ORF-Parkplatzclinch: Ö3-Betriebsrätin findet Zahlen für alle fair

3. Juli 2012, 15:06
  • Die "Küniglberger" wollen die Gratisparkplätze verteidigen.
    foto: apa/hochmuth

    Die "Küniglberger" wollen die Gratisparkplätze verteidigen.

Selbst schon 9000 Euro bezahlt - Ö3-Mannschaft "erbost" - Geplante Parkgebühr am Küniglberg sorgt für heftigen Zwist

Nächste Etappe im Streit über neue Parkplatzgebühren auch für Mitarbeiter der ORF-Zentrale auf dem Küniglberg, gegen die der Zentralbetriebratschef wie berichtet protestierte. Ö3-Betriebsrätin Claudia Lahnsteiner-Leitner und Gudrun Stindl (Zentralbetriebsrat) schickten der "Ö3-Gemeinde" ein Mail: "Nicht der ganze Zentral- und Hörfunkbetriebsrat ist gegen die neue Parkplatz-Regelung. Es gibt Stimmen inklusiver meiner, die die Parkplatz-Regelung fair finden."

Diesen Donnerstag tage der Zentralbetriebsrat wieder. "Ich werde dort sein und ganz klar festhalten, dass die Mannschaft von Ö3 erbost ist und dass ja alle Argumente der Solidarität zutreffen, aber dass sie auch für Ö3 gelten sollten." Sie selbst habe in elf Jahren bei Ö3 "an die 9000 Euro" für ihren Parkplatz gezahlt. Auch Funkhaus-Mitarbeiter zahlen für ihre Stellplätze, Küniglberger bisher nicht.

Gezeichnet haben das Mail "Gudrun, die für Ö3 im ZB um die neue Parkplatz-Regelung kämpft!!! Claudia, die für Ö3 spricht".

"Fairness und Solidarität"

Generell hängt im ORF der Haussegen zwischen Geschäftsführung und Belegschaftsvertretung dieser Tage mehr als schief. Grund für die Unstimmigkeiten ist die Ankündigung der Geschäftsführung, am Küniglberg ab September Parkgebühren zwischen 25 und 40 Euro einzuführen. Der STANDARD berichtete bereits am Freitag über die Pläne. Bisher waren die Mitarbeiter im ORF-Zentrum in Wien Hietzing in der privilegierten Position, gratis in der Garage am ORF-Zentrum parken zu können. Dieser Zustand soll nun mit dem Argument der "Fairness und Solidarität" im ORF ein Ende finden - ein unfreundlicher Akt, findet der Betriebsrat.

"So holt sich mein 'solidarischer' Arbeitgeber meine letzte Gehaltserhöhung zurück, und demnächst wird er unter dem Titel der 'Fairness' auch noch Miete für meinen Arbeitsplatz einheben", lauten die ersten Reaktionen der Belegschaft, wie der Zentralbetriebsrat in einem Rundmail schreibt. ORF-Finanzdirektor Richard Grasl hält dem entgegen, dass der ORF "daran unterm Strich nichts verdient". Man wolle mit dieser Maßnahme vielmehr die "bisher ungerechte Situation, dass ORF-Mitarbeiter an anderen Wiener Standorten bis zu 120 Euro pro Monat bezahlen mussten und am Küniglberg das Parken gratis war bereinigen. Die Parkgebühren werden nun gleichmäßig auf alle Mitarbeiter verteilt, viele zahlen künftig daher deutlich weniger als bisher."

Alle sollen gleich viel zahlen

Schon bisher war das Parken am Ö3-Standort Heiligenstadt und teilweise beim Funkhaus kostenpflichtig. Im Zuge der anstehenden Sanierungsarbeiten am ORF-Zentrum müssen außerdem weitere rund 200 Mitarbeiter absiedeln. Ein Abstellplatz in der Parkgarage Europlaza, wo künftig die ORF-Enterprise unterkommt, würde rund 140 Euro kosten. Der Plan der Geschäftsführung sieht indes vor, dass alle Wiener ORF-Mitarbeiter fürs Parken die gleichen Preise zahlen, nämlich in der teuersten Variante 40 Euro monatlich für einen überdachten Fixplatz bis zu 15 Euro für einen unüberdachten Motorradabstellplatz.

Für den besonders komfortablen Stellplatz in der Garage am Teich des ORF-Zentrums, wo in der Regel unter anderen die Mitglieder der ORF-Geschäftsführung parken, gilt ein Sonderzuschlag von 40 Euro pro Monat. "Eine Parkgebühr von 25 bis 40 Euro ist im Vergleich zu umliegenden Parkgaragen, die bis zu 150 Euro pro Monat kosten oder jenem Tarif, den APA-Mitarbeiter mit 185 Euro zahlen müssen, offensichtlich sehr moderat", findet der Kaufmännische Direktor.

Die Belegschaftsvertreter kritisieren, dass sich die Geschäftsführung auf "Fairness und Solidarität" beruft, während sie selbst, "mit Dienstwägen und Chauffeuren durch die Gegend gefahren werden und sich über einen Parkplatz am Arbeitsort wahrlich keine Sorgen machen müssen." "In ohnehin angespannten Zeiten zwischen Geschäftsführung und Betriebsräten zu solchen Maßnahmen zu greifen, ist nicht gerade klug. Im Gegenteil: Es ist dem sozialen Frieden abträglich", so Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser in dem Schreiben.

Dienstwagen?

Ein ORF-Sprecher erklärte auf STANDARD-Anfrage, auch die Stellplätze für Dienstwagen müssten künftig bezahlt werden. (fid, APA, 3.7.2012)

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der feine kleine unterschied

zum funkhaus faehrt die u1, zu oe3 die u4 und u6 und am kueniglberg nicht einmal ein vernuenftiger bus (einer durchkreuzt meidling, ein anderer faehrt nur alle heiligen zeiten und am abend garnicht)...aber mir so und anders voellig wurscht

Steuerpflichtiger Sachbezug

Unabhängig davon, ob der Parkplatz EUR 0, 20 od 40,- kostet, liegt steuerrechtlich die Vermutung einer Sachbezugsleistung vor. Steuer- und abgabenrechtlich liegt die Bemessungsgrundlage bei ortsüblichen, marktkonformen Preisen. Ob diese bislang auch von allen ORFlern korrekt Eingang in die jährliche ESt-Disposition fand, könnte - wenn die Debatten noch höhere Wellen schlagen - noch zum Gegenstand unangenehmer Nachfragen seitens mancher Finanzämter werden.

Ich find das echt spannen wie informiert die Standarduser über die Wohnorte der ORFler sind.

Schon mal auf die Idee gekommen dass sich nicht jeder eine Wohnung in Wien leisten kann?

ZOMG WTF BBQ?!???!!11!

Man muss also Unsummen bezahlen, damit man unnötigerweise täglich mit dem eigenen Auto hinter der Busstation parken kann? SKANDAL!

Bus. Bus... da klingelt irgendwas. Drauf geschissen. Meinen SUV nimmt ma kana weg.

40 Euro pro Parkplatz sind ein Geschenk, wenn es den Mitarbeitern zu viel ist sollen sie doch einfach zu Fuss, dem Rad oder mit den Oeffis kommen, und wenn die dann das Auto ganz verkaufen sparen sie sich ab 2.000 Euto jaehrlich. Wenn es andere Schlechterstellungen im ORF geben sollte verstehe ich dass der Betriebsrat das zu verhindern versucht, aber warum er versucht die Ungerechtigkeit dass das Autofahren gefoerdert wird verteidigt verstehe ich nicht. Was bekommen die MitarbeiterInnen die zu Fuss, dem Fahrrad oder mit den Oeffis kommen um diese Ungerechtigkeit auszugleichen?

also wenn die parkplätz auf dem Betriebsgelände seit den 60iger Jahren gratis waren,weil sowieso da,darf man sich doch ein bissi wundern,dass sie plötzlich geld kosten sollen! keiner schreibt,dass diese Aktion deshalb stattfindet,weil die gf den Betriebsrat und das personal gegeneinander ausspielen will.punkt

Immer ist das Fahrrad als Alternative gut

Wenn der ORF hingegen Autofahrer ab 25 Euro (WOW!) zur Kasse bittet ist das superböse. DIESE Welt versteht wirklich nur der grasgrüne Sandartleser.

Warum liefert dieSandart jeden internen Klatsch des ORF`Bewegt das das Gemüt der hochsubventionierten "Qualitätsschreiber" hier?

sollen sie doch kuchen essen.

demnächst erwartet die führung von den mitarbeitern, regelmäßig morgens zu erscheinen! wohin soll das führen? da kann man doch gleich in der privatwirtschaft arbeiten.

Danke für den Sager, guter Schmäh!

Der Österreicher und der Neid, untrennbar

In der Langversion

müsste es heißen, verwöhntes von den Regimeparteien entsandes Pack.

Öffis

Wahscheinlich sehen sich die ORF Mitarbeiter so als Stars, dass es ihnen unmöglich ist, die Öffis zu benutzen, da wird man dann am Ende noch vom zahlenden Pöbel angesprochen...

Die Oarmen!

Selig, Herr Anton

Der alles zerfressende Neid wird Ihrer Gesundheit noch ernsthaft schaden, Herr Anton. Schonen Sie Ihre Galle. Sie wissen nichts, reden aber viel darueber. Wie sprach doch einst ein beruehmter Mann? "Selig die Armen im Geiste". Und ich verstehe Sie gut: Ein Vorurteil, ordentlich plattgewalzt, drueberbetoniert und ausgezutzelt bis zum Gehtnichtmehr, kann den eigenen miesen Tag durchaus befluegeln. Sie ueben also Selbsttherapie - und das ist gut so. Selig.

Ihr Blog über Ihre Selbsttherapie ist hoffentlich hilfreich.

Ja und? Jeder Journalist kann bis zu 4000 Euro Berufsgruppen Pauschale von der Steuer im Jahr absetzen. Und dann wird über 40 Euro gejammert.

sie meinen wohl 400!

dienstwägen und chaffeure

ich verstehe den einwand der belegschaftsvertreter nicht ganz wenn sie sagen die GF müsse sich über einen parkplatz keine sorgen machen.

einen absatz weiter oben steht ganz klar, dass die teuersten parkplätze die wären, auf denen die GF parkt.

sorgen machen muss sich offenbar keiner, nur zahlen werden vermutlich alle müssen.

geh sowieso...

Jeder Mitarbeiter, der einen Dienstwagen hat, muss die geldwerten Vorteile versteuern und damit bezahlen. Wenn der Parkplatz am Küniglberg 40,- kostet und man einen Dienstwagen hat, dann ist zumindest die Steuer (vermutlich 50%) und die Sozialversicherung zu bezahlen.

Stellt der ORF noch neue Mitarbeiter ein? Wenn das deren Sorgen sind, muss es dort echt hammer geil sein. Wahnsinns Arbeitgeber! :-)

Wenigstens wird das neue ORF-Zentrum bestens an den Öffentlichen Verkehr angebunden sein.

Parkgarage privatisieren!

Dann hat sich die Diskussion.

*LOL*

Die Probleme eines "Zentralbetriebsratschefs" beim Staatsfunk möchte ich haben!

Wegen 40 EUR im Monat für einen Garagenplatz am Arbeitsplatz. Vielleicht sollten die mal "normalsterbliche" Arbeitnehmer in Wien fragen, wie das so ist mit dem Parken ...

Oder öffentlich in die Arbeit fahren! Das soll ja bei anderen auch tagtäglich klappen ...

Pfff ...

Das ist Jammern auf AUA-Niveau ...
Bei allem berechtigten Interesse an einer funktionierenden AN-Vertretung. Aber für so eine Abgehobenheit wird's wenig Sympathie geben ...

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