Afghanistan erhebt erstmals Vorwürfe gegen Pakistan

3. Juli 2012, 08:52
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Nachbarland soll Grenzregion Kunar angegriffen haben

Kabul - Erstmals hat Afghanistan der pakistanischen Armee direkt vorgeworfen, sein Territorium seit Monaten mit Raketen zu beschießen. Es handle sich um Angriffe auf die Provinz Kunar im Grenzgebiet zwischen den beiden Nachbarstaaten, wo bereits Hunderte Raketen niedergegangen und seit März vier Zivilisten getötet worden seien. "Uns liegen jetzt genügend Beweise vor, die belegen, dass die bei diesen Angriffen verwendeten Raketen der pakistanischen Armee gehören", sagte ein Sprecher vom afghanischen Inlandsgeheimdienst am Montag. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die Regierung in Kabul werde den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einschalten, wenn diplomatische Gespräche zu keinen positiven Ergebnissen gelangen sollten.

Pakistan hat Afghanistan und den dort stationierten NATO-Truppen vor einer Woche vorgeworfen, nichts gegen Taliban in Kunar zu unternehmen, die dort Unterschlupf gefunden hätten. Die radikal-muslimische Gruppe verübt in beiden Staaten immer wieder Anschläge.

Zu den neuen Anschuldigungen Afghanistans war in Islamabad am Montag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Bisher hatte Afghanistan lediglich sogenannten Elementen in der pakistanischen Regierung und Armee vorgeworfen, Extremisten zu unterstützen. Pakistan hatte dies zurückgewiesen. (APA, 3.7.2012)

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