Konzept für Alkoholambulanz in Tirol

3. Juli 2012, 19:34
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Tiroler Suchtkonzept sieht landesweite Maßnahmen vor

Innsbruck - Es gehe nicht mehr nur um Suchtverhalten, sondern auch um problematisches Konsumverhalten. Dementsprechend breit werde das neue Suchtkonzept aufgestellt, erklärten die zuständigen Landesräte Bernhard Tilg (VP) und Gerhard Reiheis (SP) am Dienstag. Neben Heroin-, Alkohol- oder Nikotinsucht finden sich auch Zahlen zu Spielsucht oder Essstörungen in Forschungsberichten des Gesundheitsministeriums.

So gelten etwa fünf Prozent der Bevölkerung, also 29.000 Tiroler, als chronisch alkoholkrank. Bis zu 227.000 Tiroler rauchen täglich, ein Drittel der Frauen greift zur Zigarette. Wenig Zahlen gibt es zur Spielsucht, das Spielverhalten von 4000 Tirolern wird jedoch als pathologisch bezeichnet. Ebenfalls nur wenige Daten gibt es zum Bereich Essstörungen. Ein Prozent der Bevölkerung gilt aber laut Forschungsbericht als magersuchtgefährdet.

Mehrere Maßnahmenpakete

Das neue Suchtkonzept umfasst mehrere Maßnahmenpakete. So werde eine Alkoholambulanz im Großraum Innsbruck eingerichtet. Auch die stationären Behandlungsangebote für Alkoholkranke solle durch spezialisierte Akutstationen in den Krankenhäusern verbessert werden. Für Drogenabhängige müsse landesweit der Zugang zu Spritzenautomaten möglich sein. Das Angebot im Rahmen der Substitutionsbehandlung werde optimiert, Therapien außerhalb von Innsbruck sollten möglich werden. Eine Drogenberatung werde es künftig in allen Bezirken geben, sagten die Landesräte.

Auch aus der Haft entlassene Drogenkranke sollten nach einer stationären Versorgung ambulant weiterbehandelt werden können. Verbesserungen werde es auch im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie geben. Das neue Konzept wird diese Woche im Landtag beschlossen. (ver, DER STANDARD, 4.7.2012)

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