Deutscher Bad Bank drohen Milliardenverluste

3. Juli 2012, 17:38
10 Postings

Der Schuldenschnitt in Griechenland hat zu Abschreibung geführt. Weiteres Ungemach droht in Spanien und Italien

München - Die Bad Bank der verstaatlichten deutschen Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) bleibt nach einem Milliardenverlust auch 2011 ein Fass ohne Boden für die Steuerzahler. Im vergangenen Jahr schrieb die Bank einen Verlust von knapp zehn Milliarden Euro, der vom Bund ausgeglichen werden musste. Vor allem Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen trugen zu dem Minus der Bad Bank bei, die 2010 nach der Rettung der HRE als Auffangbecken für Problemkredite gegründet worden war.

Weitere Milliardenverluste drohen in Italien und Spanien, wo die Bank mit zehn bzw. knapp 30 Mrd. Euro engagiert ist. "Der Ausgang der Eurokrise ist für uns Match entscheidend", sagte Christian Bluhm, Vorstandschef der Abwicklungsanstalt mit dem Namen FMS Wertmanagement.

Der Verlust der "Bad Bank" wird vom staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin und somit letztlich von der Staatskasse übernommen. In die Abwicklungsanstalt hatte die HRE nach der Notrettung im Herbst 2010 Risikopapiere und andere Kredite im Wert von rund 175 Mrd. Euro ausgelagert, um sich zu stabilisieren. Die "Bad Bank" sollte das Portfolio möglichst ohne Verluste wieder auf den Markt bringen, was sich aber im derzeitigen Umfeld schwierig gestaltet. Auf ihr Griechenland-Depot musste die Bank als Konsequenz aus dem Schuldenerlass 8,9 Mrd. Euro abschreiben.

Lange Laufzeiten

Bisher ist das Portfolio um 8,5 Prozent auf 160,7 Mrd. Euro zum Jahresende 2011 reduziert worden. Ein großer Teil der Papiere im Restbestand hat eine Laufzeit bis weit über das Jahr 2040 hinaus, teils laufen die Engagements sogar bis 2070. Der ursprüngliche Zeitplan, die Bank 2020 aufzulösen, steht daher nicht mehr fest. "Wertmaximierung geht vor harter Abwicklung", sagte Bluhm, ohne einen neuen Zeitplan zu nennen. Eine Prognose für das laufende Jahr wagte Bluhm wegen der Euroschuldenkrise nicht.

Von der HRE muss sich die FMS in nächsten Jahr lösen: Die EU verlangt, dass die HRE bis September 2013 keine Dienstleistungen für die "Bad Bank" mehr übernimmt. Bisher sind 500 HRE-Mitarbeiter damit beschäftigt, sich um die Kredite der Abwicklungsanstalt zu kümmern, die selbst rund 100 Mitarbeiter hat. (Reuters, DER STANDARD, 4.7.2012)

  • Die Abwicklungsanstalt FMS hat schwere Last zu tragen. Die Bad Bank der 
Hypo Real Estate wird ihre Problempapiere nicht los.
    foto: epa

    Die Abwicklungsanstalt FMS hat schwere Last zu tragen. Die Bad Bank der Hypo Real Estate wird ihre Problempapiere nicht los.

Share if you care.