Umgestaltung des Heldendenkmals bereits im Gange

3. Juli 2012, 13:26
  • Der "Tote Soldat" wird demnächst untersucht. Angeblich soll darin eine Kapsel mit nationalsozialistischen Schriften versteckt sein.
    foto: apa/jaeger

    Der "Tote Soldat" wird demnächst untersucht. Angeblich soll darin eine Kapsel mit nationalsozialistischen Schriften versteckt sein.

Totengedenkbücher und Kränze aus Krypta am Wiener Heldenplatz entfernt - Nazischrift wird mittels Röntgen und Ultraschall gesucht

Wien - Nach den Diskussionen um die Streichung eines Kriegsverbrechers aus den Totengedenkbüchern in der Krypta am Äußeren Burgtor, plant Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) jetzt eine komplette inhaltliche und formale Umgestaltung der Innenräume des "Heldendenkmals", so der Pressesprecher des Ministers. Der Epitaph des Toten Soldaten, in dem der Bildhauer Wilhelm Frass angeblich eine Kapsel mit nationalsozialistischen Schriften versteckt haben soll, werde noch in den nächsten Wochen untersucht.

Kränze entfernt

Mit dem Abbau der Vitrinen, der Entfernung der Kränze sowie der Kranzschleifen, der Gedenktafeln der Vereine und der Abbildung des Staatsvertrags sei der erste wichtige Schritt zur Umgestaltung bereits gesetzt worden, heißt es aus dem Büro des Ministers. Auch das elektronische Gedenkbuch für Gendarmerie und Polizei wird entfernt. Die Totengedenkbücher werden derzeit im Verteidigungsministerium zwischengelagert, sie sollen an das Kriegsarchiv weitergegeben und dort wissenschaftlich untersucht werden. Eine erneute Präsentation in der Krypta ist nicht vorgesehen.

Untersuchung mit Knopflochkameras

Die nächste ganz konkrete Maßnahme sei die Untersuchung des Toten Soldaten mit Hilfe von Röntgen, Ultraschall und Knopflochkameras. Diese Techniken machen ein komplettes Abheben der Marmorfigur überflüssig. So soll einerseits dem Denkmalschutz Rechnung getragen werden, aber auch das Gerücht um die Kapseln mit nationalsozialistischen Inhalten abgeklärt werden. Jedes Jahr legen Bundespräsident und Bundesregierung am 26. Oktober in der Krypta Kränze nieder, um den Gefallenen der Weltkriege zu gedenken.

"Würdevolles Gedenken"

"Ziel ist es, ein würdevolles Gedenken an die Opfer der Weltkriege und des Faschismus zu ermöglichen", so der Pressesprecher der Verteidigungsministers, Stefan Hirsch. Dazu soll die Militärhistorische Denkmalkommission unter der Leitung des Historikers Dieter Binder von der Universität Graz in den kommenden Wochen ein Konzept für die Umgestaltung vorlegen. Auch Burghauptmannschaft und Bundesdenkmalamt werden einbezogen. Dabei geht es aufgrund des denkmalgeschützten Außenbereichs von Krypta und Weiheraum vor allem um die Umgestaltung der Innenräume.

Auch nach der Entfernung von Kränzen und Totengedenkbüchern bleibt die Krypta für die Öffentlichkeit zugänglich, nur in der Zeit der Untersuchung des Toten Soldaten ist sie geschlossen. Am 26. Oktober werde die Kranzniederlegung zum ersten Mal sicher ohne zweifelhafte Bezüge zum NS-Regime stattfinden, so Hirsch. Die Umgestaltung unter der Leitung der Denkmalkommission werde in mehreren Schritten Erfolgen, die noch über den Nationalfeiertag hinausgehen. (APA, 3.7.2012)

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Das was hier zur zeit passiert....

ist meiner meinug nach grabschaendung. Dieses denkmal wurde zum andenken an die gefallenen beider weltkriege errichtet.
Die suche nach einer angeblichen kapsel zeigt bloss hysterie in der wir uns wieder einmal befinden. Denn an der geschichte aendert das gar nichts.
Abbau von Vitrinen, entfernung von kraenzen und gedenktafeln, weit ist es mit uns gekommen dass soviele das gutheissen und bejubeln.
Auch AH wurde bejubelt bei seinem einmarsch in oesterreich und wahrlich von nicht wenigen.
Und jene die so " zufrieden " sind mit dieser grabschaendung haben wohl vergessen dass dieses denkmal auf zum andenken einiger ihrer familienangehoerigen errichtet wurde, denen es nicht gegoennt war das leben zu geniessen.

Gedenken sollte aber nicht Nachdenken ersetzen.

Nachdenken mach aber erst Sinn wenn man sich neuen Erkentnissen stellt. Ich persönlich fände es äußert bedenklich vor eine Statue der Toten des Krieges zu gedenken, wenn diese nationalsozialistischen Gedankengut in sich trägt. Gedenken bleibt auch Gedenken wenn man es schafft die Vergangenheit klarer und differenzierter zu betrachten.

*unterschreib*

Für alle poster

die ein wenig Nachhilfe brauchen: http://www.raketa.at/2011/09/2... miamoasch/

Sinnloser link...und die Seite ist nicht gerade "benutzerfreundlich". Gibt's auch eine Version auf hochdeutsch? Oder von mir aus in proper english?

die haben nicht alle tassen in schrank

ich hätte gerne eine Kostenaufstellung über diese sinnlosen und unnötigen Arbeiten

die einzig akzeptablen kosten sind die der schleifung

und ein taferl
für die bedauernswerten menschen
die sich verhetzen und verheizen ließen.

Was soll dieser Blödsinn mit der angeblichen Kapsel?

Die soll doch bleiben wo sie ist. Oder glaubt der Darabos, dass von ihr eine böse Aura ausgeht, die Menschen zu Neonazis macht?

Na ja, vielleicht...

...wenn ich mich in Österreich so umschau ;-)

Maria und Josef! Das kann man ja mit Zeit nicht mehr hören, dieses ewigen pseudo-intellektuellen Nazi-Mainstream Satzerln...

Schwachsinn...

...na jetzt weiß ich immerhin wieder mal wohin die Steuergelder verschwinden. So einen Blödsinn habe ich zuletzt gelesen, als die Grünen forderten das Lueger Denkmal nach rechts zu neigen.
HABEN WIR KEINE ANDEREN PROBLEME IN UNSEREM LAND???

Sie meinen wohl den größten Bürgermeister aller Zeiten, wie Adolf so treffend bemerkt hat...

Am Besten man lässt ihn so wie er ist. Damit alle an seiner Größe teilhaben können, nicht.

Zu viel nachdenken über Vergangenes ist wohl immer noch schädlich für den "Volkskörper". Oder etwa nicht?

schwachsinn ist vor allem dein posting, dann kommt lang nix!

leider haben wir in österreich leider immer noch probleme mit der braunen vergangenheit

...und die müssen wir jetzt ein für alle mal lösen!

Das wird sich schon lösen, spätestens wenn unsere Generation weg ist: die nächste mag wahrscheinlich gar nichts mehr hören von der ewigen Selbstgeiselung.

"leider immer noch probleme mit der braunen Vergangenheit"

Ich höre es ständig, kann es aber nicht sehen.
Bitte Erläuterung.

wenn man nicht hinschaun will

kann man sie auch nicht sehen...und erläutern brauch ich da gar nix!

Und wie wird irgend wo ein Lager betrieben

gibt es entsprechende Gesetze haben wir Zehntausende Anhänger radikaler Gruppierungen. Was genau sind die Probleme ?

Doch, aber irgendwo muss man auch einmal anfangen.

Braune Fliegengaga putz man ja auch von der Fensterscheibe, oder?

Und jetzt mal ehrlich, wo wird denn wirklich im großen Stil Steuergeld verheitzt. Sicher nicht in solchen Projekten.

Danke Norbert.... was würden wir nur ohne dich machen....

Und was ist mit dem Che Guewara-Denkmal in Wien??

Das hat mit unserer Geschichte absolut nix zu tun!

strafbare Handlung

Steht das Heldendenkmal nicht unter Denkmalschutz?

darum wirds ja auch nicht angehoben, sondern geröntgt und geschallt....

War erstaunt als ich in Wien das letzte Mal in die Wolfsschanzengasse abgebogen bin.

Wolfsschanzengasse (Floridsdorf), 1965 benannt. In diesem Gebiet lag eine Befestigung, die während des Dreißigjährigen Kriegs 1645 die Stadt Wien vor befürchteten Angriffen der Schweden schützen sollte. Durch den Linzer Frieden konnte diese Gefahr abgewendet werden. Die Gasse hieß vorher Obere Haidschüttgasse. Siehe auch Auf der Schanz im 23. Bezirk Liesing.

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