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Jacques Chirac scheiterte mit Plan zu bilateralem Freundschaftsvertrag.
Diskretes, bisweilen betretenes Schweigen: In französischen Medien muss man Meldungen zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Algeriens schon mit der Lupe suchen. So war es auch schon im März gewesen, als sich der Waffenstillstand von Évian zwischen der ehemaligen Kolonialmacht und der algerischen Befreiungsbewegung FLN zum 50. Mal jährte. Wohlgemerkt: Es war ein Waffenstillstand gewesen, kein Friedensschluss.
Frankreich plante im März keine einzige offizielle Gedenkfeier zum Ende eines der blutigsten Kriege des 20. Jahrhunderts mit 400.000 Opfern auf algerischer und 35.000 auf französischer Seite. Ein "franko-algerischer Freundschaftsverein", in dem viele in Südfrankreich lebende Immigranten mitmachen, wollte in Nîmes ein grenzübergreifendes Kolloquium zum Anlass abhalten. Die nach dem Krieg in ihr Land zurückgekehrten Franzosen, die "Pieds-noirs", lehnten aber nicht nur ab, sondern protestierten lauthals gegen die Abhaltung der Veranstaltung. Die Narben sind noch nicht verheilt. Obwohl sich Frankreich und Algerien eigentlich sehr nahe geblieben sind: Paris hat noch große Wirtschaftsinteressen in der einstigen Kolonie, namentlich in den Bereichen Öl und Gas; umgekehrt leben Hunderttausende von algerienstämmigen Einwanderern in den Vorstädten von Paris, Marseille oder Lyon.
Und doch herrscht zwischen den beiden Ländern nicht wirklich Friede. Der französische Ex-Präsident Jacques Chirac, der eine gewisse Affinität zum arabischen Raum verspürte, wollte vor einem Jahrzehnt schon einen "historischen" Freundschaftsvertrag mit Algier initiieren.
Das Projekt hat das Tageslicht bis heute nicht gesehen. Als die Diplomaten beider Seiten in mühseliger, gespannter Kleinarbeit endlich einen Vorentwurf beisammenhatten, machte eine neue Debatte in Frankreich alles wieder zunichte.
Bürgerliche Politiker lancierten nämlich 2005 einen Gesetzesvorstoß über die "positive Rolle" der französischen Kolonisierung in Afrika. In Algier war gleich wieder Feuer am Dach. Präsident Abdelaziz Bouteflika verlangte von Paris erbost eine Entschuldigung für die Massaker von Sétif, bei denen im Jahre 1945 erstmals Tausende von Algeriern ermordet worden waren, weil sie die Unabhängigkeit verlangten. Französische Siedler und Soldaten verbrannten dabei viele Leichen in Kalköfen; Bouteflika verglich dies mit den Gaskammern des Zweiten Weltkrieges und warf Frankreich "Genozid" vor.
Seither war nie mehr die Rede von einem Freundschaftsvertrag. 2008 protestierte Algier vielmehr gegen die Verhaftung eines algerischen Di plomaten in Paris, welcher der Ermordung des algerischen Oppositionellen Ali Mecili verdächtigt wurde. Ein Jahr später deutete ein französischer Untersuchungsrichter an, dass der algerische Geheimdienst bei der Enthauptung von sieben französischen Mönchen 1996 im algerischen Kloster Tibéhirine beteiligt war.
Jedes Mal sanken die bilateralen Beziehungen auf einen neuen Tiefpunkt. So auch, als Frankreich 2009 Algerien auf eine schwarze Liste mit gefährlichen Ländern wie Irak oder Somalia setzte. Das hatten zuvor auch die USA getan - doch erst als Paris nachzog, protestierte Algier wutentbrannt.
Algerische Sicht unerwünscht
Ebenso leidenschaftlich rea gierten französische Algerien-Heimkehrer und Rechtsextremisten 2010 auf den algerischen Film Hors la loi von Rachid Bouchareb. Er erzählt nüchtern die Geschichte dreier algerischer Brüder, die das Massaker von Sétif überlebten und im Algerien-Krieg französische Polizisten in einer Pariser Banlieue ermordeten.
Allein schon der Umstand, dass ein Film den Krieg und Terror zwar objektiv, aber aus algerischer Sicht erzählte, genügte, um in Frankreich Boykottaufrufe zu provozieren.
Und dieser Umstand dürfte auch der tiefere Grund dafür sein, dass das offizielle Frankreich bei der Unabhängigkeitsfeier in Algerien sich am liebsten abwenden und wegschauen würde. (Stefan Brändle aus Paris /DER STANDARD, 4.7.2012)
Chronologie
Algeriens Weg in die Unabhängigkeit
8. Mai 1945: Siegesfeiern zum Ende des Zweiten Weltkrieges schlagen in der Stadt Sétif in gewalttätige Demonstrationen gegen Frankreichs Kolonialherrschaft um. Die Vergeltung der Franzosen fordert mehrere tausend Tote.
1. November 1954: Der algerische Front de Libération Nationale (FLN) wird gegründet und beginnt den Guerillakampf gegen französische Truppen.
1957: FLN-Führer werden entführt und interniert, geheime Verhandlungen mit Frankreich daraufhin abgebrochen. Rund eine halbe Million französische Solda ten sind in Algerien.
Mai 1958: Ein Putsch französischer Militärs in Algerien erzwingt die Rückkehr von Charles de Gaulle an die Spitze Frankreichs. Dieser verstärkt die Militäreinsätze, die FLN antwortet mit Terror.
18. März 1962: Die Évian-Verträge werden unterzeichnet. Frankreich erkennt darin Algeriens Selbstbestimmungsrecht an.
5. Juli 1962: Algerien erklärt seine Unabhängigkeit. (mesc)
Rund 50 Angreifer an Überfall beteiligt - Mindestens zwei Tote
34-Jährige ist 2004 der Gruppierung im Norden Malis beigetreten
Die Geiselnahme im algerischen In Amenas weist Parallelen zur Entführung einer Air-France-Maschine 1994 auf
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Keine detaillierten Ergebnisse veröffentlicht
Einsatz noch immer nicht beendet - Österreichische Geisel sicher in Deutschland gelandet - Internationale Kritik an Informationspolitik
Das Land hatte am 5. Juli 1962 nach 132 Jahren unter französischer Kolonialherrschaft seine Befreiung erklärt
Die Islamisten-Attacke auf das Gasfeld gefährdet das fragile Gleichgewicht im gesamten Sahel-Raum
21,6 Millionen Wahlberechtigte
Geiselnehmer befestigten offenbar Sprengstoff an Opfern
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Mehrere Geiseln bei Befreiungsoperation der algerischen Armee auf Gasfeld getötet - Anlage teils noch in Hand der Geiselnehmer - Auch Österreicher befand sich in umkämpfter Zone - Französischer Mali-Einsatz als Motiv - Islamismus-Experte: Terroristen wollen Eskalation - Ausland kritisiert algerische Informationspolitik
Mindestens zehn Verletzte
Doppeltes Spiel Algiers im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus
Gericht: "Kein Beweis für Mitgliedschaft in Terrororganisation"
Dutzende algerische und ausländische Angestellte eines Gasfeldes im Osten von Algerien in der Hand von Terroristen
400.000 Tote auf algerischer Seite sind eine sehr geringe Schätzung der algerischen Opferzahlen. Die algerische Regierung geht sogar von 1.5 Millionen Toten aus. 1 Million algerische Tote erscheinenen durchaus realistisch.
Siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Alge... Death_toll
die Algerier nach Erringung ihrer Freiheit und Unabhängigkeit noch immer in Millionen in das Land des Erzfeindes emigrieren anstatt daheim das zu verwirklichen wofür sie so lange und so verlustreich gekämpft haben.
immer nur so, einfach zum nachdenken:
wo waere algerien heute, wenn die nicht ganz, ganz dringend die franzosen besíegen haetten muessen?
so ist es auf der welt: es werden sachen gefeiert, die einfach nur scheisse waren. und man muss sie feiern, damit die menschen genau das nicht so deutlich sehen.
als einen Konflikt vom Zaun zu brechen.
Ein guter Katalysator für kommende Konflikte ist"Gerechtigkeit" aus der jeweiligen Perspektive einer der Konfliktparteien und der verbreitung dieser Perspektive unter einer genügend großen gläubigen Kerngruppe, das beschleunigt die Eskalation enorm und verhindert vorzeitige Befriedungen und Ansätze des gegenseitigen Verstehens.
Das dürfte auch der Kern des Poltikverständnisses eines zeitgenössischen Menschen sein, dessen Namen das Wort Angst enthält (Tipp für Suchende das Wort Angst auf Tschechisch + e am Ende)
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