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Twitter veröffentlicht erstmals einen Transparency Report.
vergrößern 523x543Die meisten Anfragen kamen aus den USA.
vergrößern 769x188Besonders häufig: DMCA-Meldungen
Twitter hat seinen ersten Transparency Report veröffentlicht, aus dem hervorgeht wie oft die Regierung beim Unternehmen die Herausgabe von User-Daten gefordert und bekommen hat. Insgesamt gab im Zeitraum seit 1. Jänner 849 Anfragen, alleine 679 kamen aus den USA.
Vorbild Google
In einem Blog-Eintrag erklärt Twitters Legal Policy Manager Jeremy Kessel, dass man sich Googles Transparency Report zum Vorbild genommen hat, den das Unternehmen im April 2010 gestartet hat. Twitter will nun ebenfalls Informationen darüber liefern, wie oft Regierungen die Herausgabe von User-Daten sowie das Zurückziehen von Inhalten gefordert haben.
User werden informiert
Zudem wird über die Zahl der DMCA-Meldungen von Rechteinhabern informiert. Auch wird bekannt gegeben, in wievielen Fällen Twitter den Aufforderungen nachgekommen ist. Kessel betont, dass man User proaktiv darüber in Kenntnis setze, wenn Anfragen zu ihren Profilen kommen. Eine Ausnahme werde nur gemacht, wenn das rechtlich verboten sei.
Meisten Anfragen in den USA
Demnach gab es in der ersten Jahreshälfte 2012 weitaus mehr Anfragen als im gesamten Vorjahr. Insgesamt gab es 849 Anfragen zu 1.181 Nutzern bzw. Accounts. Aus den USA kamen wie bereits erwähnt 679 Anfragen (die 948 Accounts betrafen), gefolgt von Japan mit 98 sowie Kanada und Großbritannien mit je 11. Alle anderen gelisteten Länder hatten weniger als zehn Anfragen, darunter auch Österreich.
In 63 Prozent Daten herausgegeben
In den USA gab Twitter in 75 Prozent der Fälle alle oder zumindest einen Teil der geforderten Daten heraus. In Japan waren es 20 Prozent, in Kanada und Großbritannien jeweils 18 Prozent. In Australien, Griechenland und den Niederlanden gab es weniger als zehn Anfragen, Twitter gab in diesen Ländern in 33 Prozent (Australien und Griechenland) bzw. in 50 Prozent der Fälle Informationen heraus. In anderen Ländern wurden keine Informationen übermittelt.
Zusammenhang mit Occupy-Bewegung
Die Hintergründe zu den Anfragen legt Twitter im Transparency Resport nicht offen. Die große Zahl der Anfragen aus den USA dürfte aber mit der "Occupy"-Bewegung zu tun haben. Im Mai war bekannt geworden, dass ein US-Gericht die Herausgabe der Daten eines Users gefordert habe, der in Zusammenhang mit der Protestbewegung gestanden haben soll. In diesem Falle hatte sich das Unternehmen geweigert (der WebStandard berichtete).
Tausende Tweets gelöscht
Besonders große ist die Zahl der DMCA-Meldungen, wenn Rechteinhaber die Verletzung des Copyrights melden. Hier gab es insgesamgt 3.378 Anfragen, denen Twitter zu 38 Prozent nachgekommen ist. Demnach wurden 5.275 Tweets und 599 Medien gelöscht. Davon betroffen waren insgesamt 5.874 User bzw. Accounts. Löschanfragen seitens Gerichten, Polizei oder Regierungsorganisationen gab es insgesamt nur sechs. Hier kam Twitter keiner der Anfragen nach.
Echtzeit-Daten zu Zensur
Der Bericht soll ab sofort zweimal jährlich veröffentlicht werden. In Zukunft will Twitter auch über Internet-Filter, DoS-Attacken und anderen Internet-Blockaden informieren. Dafür hat das Unternehmen eine Kooperation mit Herdict geschlossen, das diese Informationen basierend auf "real-time crowdsourced" Daten bietet. (Birgit Riegler, derStandard.at, 3.7.2012)
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