Mindestens 36 Tote bei Anschlägen

3. Juli 2012, 22:19
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Mehrere Anschläge auf Polizisten und schiitische Pilger

Diwaniya - Bei mehreren Anschlägen im Irak sind am Dienstag insgesamt mindestens 36 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Nach Angaben von Polizei und Ärzten starben allein bei einer Bombenexplosion auf einem Gemüsemarkt in Diwaniya südlich der Hauptstadt Bagdad 25 Menschen, unter ihnen auch Frauen und Kinder, rund 70 weitere wurden verletzt. Bei zwei Anschlägen auf schiitische Pilger wurden am Morgen zudem vier Menschen getötet.

Auf dem Markt im rund 160 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Diwaniya explodierte laut Polizei eine in einem geparkten Lastwagen platzierte Bombe. Durch die Wucht der Explosion wurden rund 15 umliegende Geschäfte zerstört. Der Markt ist der wichtigste Verkaufsplatz für Gemüse in der 440.000 Einwohner zählenden Stadt. Kurz nach dem Attentat verhängten die Behörden eine Ausgangssperre für den Großraum Diwanija.

Anschlag auf Pilger

Bei zwei nahezu zeitgleich verübten Autobombenanschlägen nahe der 110 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Pilgerstadt Kerbela wurden am Dienstagmorgen vier schiitische Pilger getötet. Der Doppelanschlag ereignete sich vor der Feier des Geburtstags des Mahdi, dem zwölften und letzten Imam der Schiiten, der am Freitag begangen wird. Laut der schiitischen Überlieferung lebt der Mahdi im Verborgenen und wird erst zum Ende der Welt zurückkehren.

In der Provinz Diyala wurden unterdessen laut den Rettungskräften bei zwei Anschlägen zwei Mitglieder einer regierungstreuen Miliz sowie zwei Bauern getötet. In Tadschi starben nach Angaben des Innenministeriums zwei Menschen bei der Explosion zweier Bomben, unter ihnen ein Polizist. Unter den 14 Verletzten waren ebenfalls acht Polizisten. Ein Polizist starb außerdem bei der Explosion eines am Straßenrand deponierten Sprengsatzes, als eine Patrouille vorbeilief.

Die Gewalt im Irak liegt deutlich unter dem Niveau von 2006 und 2007, hat in jüngster Zeit aber wieder zugenommen. Im Juni wurden bei mehreren Anschlägen im Land nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP bereits mehr als 280 Menschen getötet, nach offiziellen irakischen Angaben waren es mehr als 130 Menschen. Der Irak befindet sich derzeit in einer schweren politischen Krise, die von konfessionellen Spannungen geprägt ist. (APA, 3.7.2012)

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    Ein irakischer Soldat sichert den Unglücksort in Kerbala.

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