bemüht, Kanadas besten Basketballer aller Zeiten in seine Heimat zurückzubringen. Die L.A. Lakers zeigen ebenfalls Interesse. Indes haben die Phoenix Suns Shooting Guard Eric Gordon einen Vierjahresvertrag zum Maximumgehalt von 58 Mio. Dollar vorgelegt. Die Suns können aber erst am 11. Juli ihr formelles Offer Sheet unterbreiten, die New Orleans Hornets haben dann drei Tage Zeit, um das Angebot abzugleichen. Gordon will eigentlich weg aus New Orleans, soll aber der Eckpfeiler im "Big Easy" neben dem letzte Woche an Nummer eins selektierten Anthony Davis sein.

Viele junge und uneingeschränkte Free-Agents mit hoher Qualität gibt es diesen Summer nicht am Markt, klingende Namen finden sich eher bei den Routiniers. Mit Kevin Garnett bleibt zwar ein Veteran im Altersheim der Boston Celtics, mit Tim Duncan und Ray Allen sind aber noch immer zwei alternde Stars zu haben. Vereine, die eher in die Zukunft investieren wollen, könnten ein Auge auf Ersan Ilyasova werfen. Der 24-Jährige Türke kam auf 13 Punkte und fast neun Rebounds im Schnitt für die Milwaukee Bucks. Außerdem traf er über 45 Prozent seiner Würfe von Downtown. Lou Williams war heuer Philadelphias Top-Scorer von der Bank und ist ebenso eine heiße Aktie wie der Slowene Goran Dragic.

Bei der geballten Star-Power der Brooklyn Nets könnte ebenfalls noch ein Guter übrig bleiben: Kris Humphries. Der Power Foward ist nicht nur für seine Blitzehe mit Kim Kardashian bekannt, sondern auch für seine Rebound-Qualitäten. Ein Double-Double als Saisonschnitt ist auch nicht übel. Die "unrestricted free-agents" Hibbert (Pacers), Lopez (Nets), Batum (Blazers), Anderson (Magic), etc. werden ziemlich sicher bei ihren Vereinen bleiben. Zu viel darf man sich vom Transfergeschäft diesen Sommer wohl nicht erwarten. (Florian Vetter, derStandard.at, 4.7.2012)

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