Die dankbarsten Frauen

3. Juli 2012, 17:19
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Bei einem hat's geklappt. Er wurde in "Philippinien" fündig

Laut EU-Kommission sind derzeit 20,9 Millionen Menschen von sexueller Ausbeutung betroffen, 81 Prozent davon sind Frauen und Mädchen, 19 Prozent Männer und Buben. 25 Milliarden Euro erwirtschaften kriminelle Organisationen weltweit mit Menschensklaverei jährlich. Menschenhandel innerhalb der EU nimmt zu. Besonders betroffen ist Osteuropa seit dem Zerfall der Sowjetunion und Jugoslawiens. Frauen aus dem Osten werden entführt oder unter Vortäuschung falscher Tatsachen angelockt und landen in der Zwangsprostitution. In Wien dominieren seit Jahren Frauen aus Osteuropa den Straßenstrich. Entgegen weitverbreiteter Meinung gehen längst nicht alle freiwillig anschaffen.

Genug Fakten? Dann zum Fernsehen. Montag startete auf ATV die dritte Staffel "Das Geschäft mit der Liebe - Frauen aus dem Osten". Darin suchen drei Männer über Partnerschaftsagenturen Gefährtinnen im Ausland. Die Dates enden meist mit Konflikt und Enttäuschung.

Bei einem hat's geklappt. Er wurde in "Philippinien" fündig. Weil er nicht die Katze im Sack kaufen wollte, fragte er Freunde: "Sind diese Frauen wirklich die dankbarsten dieser Welt?" Die Antwort kennt er inzwischen: "Sie danken es dir jeden Tag, jede Nacht." Eine vermittelte Russin wird von seinem Haberer "dumm", "deppert" oder gleich "depperte Oide" genannt. Deren Verbindung zum Dritten im Bunde führt schließlich zu einer Rempelei und minutenlangen Schreiattacke.

Die drei, beflügelt von medialer Aufmerksamkeit, drehen groß auf und pflegen ihre latent abwertenden Umgangsformen mit Frauen. Lustig? Eh. Aber wer lacht, möge die Fakten nicht vergessen. (Doris Priesching, DER STANDARD, 4.7.2012)

  • "Das Geschäft mit der Liebe": Robert Nissel, "Lovecoach", ist einer der drei Protagonisten.
    foto: screenshot/atv.at

    "Das Geschäft mit der Liebe": Robert Nissel, "Lovecoach", ist einer der drei Protagonisten.

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