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Alex Westlund vom EHC Linz, im April erstmals in seiner Karriere Meister, ist mit 299 Einsätzen der aktuell erfahrenste Goalie der Liga.

Dominant im Grunddurchgang, wackelig in den Play-Offs: Robert Kristan, slowenischer Schlussmann von Medveščak Zagreb.

Nach 148 Spielen für Villach (73 Siege, 60 Niederlagen, 11 Shutouts, GAA 2,66) verlässt Nationaltorhüter Bernhard Starkbaum den Klub in Richtung Schweden.

Die erfolgreichsten und am seltensten bezwungenen Torhüter der EBEL-Saison 2011/12 (Grunddurchgang).

Abb. 1: Spielanteile für einheimische Torhüter in der EBEL 2008/09 bis 2011/12, Vergleich Grunddurchgang/Play-Offs.
vergrößern 690x419Abb. 2: Spielanteile (TOI/Time on Ice) der am häufigsten eingesetzten Torhüter pro Klub (Grunddurchgang 2011/12).
Als einer von nur fünf Akteuren in der Geschichte der Pittsburgh Penguins stand Gene Ubriaco sowohl als Spieler (114 Spiele, insgesamt 188 NHL-Einsätze) als auch als Trainer (117 Spiele als Head Coach) für den dreifachen Stanley Cup-Sieger am Eis bzw. hinter der Bande. Einen Namen in der Hockeywelt machte sich der Kanadier aber vornehmlich durch das ihm zugeschriebene Zitat zur Bedeutung des Torhüters: "Im Eishockey macht der Goalie 75 Prozent des Spiels aus. Es sei denn, er ist ein schlechter, dann sind es 100 Prozent."
Zwar mag diesem Satz ein gerüttelt Maß an Überzeichnung innewohnen, an der Richtigkeit seiner Grundaussage gibt es jedoch keine Zweifel. Nicht nur durch seine heute teils futuristisch anmutende Ausrüstung unterscheidet sich der Schlussmann im Eishockey von seinen Mitspielern, auch Bewegungsabläufe, mentale Beanspruchung und der Spielrhythmus sind bei Torhütern grundlegend different. Die Rolle des Goalies in einem Team ist stets eine spezielle - ganze egal, ob in der NHL oder am zugefrorenen Teich in einem Kärntner Gebirgstal.
Eher älter und importiert
Dass der Torhüter in einem Eishockeyteam eine Schlüsselrolle ausfüllt, lässt sich auch an den Kaderlisten der Klubs der Erste Bank Eishockey Liga ablesen. Sieben der elf Vereine gingen mit einem Legionär als Nummer eins in die abgelaufene Saison 2011/12. Von den insgesamt 31 eingesetzten Torhütern verfügten zwar 20 über die Staatsbürgerschaft des Landes, in dem ihr Team beheimatet ist, ihre Spielanteile - gemessen in der tatsächlichen Zeit am Eis - lagen im Grunddurchgang jedoch bei nur 52,7 Prozent. Dass dieser Satz in den meisterschaftsentscheidenden Play-Offs rapide auf 19,8 Prozent sank, dokumentiert den Umstand, dass in der EBEL das Vertrauen in einheimische Torhüter enden wollend ist (siehe Abbildung 1).
Die zweite Auffälligkeit betrifft das Alter der Schlussmänner: In den letzten neun Spielzeiten waren die Stammtorhüter des jeweiligen Meisters zum Zeitpunkt des Titelgewinns im Schnitt 33,2 Jahre und in keinem Fall unter 30 Jahre alt.
Klare Rollenverteilungen
Die Analyse der vergangenen Saison zeigt auch, dass sich die Trainer mehrheitlich auf eine klare Nummer eins zwischen den Pfosten festlegten: Im ligaweiten Schnitt stand der jeweilige nominelle Stammgoalie in über 71 Prozent der Zeit im Tor (Grunddurchgang), wobei den Spitzenwert der Villacher SV für sich verbuchen konnte, bei dem Nationalteam-Keeper Bernhard Starkbaum nahezu durchspielte (siehe Abbildung 2).
Mit 2,27 Gegentreffern pro Partie avancierte Starkbaum statistisch gesehen zum eindeutig stärksten österreichischen Schlussmann der Liga, seine konstant guten Leistungen wurden mittlerweile mit einem Zwei-Jahres-Vertrag beim schwedischen Traditionsklub MODO Örnsköldsvik belohnt. Unterboten wurde dieser Goal Against Average (GAA) nur von Robert Kristan, der bei Medveščak Zagreb nur 2,21 Mal pro Spiel hinter sich greifen musste. Der slowenische Teamtorhüter führte die EBEL im Grunddurchgang zudem mit einer Erfolgsquote von 74,1 Prozent an gewonnenen Spielen an, konnte an diese Performance in den Play-Offs jedoch zum wiederholten Male nicht anschließen.
Viele Veränderungen im Sommer
Die traditionell geschäftige Transferzeit in den Sommermonaten sorgt in diesem Jahr auch einmal mehr am Torhütersektor für Veränderungen. Von den acht österreichischen Klubs gehen nur die Vorjahresfinalisten aus Linz und Klagenfurt mit dem bewährten Goaliegespann in die kommende Saison. Mit Thomas Tragust (ITA/HC Innsbruck), Jerry Kuhn (USA/Olimpija Ljubljana) und Matt Zaba (CAN/Vienna Capitals) kamen bereits drei neue Einsertorhüter in die EBEL, Aufsteiger Dornbirn und der vom Umbau im Legionärssegment gekennzeichnete EC Salzburg haben diese Position noch zu vergeben. Bei den Bullen steht mit dem US-Amerikaner Ty Conklin ein langjähriger NHL-Goalie in der engeren Auswahl, beim entthronten Meister ist jedoch auch davon auszugehen, dass er die European Trophy und vor allem die neu eingeführte ligaweite Try-Out-Phase bis Anfang November dazu nutzen wird, um mehrere Optionen zu testen.
Die erhebliche Fluktuation am Torhütermarkt im Laufe der vergangenen Jahre führt dazu, dass der Linzer Meistergoalie Alex Westlund der an EBEL-Spielen erfahrenste Schlussmann ist. Seine 299 Einsätze werden jedoch von gleich 32 aktuell in der Liga unter Vertrag stehenden Feldspielern überboten.
Die große Kluft
Der deutliche Hang zur Besetzung der Torhüterposition durch Legionäre führt dazu, dass der Kreis an mittelfristig für das österreichische Nationalteam geeigneten Goalies überschaubar bleibt. Von den 13 im Laufe der vergangenen zehn Jahre bei U20-Weltmeisterschaften eingesetzten Keepern stehen aktuell nur drei bei EBEL-Vereinen unter Vertrag: Fabian Weinhandl wird sich in Wien ebenso mit der Rolle als Backup abfinden müssen wie Lorenz Hirn in Linz (nur 22 Einsätze in vier Jahren beim Verein). Beim KAC ist Rene Swette nicht zuletzt aufgrund des Mangels an qualitativer Eiszeit (in vier Jahren nur 1,5 Prozent der möglichen Spielzeit in den Play-Offs) in seiner Entwicklung stehengeblieben.
Die Hoffnung trägt nun den Namen Erste Bank Young Star League. Die im Herbst startende U20-Liga soll den Nachwuchsteams der EBEL-Klubs neue Perspektiven eröffnen und vor allem Bewerbsspiele auf einem besseren Niveau als in der zuletzt von rasantem Leistungsabfall gekennzeichneten nationalen U20-Meisterschaft ermöglichen. Ziel muss es sein, die speziell für einheimische Torhüter in den letzten Jahren schier unüberbrückbare Kluft zwischen Junioren- und Senioreneishockey zu verkleinern. Denn eine Generation an potentiellen Spitzengoalies hat das österreichische Eishockey bereits verloren. (Hannes Biedermann, derStandard.at, 3.Juli 2012)
Hannes Biedermann bloggt zum nationalen und internationalen Eishockey. Der gelernte Politikwissenschafter hat sein Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht und arbeitet als Scout und Berater für in- und ausländische Klubs.
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solltest du noch einmal deinen eigenen Artikel mit dem Kerschbaumer verlinken. Aus der Sicht der Trainer ist es verständlich, dass diese auf erfahrene Schlußmänner setzen, aus der Sicht der Vereine aber unverständlich, warum nicht jeder einen Tormanntrainer hat.
http://derstandard.at/133479654... logGroup=1
ups, hab gar nicht mitbekommen, dass das schon fix zu sein scheint: divis, c. harand und kaspitz nach dornbirn.
der HCI-kader bisher:
verlängert haben:
Repitsch, Pittl, Pedevilla, Hörtnagl, Stern, Prock, Mössmer, Steinacher, Echtler, Steiner, Hanschitz, Lindner, die Schennach-Brüder und Fox.
neu dazu:
Machreich, Tragust und Kuchinka.
höller hätt ich gern noch verlängert und dann noch ein paar vernünftige und preiswerte legios...
gibt keine links. ich hab's von einer normalerweise recht verlässlichen quelle, der immer wieder mal in das transferbusiness in der EBEL involviert ist.
wobei, wenn allerdings ales sila nach dornbirn geht, dann wird sich divis wohl nicht als 2er auf die bank setzen.
ich frag nochmal nach ;-)
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