ORF-Parkplatzclinch: Ö3-Betriebsrätin findet Zahlen für alle fair

  • Die "Küniglberger" wollen die Gratisparkplätze verteidigen.
    foto: apa/hochmuth

    Die "Küniglberger" wollen die Gratisparkplätze verteidigen.

Selbst schon 9000 Euro bezahlt - Ö3-Mannschaft "erbost" - Geplante Parkgebühr am Küniglberg sorgt für heftigen Zwist

Nächste Etappe im Streit über neue Parkplatzgebühren auch für Mitarbeiter der ORF-Zentrale auf dem Küniglberg, gegen die der Zentralbetriebratschef wie berichtet protestierte. Ö3-Betriebsrätin Claudia Lahnsteiner-Leitner und Gudrun Stindl (Zentralbetriebsrat) schickten der "Ö3-Gemeinde" ein Mail: "Nicht der ganze Zentral- und Hörfunkbetriebsrat ist gegen die neue Parkplatz-Regelung. Es gibt Stimmen inklusiver meiner, die die Parkplatz-Regelung fair finden."

Diesen Donnerstag tage der Zentralbetriebsrat wieder. "Ich werde dort sein und ganz klar festhalten, dass die Mannschaft von Ö3 erbost ist und dass ja alle Argumente der Solidarität zutreffen, aber dass sie auch für Ö3 gelten sollten." Sie selbst habe in elf Jahren bei Ö3 "an die 9000 Euro" für ihren Parkplatz gezahlt. Auch Funkhaus-Mitarbeiter zahlen für ihre Stellplätze, Küniglberger bisher nicht.

Gezeichnet haben das Mail "Gudrun, die für Ö3 im ZB um die neue Parkplatz-Regelung kämpft!!! Claudia, die für Ö3 spricht".

"Fairness und Solidarität"

Generell hängt im ORF der Haussegen zwischen Geschäftsführung und Belegschaftsvertretung dieser Tage mehr als schief. Grund für die Unstimmigkeiten ist die Ankündigung der Geschäftsführung, am Küniglberg ab September Parkgebühren zwischen 25 und 40 Euro einzuführen. Der STANDARD berichtete bereits am Freitag über die Pläne. Bisher waren die Mitarbeiter im ORF-Zentrum in Wien Hietzing in der privilegierten Position, gratis in der Garage am ORF-Zentrum parken zu können. Dieser Zustand soll nun mit dem Argument der "Fairness und Solidarität" im ORF ein Ende finden - ein unfreundlicher Akt, findet der Betriebsrat.

"So holt sich mein 'solidarischer' Arbeitgeber meine letzte Gehaltserhöhung zurück, und demnächst wird er unter dem Titel der 'Fairness' auch noch Miete für meinen Arbeitsplatz einheben", lauten die ersten Reaktionen der Belegschaft, wie der Zentralbetriebsrat in einem Rundmail schreibt. ORF-Finanzdirektor Richard Grasl hält dem entgegen, dass der ORF "daran unterm Strich nichts verdient". Man wolle mit dieser Maßnahme vielmehr die "bisher ungerechte Situation, dass ORF-Mitarbeiter an anderen Wiener Standorten bis zu 120 Euro pro Monat bezahlen mussten und am Küniglberg das Parken gratis war bereinigen. Die Parkgebühren werden nun gleichmäßig auf alle Mitarbeiter verteilt, viele zahlen künftig daher deutlich weniger als bisher."

Alle sollen gleich viel zahlen

Schon bisher war das Parken am Ö3-Standort Heiligenstadt und teilweise beim Funkhaus kostenpflichtig. Im Zuge der anstehenden Sanierungsarbeiten am ORF-Zentrum müssen außerdem weitere rund 200 Mitarbeiter absiedeln. Ein Abstellplatz in der Parkgarage Europlaza, wo künftig die ORF-Enterprise unterkommt, würde rund 140 Euro kosten. Der Plan der Geschäftsführung sieht indes vor, dass alle Wiener ORF-Mitarbeiter fürs Parken die gleichen Preise zahlen, nämlich in der teuersten Variante 40 Euro monatlich für einen überdachten Fixplatz bis zu 15 Euro für einen unüberdachten Motorradabstellplatz.

Für den besonders komfortablen Stellplatz in der Garage am Teich des ORF-Zentrums, wo in der Regel unter anderen die Mitglieder der ORF-Geschäftsführung parken, gilt ein Sonderzuschlag von 40 Euro pro Monat. "Eine Parkgebühr von 25 bis 40 Euro ist im Vergleich zu umliegenden Parkgaragen, die bis zu 150 Euro pro Monat kosten oder jenem Tarif, den APA-Mitarbeiter mit 185 Euro zahlen müssen, offensichtlich sehr moderat", findet der Kaufmännische Direktor.

Die Belegschaftsvertreter kritisieren, dass sich die Geschäftsführung auf "Fairness und Solidarität" beruft, während sie selbst, "mit Dienstwägen und Chauffeuren durch die Gegend gefahren werden und sich über einen Parkplatz am Arbeitsort wahrlich keine Sorgen machen müssen." "In ohnehin angespannten Zeiten zwischen Geschäftsführung und Betriebsräten zu solchen Maßnahmen zu greifen, ist nicht gerade klug. Im Gegenteil: Es ist dem sozialen Frieden abträglich", so Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser in dem Schreiben.

Dienstwagen?

Ein ORF-Sprecher erklärte auf STANDARD-Anfrage, auch die Stellplätze für Dienstwagen müssten künftig bezahlt werden. (fid, APA, 3.7.2012)

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