Frenetischer Empfang in Madrid

Ansichtssache

Triumphfahrt der Europameister durch Madrid ließ wirtschaftliche Probleme des Landes für einige Stunden vergessen

Einen Tag nach dem 4:0-Sieg im EM-Finale gegen Italien wurde dem dreifachen Europameister Spanien in Madrid ein frenetischer Empfang bereitet. Noch auf dem Rollfeld des Flughafens bestiegen Xavi und Co. einen Bus, der Terminkalender war voll. Im Palacio de la Zarzuela im Nordwesten Madrids wartete zunächst König Juan Carlos auf den alten und neuen Europameister. Seine Majestät lobte die Arbeit der Mannschaft und besonders des Nationaltrainers Vicente del Bosque in den höchsten Tönen. Im Gegenzug erhielt er von Kapitän Casillas ein Trikot überreicht.

Danach machte sich die Mannschaft im offenen Doppeldeckerbus zur Triumphfahrt durch die bunte Hauptstadt auf. Während der Bus sich nur langsam seinen Weg durch die ausgelassenen Menschenmassen zum Cibeles-Brunnen bahnte, wo ansonsten Real seine Titel feiert, verkürzte ein buntes Rahmenprogramm mit zahlreichen Musikbands den tausenden Fans die Wartezeit auf ihre Stars.

Um 21.30 Uhr endete die Reise der Europameister am Cibeles-Brunnen, wo sie den enthusiastischen Anhängern, die sie mit "Campeones"-Rufen empfingen, den silbernen Pokal präsentierten. Die Feier allerdings fing gerade erst an. Mit Champagner und Mikrofon bewaffnet sangen und tanzten die Spieler angeführt von Torwart Pepe Reina und Sergio Ramos auf einer Bühne vor und mit ihren Fans bis tief in die Nacht hinein, bevor die Spieler in eine Nobeldiskothek weiterzogen.

Schon in der Nacht nach dem Spiel hatte ganz Spanien den EM-Titel ausgiebig gefeiert und für einige Stunden die wirtschaftlichen Probleme des Landes vergessen. Zehntausende Fans machten am Madrider Cibeles-Brunnen die Nacht zum Tage.

Im ganzen Land hatten direkt nach Schlusspfiff Autokorsos den Verkehr lahmgelegt, die "Campeones"-Sprechchöre hallten durch die Nacht, die weitgehend friedlich verlief. Rot und Gelb war an jeder Straßenecke, an jedem Balkon, an jeder Kneipe und jeder Tankstelle zu sehen - und nicht zuletzt auch in den bemalten, glücklichen Gesichtern. (sid/red, derStandard.at, 3.7.2012)

foto: ap/dominique faget
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