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In diesem Sommer habe ich etwas entdeckt, das völlig nutzlos ist", schrieb der damals 35-jährige Forscher an einen seiner Studenten. Das war vor 48 Jahren und Peter Higgs ein kaum bekannter schottischer Physiker, der sich mit der sehr theoretischen Frage beschäftigte, wie Teilchen ihre Masse erhalten.
Der 1929 in der Nähe von Newcastle geborene Higgs hatte sich schon als Schüler für Physik interessiert. Sein großes Vorbild war der legendäre Paul Dirac, dem die Welt das Konzept der Antimaterie verdankt und der die Basis dafür legte, was Higgs in dieser Zeit theoretisch erforschte.
Sein zweiter Fachartikel, in dem Higgs 1964 seine Lösung der Masse-Frage präsentierte, war ganze eineinhalb Seiten lang, hatte vier Gleichungen - und fiel bei den Gutachtern des führenden europäischen Fachjournals durch. Immerhin wurde die Arbeit wenig später dann aber doch in einem US-Physikmagazin veröffentlicht.
In einem Zusatz erwähnte Higgs das später nach ihm benannte Teilchen und stieß damit auf Skepsis in der Fachwelt. "Meine Kollegen dachten, ich bin eine Art Idiot", erinnerte sich Higgs Jahre später an die Reaktion der meisten Kollegen. Die änderte sich erst, als der US-Physiker Freeman Dyson ihn an die Uni Princeton einlud und Physiker an der Uni Brüssel zu einem ähnlichen Ergebnis kamen. Dann dauerte es allerdings nicht mehr lange, bis Higgs' Theorie in aller Munde war - und das theoretisch vorhergesagte Teilchen endgültig seinen Namen erhielt.
Politisch engagiert
Eine richtige Professur bekam Higgs, dessen Porträt mittlerweile auch die Schottische Nationalgalerie ziert, erst 1980 an der Universität Edinburgh. 15 Jahre später emeritierte er, ohne den Anschluss an die neuesten Trends in der Teilchenphysik gehalten zu haben. Daneben war er viele Jahre lang politisch engagiert: für atomare Abrüstung oder bei Greenpeace. Dort trat er jedoch aus, als sich die Umweltorganisation gegen grüne Gentechnik wandte.
Seine Tage verbringt der 83-Jährige damit, in den Highlands zu wandern oder mit seinen Enkeln zu spielen. Heute, Mittwoch, wird der Emeritus, der so gut wie alle wichtigen Wissenschaftspreise erhalten hat, indes kurz in die Forschung zurückkehren. Higgs nimmt an jener Pressekonferenz teil, bei der vermutlich am Cern die Existenz des Higgs-Teilchens bestätigt wird. Und das würde dem Physiker gewiss jene Auszeichnung einbringen, die ihm als einzige noch fehlt: den Nobelpreis. (Klaus Taschwer, DER STANDARD, 4.7.2012)
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Wer weiss wann wir die nächste Chance bekommen, unsere Theorien scheitern zu sehen. Vielleicht gar nicht mehr. Vielleicht würden unsere Theorien erst mit Teilchenbeschleuniger unvorstellbaren Ausmaßes (so groß wie unser Sonnensystem ode rnoch größer) falsifiziert werden. Dann sitzen wir in aller Ewigkeit auf Theorien, von denen wir zwar wissen, dass sie mit unseren Mitteln bestätigt werden konnten, aber nicht ob die Theorien "wahr" sind. Wir würden nur vermuten, dass sie höchstwahrscheinlih unwahr sind, könnten das aber niemals nachweisen un lernen nie dazu.
Ähnlich wäre es wenn CERN Schware Löcher produziert, das wäre zwar sensationell, aber die Ära der Teilchenbeschleuniger wäre dann zu Ende, da wir nur noch SL produzieren,nichts weiter.
Wir wissen von KEINER Theorie, daß sie wahr ist und wir werden es von keiner Theorie jemals wissen. Und wenn Sie glauben, man würde nur von falsifizierten Theorien Erkenntnis gewinnen, dann haben Sie von Wissenschaft definitiv keine Ahnung.
Ganz nebenbei: Auch Newtons Mechanik wurde experimentell bestätigt und sie ist in dem Setting (v<<c) ausreichend korrekt. Geschadet hat's der Wissenschaft jedenfalls nicht, denn die Quantentheorie und Relativitätstheorie sind trotzdem entwickelt worden.
Gerade in Zeiten wie diesen, wo religiöse Fundamentalisten, hirnlose Ökonomen und bescheuerte Esotheriker großen Aufwind genießen, wäre es für die Wissenschaft eine Katastrophe gewesen, wenn sich das Standardmodell als grundlegend inkonsistent erweist.
Soweit ich das Standardmodell verstehe hat man einfach die beobachteten Symmetrien bekannter Wechselwirkungen zur Grundlage erhoben, durchgezählt welche Wechselwirkungen damit zwischen welchen Teilchen möglich wären und dann einfach mal fröhlich drauflos gesucht, ob man denn alles davon beobachten kann. Über die Stärke der jeweiligen Wechselwirkungen/Ladungen sagt das Standardmodell erst mal gar nichts aus, das ist zugleich eine der Stärken aber auch Schwächen. Stärken, weil man mit entsprechend vielen freien Parametern entsprechend flexibel bei der Anpassung der Theorie ans Experiment ist, Schwächen, weil man mit entsprechender Anpassung der Parameter sehr schnell mal Übereinstimmung von Theorie und Experiment herbeiführen kann.
welcome to 1980:
http://de.scribd.com/doc/29798... ssenformel
das einzige mathematische modell, daß die verbindung zwischen relativitätstheorie und quantentheorie herstellt ist weitgehend unbekannt - wurde aber 1982 am desy programmiert und lieferte die bisher exaktesten berechnungen zu sämtlichen teilcheneigenschaften - ladung, masse, spin und sogar die lebensdauer lassen sich damit perfekt und extrem präzise berechnen - mal schauen wie lang man es noch ignorieren kann.
Selten so gelacht.
Hübsche Formeln und physikalische Ausdrücke, die damals schon sehr umstritten waren und mit echten Theorien nichts gemein haben.
Beim groben Durchlesen allein kam mir das Omikron-Partikel unter, dass gibt es, aber nur im StarTrek-Universe.
Wissen ist "wahre, gerechtfertigte Meinung"! Was wir "nicht wissen" ist wissenschaftstheoretisch vollkommen uninteressant. Mit solchen Was-wir-nicht-wissen-Sachen beschäftigen sich Märchenbücher und Däniken-"Wissenschaftler"! Für die "große Trauer" in der Physik-Gemeinschaft hätte ich gerne einige valide Quellen! Ansonsten spricht aus Ihrem Posting der übliche unverdaute Popperismus. SO billig ist weder Popper, noch Erkenntnis, noch Wissen zu haben...
Es gibt nur vermutetes Wissen - das sollten sie, wenn sie Popper zitieren, auch wissen. Natürlich müssen wir unsere Handlungen auf unsere gültigen Erkenntnisse stützen. Aber wir können niemals entgültig feststellen, ob unser Wissen nicht doch einmal falisifiziert wird. Und so lange es das nicht ist, bestätigen sich zwar ständig unsere Theorien, aber durch Bestätigung wird keine neue Erkenntnis geschaffen, sondern nur durch Widerlegung.
Die Fallgesetze sind vermutetes Wissen? Dass die Erde eine Kugel ist, die sich um eine Achse dreht, ist vermutetes Wissen? Die atomare Zusammensetzung des Wassers aus zwei Atomen Wasserstoff und 1 Atom Sauerstoff ist vermutetes Wissen? Die Schallgeschwindigkeit ist vermutetes Wissen? Sie sollten nur zu Sachen posten, von denen Sie was verstehen. Rapid? Austria?
ohne den Anschluss an die neuesten Trends in der Teilchenphysik gehalten zu haben"
Ja alles geht halt nicht, die Staubsaugerentwicklungsforschung lässt einem kaum Zeit für Teilchenphysik.
.
"Doch sein Spitzname Gottesteilchen ist unter Physikern eher gefürchtet. Denn der Gottesbezug ist einem unbedachten Kompromiss zu verdanken. 1993 wollte der Nobelpreisträger Leon Ledermann seinem Buch über Teilchenphysik eigentlich den Titel The God Damn Particle geben. Sein Verleger strich das Damn und aus dem gottverdammten Teilchen wurde ein heiliges."
http://www.zeit.de/wissen/20... cern-daten
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