Schon 142 "neue" Wiener Hausbetreuer im Einsatz

3. Juli 2012, 15:27
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Stadt Wien schuf nach der Volksbefragung im Februar 2010 die Möglichkeit, in den Gemeindebauten wieder Betreuungspersonen anzustellen

Die neuen Wiener "Hausbetreuer" sind auf einem guten Weg. Das alte Hausbesorgergesetz war bekanntlich im Jahr 2000 von Schwarz/Blau abgeschafft worden, zehn Jahre später hatten sich mehr als 80 Prozent der Wienerinnen und Wiener in einer Volksbefragung für ein neues Gesetz ausgesprochen.

Keine Dienstwohnung mehr

Weil es bundesweit zu keiner neuen Regelung kam - die ÖVP stellte sich dagegen -, schuf sich die Wiener SPÖ ihr eigenes Modell: den Wiener Hausbetreuer. Diese können allerdings nur im direkten Einflussbereich der Stadt, also in den Gemeindebauten, installiert werden. Immerhin 142 dieser neuen Hausmeister seien dort aber bereits beschäftigt worden, berichtete Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag in der Bürgermeister-Pressekonferenz.

Die Zahl der Neueinstellungen überstieg dabei zuletzt sogar die Zahl der Pensionierungen der noch existierenden "alten" Hausmeister. So sind im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 50 Betreuer neu aufgenommen worden, 22 Hausbesorger sind heuer ausgeschieden. Im Vorjahr wurden 86 neue Hausbetreuer engagiert - bei 74 Pensionierungen.

Das Aufgabenfeld der Neo-Hausmeister unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von jenem der klassischen Variante: Für sie galten vor allem spezielle Arbeitszeitregelungen. Der Hausmeister durfte bereits in der Nacht tätig werden - etwa um die Schneeräumung durchzuführen. Dafür werden nunmehr externe Firmen beauftragt. Auch über das einst vieldiskutierte und höchst umstrittene Privileg einer Dienstwohnung verfügt der Wiener Hausbetreuer nicht mehr.

Ordnungsberater unterwegs

Den Mietern sollen wieder direkte Ansprechpartner zur Verfügung gestellt werden, begründete der Ressortchef die Initiative. Der Hausbetreuer ist gleichzeitig auch für die Wartung der betreffenden Anlage zuständig. Angestellt wird er überall dort, wo die Mehrheit der Mieter dies wünscht, wie Ludwig betonte.

Schon seit 2009 sind außerdem neue "Ordnungsberater" in den städtischen Wohnhausanlagen unterwegs. Sie überwachen die Einhaltung der Hausordnung und können Abmahnungen und sogar Strafmandate ausstellen bzw. Anzeigen erstatten. Die Hauptinterventionsgründe waren bisher herrenlose Einkaufswagen, unerlaubt gelagerter Sperrmüll sowie Hundstrümmerl-Delikte. Laut Ludwig wurden heuer bisher 15 Ermahnungen ausgesprochen, 41 Organmandate ausgestellt und zwölf Anzeigen erstattet. (APA/red, derStandard.at, 3.7.2012)

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