Im Test: BMW 320d Efficient Dynamics Edition

Der 3er ist wieder ein bisschen gewachsen, aber noch nicht in die Jahre gekommen. BMW demonstriert, wie man Sprit spart und dabei lustig bleibt

Es ist schon verblüffend. Mit manchen Autos kommt man hin. Mit manchen Autos kommt man nicht einmal hin. Und mit manchen Autos, das sind nur sehr wenige, kommt man hin und zurück. Die Rede ist von einer Distanz von etwa 500 Kilometern, das ist der Weg von Wien nach Triest mit einem kleinen Umweg.

Mit dem BMW 320d Efficient Dynamics Edition, das ist, zugegeben, ein sehr sperriger Name, könnte man also von Wien nach Triest fahren, dort essen gehen, dann im Hinterland ein Hotel suchen und am nächsten Tag wieder zurückfahren - ohne zu tanken. Ehrlich. Wir haben das ausprobiert. Lecker, der Fisch.

Am Papier ist ein Durchschnittswert von 4,1 Litern angeben, wir kamen auf 5,1 Liter, das ist schon ausgezeichnet. Wir haben den Vergleich. Jenen mit den Hybridkonzepten, jenen mit der Konkurrenz. Blue Motion, Econetic, die Bemühungen von VW, Ford, Mercedes oder Opel, da kommt Volvo mit viel Erfahrung und Aufwand schon am ehesten an das aktuelle Ergebnis von BMW heran. 5,1 Liter, und da waren wir nicht einmal sonderlich aufmerksam, wir sind sorglos losgebraust, ein bisschen vorausschauend, natürlich, wie es unsere Art ist, nicht rasen, aber auch nicht schleichen.

Das Sparen steht also nicht einmal im Vordergrund. Und auch nicht in den Leistungsdaten: immerhin 163 PS. Zwei Liter Hubraum. Diesel mit Abgasturbolader.

Der 3er an sich: ein kleine Limousine, in sechster Generation wieder ein bisschen gewachsen. Der Wagen liegt flach auf der Straße, die Spur ist breiter geworden, die Kontur bleibt dynamisch, das ist das Markenzeichen von BMW. Früher sprach das vor allem die Starken und die Halbstarken an, die Jugendlichen, die auch ein bissl was raushängen lassen wollten. Heute ist der 3er quasi ein Erwachsener, ein kultivierter Herr, nicht alt, aber arriviert.

Und zweifellos vernünftig. Die automatische Start-Stopp-Funktion, die den Motor an der Ampel abschaltet, ist jetzt für alle Motor-Getriebe-Versionen serienmäßig.

Prinzipiell hilft uns beim Sparen: der Hausverstand. Man muss ja nicht fahren wie ein Trottel. Der ECO-PRO-Modus erhöht zwar nicht unbedingt den Fahrspaß, dafür aber die Reichweite: Im Sparmodus ist der Durchzug nicht ganz so kräftig, der Verbrauch aber deutlich geringer. Und wenn einmal die Gelegenheit gekommen ist, dann rein mit dem Sport-Modus, dann wird Gas gegeben, Spaß gehabt, die Kurve gewissenhaft ausgekratzt.

Die Schaltpunktanzeige soll helfen, im richtigen Augenblick den richtigen Gang einzulegen, sechs stehen zur Verfügung, und im Prinzip weiß man ohnedies, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Die Schaltpunktanzeige erzieht einen vielleicht noch mehr dazu, schon früher zu schalten und auf eine niedrigere Drehzahl zu setzen. Tatsächlich kann man den Diesel-BMW sehr niedrigtourig fahren, ohne dass er ruckelt. 70 km/h mit 1000 Touren Umdrehung in der Sechsten, das ist smooth. Wem das dann doch langweilig wird, der schaltet zurück und in den Sport-Modus, dann gibts auch den Fahrspaß.

Konsequent ist auch die Preisgestaltung: Der 320d mit der effizienten Dynamik kostet 36.750 Euro, 450 € weniger als der normale 320d, der dafür 184 PS hat, also mehr. Wer weniger verbrauchen will, zahlt auch weniger. (Michael Völker, AutoMobil, DER STANDARD, 29.6.2012)


Zweite Meinung

Was wir hier haben: 163 Diesel-PS. Sechs Gänge zum händisch Sortieren. Flottes Aussehen, weil neuer 3er, eine Lenkung, die an Direktheit und Präzision kaum zu toppen ist - und dann das: Da fährt man extra ambitioniert, um des Herstellers testfahrzeugimmanentes Versprechen - Efficient Dynamics Edition - Lügen zu strafen, und kommt dennoch kaum über fünf Liter auf 100 km hinaus. Ganz ehrlich? Sensationelle Leistung. In Sachen Sorgfalt mit der kostbaren Ressource Sprit macht BMW keiner was vor. Außerdem: Der Motor wurde in Österreich ersonnen und gebaut. (stock)

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316d 7/2010

aktuell gefahren , Tempomat 145 incl Klima laut Bordcomputer 5,2 Liter. bei dem Komfort eine Sensation , mein Fiesta S TDCI lag da bei knapp 7 Liter

Echter Durchschnittsverbrauch 5,5 / 100 km

318d, 8 Gang Automatik

mal so nebenbei

weils mir grad einfällt, da der tacho besonders bei "normalen" autos oft 10% vorläuft (oft als reserve bez. reifendimension), wird das vermutlich auch der kilometerzähler und damit auch der tageskilometerzähler tun (und vermutlich ebenso der BC), damit sind unter umständen sämtliche realen verbrauchwerte auf spritmonitor etc. daneben?

wenn ich volltanke den tank leer fahre und dann nachschau am tripstopper oder am kilometerstand dann kann ich mir das ja selber ausrechnen!

und warum genau sollte ein kilometerzähler vorlaufen?
was hätte das denn für nen sinn?
sie stellen mich vor ein rätsel.

ich bin naiv davon ausgegangen dass kilometerzähler und tacho als eine einheit zuviel anzeigen (da von eine quelle gefüttert, wie einem geber am differential o.ä.). ich bin mir dessen jedoch nicht sicher; ein anderer poster hier erzählt etwas anderes. eigentlich wollte ich das auch beim spritsparartikel posten, weiß nicht warum das hier gelandet ist :)

bei meinem BMW weicht der Tacho weit mehr ab als der Kilometerzähler (ca. 4% gegenüber 0,5% = 500m auf 100km mit neuen Reifen) trotzdem zeigt der BC etwa um 6-8% weniger Verbrauch an, kann man aber einstellen lassen.

Mir gefallt ein Dreier auch - das hat jetzt aber nicht zwingend etwas mit BMW zu tun.

Ist eh eine gute Matura-Note.

bitte diese Vorlage verwenden:

"Das soll verbrauchsgünstig sein? Mein ........ aus dem Jahre 19.. verbraucht .,. Liter weniger!"

Eh.

Mein Moperl aus 71 hat 4liter gebraucht. Auf 80 km. Gemisch.

mein R5 (34ps) aus dem jahre 1978 hat locker 7 liter verbraucht...

Die Gang?

"...den richtigen Gang einzulegen, sechs stehen zur Verfügung, [...] 70 km/h mit 1000 Touren Umdrehung in der Sechsten, "
Und ich dachte immer, der Gang wäre männlich. :-)

Isso

Ja, "der Gang" ist maennlich.
"Die Erste", "die Zweite" usw sind dann halt weiblich. Isso.

....in der sechsten fahrstufe...? ;-)

Etwas über 5 Liter im Praxistest sind also ein hervorragender Wert, mein Laguna BJ. 98 hatte den gleichen Verbrauch. Der wurde vor 14 Jahren gebaut, das nenn ich Fortschritt, wir lassen den Verbrauch gleich dfür pcken wir 20-50 PS mehr drauf und schon ist der Verbrauch hervorragend niedrig. *kopfschüttel*

euro 2 oder 3?

logo, leerlauf bergab.

Die Laguna II Diesel lassen sich locker unter 6l fahren...

Ich hab immer noch einen, und bei dem stehen aktuell 5,5l/100km am Computer (das passt auch sehr genau zu dem was die Zapfsäule und der km-Stand sagen). Das sind Werte aus dem Alltagsbetrieb wobei es ziemlich wurst ist, ob ich das Fahrzeug in der Stadt bewege oder auf der Autobahn. Reichweite beträgt regelmäßig über 1100km - Wien-Triest und retour wäre also kein Problem.

Wenn es wirklich unbedingt sein muss gehen auch die 5,1l, aber nur bei günstigen Temperaturen ohne Klimaanlage - oder halt in besonders ruhiger Gangart.

Die Qualität dieses Modell ist allerdings ganz zurecht berüchtigt, und die Motorisierung macht das Fahren so interessant wie Schneckenreiten im Novembernebel - aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. :)

welche leistung hat den dieser laguna 2 genau?

der bmw lässt sich aber sicher nicht unter 6 liter fahren. zumindest nicht, wenn man nicht auch wie eine schnecke dahinreitet ;)

Der 320d Efficient Dynamics lässt sich bis knapp 150km/h Tacho unter 6l fahren - nur bremsen darf man dann halt nicht müssen...

...klar, "sportlich" geht natürlich nix, aber wer so fährt, der weiß hoffentlich auch warum sein Verbrauch entsprechend ist.

Wenn jemand einen 320d Efficient Dynamics mit über 6l bewegt und nicht weiß wie es anders ginge, sollte man ernsthaft drüber nachdenken, ob eine solche Person wirklich den Führerschein besitzen muss. :)

Abgesehen davon wird sich für diese Version entweder ein Vielfahrer interessieren, oder jemand der seinem Alltagsfahrspaß gern ein grünes Mäntelchen umhängen möchte. Jemand der einen 3er wirklich sportlich bewegen will, wird sich wohl für eine andere Variante entscheiden.

Es nutzt nix, das ist ein Faeryl-Dogma, dass man BMWs nicht sparsam fahren könne, da können sie noch so sehr dagegen argumentieren, er wird's net glauben.

Obwohl

ich jetzt aber anmerken möchte dass ich, wenn ich beim Auto sparen möchte, bestimmt nicht einen BMW Händler aufsuche...

Da kauf ich was billiges und investier die Differenz in Treibstoff.

Weiters scheint mir dass viele Leute BMW als extrem unsympathische Marke empfinden.

Ich muss zugeben dass mir das auch so vorgekommen ist, bevor ich meinen ersten BMW gekauft habe.

Ab dann wars mir egal ob die anderen Bimmer nur von Ungustln gefahren werden.

:)

"unsympathische Marke"

Aber das hat auch Vorteile, die notorischen Linksfahrer hupfen signifikant schneller auf die rechte Spur zurück als bei anderen Marken, da braucht man sich weder schnell noch besonders knapp annähern.

Und - unbezahlbar - wenn nebenan an der Ampel ein Seat Ipisser steht, der Fahrer das Lenkrad umkrallt hält, den Kopf wie der Strasser nach vorn gereckt, und der Fahrer dann bei grün unter Aufbietung aller Motorleistung versucht, Erster zu sein.

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