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Dicke Luft zwischen ÖBB-Güterverkehr und der Lambacher Spedition Gartner KG.
Wien - Der Friede zwischen der ÖBB-Gütersparte Rail Cargo Austria (RCA) und der Gartner KG in Lambach in Oberösterreich währte nicht ein Jahr. Vorige Woche zog die Staatsbahn im Streit um Überladungen von ÖBB-Zügen überraschend die Notbremse und stoppte die Zusammenarbeit am Donnerstagabend fristlos - nachdem um 18 Uhr der letzte Zug nach Griechenland angenommen worden war.
Außerdem zog RCA die von Gartner gemäß Rahmenvertrag bis 2014 bereitgestellte Bankgarantie der Oberbank und legte die Zusammenarbeit mit ihrem Großspediteur auf Eis. Alle vor Vertragsauflösung übernommen Züge seien an ihren Endbestimmungsort gebracht worden, versichert und rechtfertigt die ÖBB die "sofortige Vertragsauflösung aus wichtigem Grunde". Der Schaden sei massiver, als bisher bekannt.
Hintergrund der Notbremsung: Das Landeskriminalamt Linz errechnete 2,098 Millionen Euro Schaden aus Frachtmanipulationen. Wären Züge nicht überladen und Transportpapiere nicht gefälscht worden, hätte Gartner zusätzlich 78 Züge bei der ÖBB bestellen müssen und sich keinen unzulässigen Gewinn verschaffen können, schreibt die Kripo im Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft Wels, der dem Standard vorliegt. Ob Anklage erhoben wird, steht noch nicht fest.
Gewerbsmäßiger Betrug
Zur Erinnerung: Wie Der Standard berichtete, ermitteln Staatsanwaltschaft Wels und Kripo wegen Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs gegen fünf Beschäftigte beziehungsweise Ex-Mitarbeiter der Lambacher Spedition, darunter Firmenchef und -Eigentümer Richard Gartner. Sie sollen Frachtbriefe und Gewichtsangaben gezielt manipuliert haben. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe, für alle gilt die Unschuldsvermutung.
Bei Gartner kann man weder Schadenssumme noch Vorgangsweise der RCA nachvollziehen. Die Schadenssumme sei falsch, weil "viel zu hoch", die fristlose Vertragsauflösung widerrechtlich erfolgt. Im Übrigen habe man sich mit der RCA-Führung 2011 mit einem Rahmenvertrag verglichen, was RCA allerdings bestreitet. "Wir werden sehen, ob das ein Vergleich ist oder nicht", sagte Richard Gartner auf Anfrage. Die Kunden beruhigt der Spediteur, für alle Transporte gebe es Schienenersatzverkehr. Künftig fahre man mit Privatbahnen statt RCA.
Auffällig an der vom LKA errechneten Schadenssumme: Zwei Mio. Euro sind deutlich mehr als von ÖBB/RCA bisher zugegeben, aber weniger als von RCA-Mitarbeitern auf Basis von Wagonverwiegungen hochgerechnet. Noch im April nannte die ÖBB 1,5 Mio. Euro Schaden "definitiv falsch".
Verzicht auf Strafanzeige
Den Verzicht auf Strafanzeige gegen den Geschäftspartner - in der RCA wusste man seit Frühjahr 2010 von Überladungen - begründete die Bahn mit dem neuen Rahmenvertrag bis 2014, mit dem die Geschäftsbeziehung zu Gartner per Oktober 2011 neu aufgestellt worden sei. Den Stein ins Rollen gebracht hatte mit einer Anzeige gegen Gartner KG im Mai 2011, wie berichtet, der US-Waschmittelhersteller Procter&Gamble. RCA schloss sich dem Verfahren als Privatbeteiligte an, um alle Ansprüche zu wahren.
RCA-intern ist die Sache übrigens noch nicht ausgestanden, die Interne Revision prüfe die Causa - und vier Manager, die bei RCA und ihren für Intermodaltransporte zuständigen Töchtern Intercontainer Austria und Express-Interfracht zuständig sind oder waren. Heute, Mittwoch, wird im RCA-Aufsichtsrat ein Zwischenbericht des Vorstands erwartet.
Apropos RCA-Vorstand: Der dürfte typisch österreichisch besetzt und - vorübergehend - aufgestockt werden. Neben dem 2011 installierten Ex-Verbund-Mann Eric Regter und Finanzer Andreas Fuchs sollen McKinsey-Berater Georg Kasperkovitz und Arnold Schiefer (derzeit Ungarn-Chef) Platz nehmen. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 4.7.2012)
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Sie sollten sich schämen, Eine ganze Branche als Abschaum zu bezeichnen. Warum nicht dann gleich auch Ärzte, die die Krankenkasse wissentlich bestehlen, Autohändler, die Ihre Kunden belügen, Versicherungsmakler, die wissentlich falsche Polizzen verkaufen, Politiker, die wissentlich die Bürger betrügen, etc. Wenn sie sich getrauen würden öffentlich zu machen, in welcher Branche Sie selbst tätig sind, lasse ich Ihnen gerne Verfehlungen und Betrügereien von Branchen-, Arbeitskollegen zukommen, welche in der Vergangenheit aufgedeckt wurden. Ich hoffe, dass Sie diese Antwort lesen und Sie diese etwas zum Nachdenken gebracht hat.
Das Thema gehört jetzt in den Standard.
Damit alle Kampfoster zum Vorschein kommen.
Ich fang gleich mal an:
Ja so eine Sauerrei eine Lohnerhöhung für die ÖBBler,ja gibts denn sowas und weniger arbeiten................ und so weiter und sofort!
Also raus aus der Deckung und Feuer frei;-)
Wenn ein LKW überladen ist, dann:
- kommt der keine 100km, ohne Strafe zu zahlen
- beschwert sich keiner der Konkurrenten, dass sie eine Fuhr verloren haben.
Das Problem ist nicht, dass hier vielleicht Betrug vorliegt, sondern dass die ÖBB-Infrastruktur eine extrem gefähliche und volkswirtschaftlich schädliche Praxis einfach geduldet hat, ohne dem sofort einen Riegel vorzuschieben.
Zum Vorstand:
Man kann sich über die Vorstandssache auch aufregen, aber bei einem Unternehmen, dass trotz passenden Marktumfeld (LTE (eine PORR-Tochter) und so zeigen das), absolut miese Zahlen schreibt, mehr Leute draufzusetzen, damit das wieder ins Lot kommt, ist eine mögliche Strategie.
Die ÖBB ist nicht gerade ein Vorbild bei Arbeitszeiten. Schon mal gefragt, wie lange ein Lokführer Dienst hat, und wann er erfährt, wann er fährt.
Sicherheit:
Ein LKW, der nicht den Prüfzug schafft, bleibt einfach stehen! Und schon mal die Sicherheitsanlagen auf Nebenstrecken durchgesehen?
Und zu den Überladungen:
Also was mein Brüderchen erzählt: Jeder LKW-Fahrer weigert sich mit einem überladenen LKW auf die Strasse zu fahren! Warum? Wenn er erwischt wird, dann kann er sich einen neuen Job suchen, weil er seinen Schein verliert.
Und wieoft wird man kontrolliert? Ein Freund (ProfiLKW-Fernfahrer): Durchschnittlich einmal pro Woche, das volle Programm: Arbeitszeit, Sicherheit, + Überladung.
bla bla
es fahren sehr viele ueberladene LKWs auf Oesterreichs Strassen. Es werden diverse Vorschriften nicht eingehalten. Warum glauben sie werden sie wenn sie mit ihrem PKW 90km/h fahren von LKWs ueberholt. Ein Berufsfahrer (Stattelschlepper 40t) hat mir gesagt dass er schon fast 3 Jahre nicht mehr kontrolliert worden ist. Wissen sie wie oft das Nacht und Wochenendfahrverbot nicht eingehalten wird?
Die Bahn ist ein sehr sicheres Transportmittel. Der Strassentransit stellt fuer uns alle eine Gefahr dar.
Und er hat einen Dienstplan, der ein ganzes Jahr gültig ist.........aber plus Extradienste (=Überstunden). Trotzdem muß er die Ruhezeiten einhalten, der Dienstplan wird auch so erstellt.
Zur Überladung: außerdem - was nirgendwo erwähnt wurde - ist diese eine Gefahr. Geschwindigkeit, Steigung, Gewicht: daraus wird eine Bremsberechnung erstellt, die dann die Bremsweglänge angibt.....und die Konsequenzen daraus. Stimmt das Gewicht z.B. nicht, hat der Lokführer (genauer: Triebfahrzeugführer) beim rechtzeitigen Stehenbleiben dann seine Probleme.
Weil nicht die Anzahl der Zuge, den CO2 Ausstoss verändert, sondern die Last. Und die war gleich auch ohne den 78 Zügen; die Last ist eben auf die anderen gefahren Zügen aufgeteilt worden und diese brauchten dann mehr Strom.....
Korrekt, obwohl 100% Unrecht hat der Pller nicht. Denn das Eigengewicht der Wagen, als auch die Tfz der 78 "eingesparten" Züge mussten nicht fahren. Das Problem mit überladenen Zügen ist die Sicherheit. Wenn das Gewicht von den Angaben abweicht sind die Bremskräfte verändert, die Belastung der Schienen höher und an bestimmten Stellen, wo z.B. Züge mit hohem Gewicht langsam fahren müssen (bestimmte Brücken z.B.) können statische Schäden oder Schienenbrüche entstehen.
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