Bonus Vorsorgekasse schafft Manager-Boni ab

3. Juli 2012, 12:52
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Der Bilanzverlust ist auf 1,3 Millionen Euro gestiegen, auch die Pensionskasse weist eine negative Performance auf

Wien - Manager und Mitarbeiter der Bonus Vorsorgekasse AG erhalten ab dem laufenden Geschäftsjahr 2012 keine Bonuszahlungen mehr. "Die variablen Bezüge werden abgeschafft, das ist Teil unserer Strategie, uns ganz auf Nachhaltigkeit zu fokussieren", kündigten die beiden Vorstände Peter Deutsch und Wolfgang Huber an. Die Boni hätten in Summe etwa ein Monatsgehalt ausgemacht.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 fuhr die zu gleichen Teilen zur Generali Holding Vienna und Zürich Versicherungs-AG gehörende Vorsorgekasse einen kräftigen Verlust von 0,78 Mio. Euro ein. Aufgrund der negativen Performance von -1,0 Prozent - der Branchenschnitt lag bei +0,2 Prozent - war es nämlich rechtlich nicht möglich, die Kosten für die Vermögensverwaltung in Höhe von 1,96 Mio. Euro von den eingezahlten Beträgen und Vermögen der Kunden zu entnehmen. Der Bilanzverlust hat sich dementsprechend auf 1,26 Mio. Euro erhöht. Der für dieses Jahr geplante gänzliche Abbau der Verlustvorträge sei nun auf 2013 verschoben worden, so Huber.

Die Kosten für die Vermögensverwaltung könnten aber vorgetragen und bei positiver Performance im Jahr 2012 entnommen werden, hieß es. Deshalb werde heuer das Augenmerk auch besonders auf einer "risikoadäquaten Performance" liegen. "Ende 2013 sollten wir dann auch den Verlustvortrag endgültig geschafft haben", so Huber.

Negative Performance

Auch in der Bonus Pensionskassen AG war im Vorjahr die Performance mit -2,54 Prozent negativ, aber besser als der Durchschnitt aller überbetrieblichen Pensionskassen (-3,3 Prozent). Bei den Pensionskassen gibt es die gesetzliche Einschränkung zur Entnahme der Vermögensverwaltungskosten bei negativer Performance derzeit noch nicht, werde aber mit der Novelle ab 2013 in solchen Fälle auf die Hälfte beschränkt, hieß es. Die entnommenen Vergütungen machten 1,7 Mio. Euro aus. Die Bonus Pensionskasse schloss mit einem Jahresverlust von 0,38 Mio. Euro, wobei die Auflösung der Mindestertragsrücklage mit -0,81 Mio. Euro zu Buche schlug. Der Bilanzgewinn blieb mit 0,6 Mio. Euro unverändert.

Per Jahresende verwaltete die Bonus Vorsorgekasse ein Vermögen von 301,9 Mio. Euro, ein Plus von 17 Prozent. Damit liege man unter den zehn Vorsorgekassen etwa an vierter Stelle, sagte Deutsch. Heuer soll das verwaltete Vermögen auf 350 Mio. Euro steigen, ebenso hoch soll es auch in der Pensionskasse sein. Gemeinsam will man 2015 die 1-Mrd.-Euro-Marke knacken.

Bei der Mitarbeitervorsorge hält Bonus einen Marktanteil von 7,11 Prozent, bei der Selbstständigenvorsorge von 10,5 Prozent. Mit 7.424 Neuabschlüssen erhöhte sich die Gesamtzahl der Verträge auf 76.662 (69.155), die Zahl der Anwartschaftsberechtigten stieg auf 577.310 (522.008).

Die Veranlagungsstrategie wurde zuletzt geändert: Statt der strategischen Aktienquote von 15 Prozent wurden nur mehr 2 Prozent in Aktien veranlagt, 8 Prozent in Immobilienfonds, 35 Prozent waren Staatsanleihen, 15 Prozent Unternehmensanleihen und der Rest vorwiegende in Festgeld. Die Aktienquote soll im dritten Quartal wieder auf 4 bis 5 Prozent erhöhen, wenn die Rahmenbedingungen passen. "Es gibt keine sicheren Assetklassen mehr", meinte Deutsch zu den Schwierigkeiten in der Veranlagung. Unternehmensanleihen werden dabei noch als interessant eingestuft.

Das verwaltete Gesamtvermögen stieg in der Pensionskasse auf 348 (345) Mio. Euro. Die Zahl der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten erhöhte sich auf 25.155 (24.799).

Ziel in der Bonus PK sei eine schwarze Null im laufenden Geschäft, sagte Huber. Neues Geschäft könnte aus dem seit Jahresbeginn geltenden neuen IT-Kollektivvertrag erwachsen, der es den Betrieben ermöglicht, bis zu 10 Prozent der Gehaltssumme in Pensionskassenbeiträge umzuwandeln.

Der mit der PK-Novelle ab 2013 verbundene höhere Aufwand sei verkraftbar. Die Sicherheits-VRG werde Beruhigung bringen, und das Lebensphasenmodell sollte das System stabilisieren. Die Option zur Erhöhung der variablen Betriebsbeiträge könnte eine moderne Form der Mitarbeiterbeteiligung sein. Vor allem bei den KMUs sei die Durchdringung mit Pensionskassen mit 15 Prozent noch sehr gering.

Novellen

"Es wird nicht die letzte Novelle sein", meinte Deutsch. Nicht gelöst worden sei etwa das Problem von Kunden mit hohen Rechnungszinsen. Zum Vorwegbesteuerungsmodell, für das noch bis Ende Oktober optiert werden kann, wollten die Vorstände keine Empfehlung abgeben. Inanspruchnehmen können dieses Modell Pensionisten und vor dem 1.1.1953 geborene PK-Berechtigte mit über 3,5 Prozent liegenden Rechnungszins und beitragsorientierten Verträgen. Dabei wird zunächst die Deckungsrückstellung um eine pauschale Einkommensteuer von 20 Prozent (bis 300 Euro monatlicher Bruttopension) oder 25 Prozent (über 300 Euro) vermindert. Danach sind in den Folgejahren 75 Prozent der Pension steuerfrei. Laut Beispielrechnungen der Arbeiterkammer zahlt sich die Vorwegbesteuerung vor allem für hohe und mittlere Pensionszahlungen aus. Der Staat erwarte daraus bis zu 900 Mio. Euro einmalige Mehreinnahmen. Danach entfallen rund 75.000 Euro Steuern jährlich. Wie viele von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden, hänge auch von der Glaubwürdigkeit des Staates ab - ob er bei den 75 Prozent Steuerbefreiung bleiben werde.

Die heimischen Pensionskassen sind die größten privaten Pensionszahler. In Summe verwalteten sie per Jahresende 2011 ein Vermögen von 15,5 Mrd. Euro. 2011 lag das Anlageergebnis bei durchschnittlich -3 Prozent. Im langjährigen Durchschnitt erwirtschaften sie einen jährlichen Anlageertrag von 5,51 Prozent. 2011 hatten etwa 800.000 Menschen in Österreich Anspruch auf eine Betriebspension bei einer Pensionskasse. Das sind etwa 20 Prozent aller Beschäftigten. (APA, 3.7.2012)

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