Wiener Bädermisere: Brausen gehen

Kommentar |

Die Dimension der Misere ist nicht absehbar

Wien geht baden. Wer nicht im Büro sitzen muss, der sucht sich dieser Tage ein Fuzerl kühles Nass. Im Sommer ist das nicht so schwer, dräut aber der Winter, kann sich Wien sportpolitisch brausen gehen. Im Stadthallenbad, das seit Mai 2010 saniert wird, sind statt der Bauarbeiter die Sachverständigen am Werk, noch immer ist rätselhaft, warum das Becken vor sich hin tröpfelt - um nur eines von vielen Problemen zu nennen. Gleichzeitig ist das Amalienbad wegen Renovierung geschlossen. Und als Nächstes könnte das Stadionbad zur Baustelle werden, immerhin kursieren bereits Pläne für dessen Überdachung und Ausbau.

Diese Pläne sind aus der Not geboren. Kein Mensch kann vorhersagen, wann das Stadthallenbad wieder aufsperrt. Das war fatal für die Spitzensportler, die sich auf Olympische Spiele vorbereiten mussten. Jeder Tag, an dem nicht gebaut wird, ist fatal für die Schüler, die im Turnunterricht aufs Bad verzichten müssen; und letztlich für alle Wiener Steuerzahler, die das Renovierungs-Chaos einiges kosten dürfte.

Logisch, dass die Stadt versucht, sich abzuputzen, hier habe man nix gewusst, dort sei man zu spät informiert worden, und überhaupt werde man versuchen, sich finanziell an den Baufirmen schadlos zu halten. Ob das funktioniert, darf freilich bezweifelt werden. Derzeit ist nicht einmal die Dimension der Misere absehbar. Im Rathaus hat man allen Grund zu schwitzen. (Andrea Heigl, DER STANDARD, 3.7.2012)

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Redaktion WO?

Fr. Heigl, sie haben in der Printausgabe einen Artikel über die geplanten Spitäler in Baden und Mödling geschrieben. Ich möchte fragen warum man im derstandard nach Wilhelminenspital sucht, nur auf Societyberichte über den Freund der ärztlichen Leiterin kommt? WARUM kümmert sich derstandard (on- und offline) NICHT um die Planungsmisere in Wien, den Rausschmiss öffentlichen Eigentums, dem "Porporz" rot-grün?
www.steinhof-erhalten.at !!!!
UNTERSCHREIBEN!

abputzen

und weiterhin dem billigstbieter die aufträge geben, die sich anschließend als höchstteuer erweisen.

...aufträge bekommt jener der auch was

für die roten berdürftigen spendet...

ist wien zu klein und zu arm

um einen gscheiten sportpark, mit mehrzweckhallen, schwimmbädern und dergleichen neu zu bauen. ich denke alle 30-40 jahre kann man schon etwas geld in die hand nehmen......sport ist ja wichtig für die gesundheit der leute

Warum bauen sich die Leute keine privaten Pools,

wenn die öffentlicher Bäder aus Budgetgründen nicht mehr zu finanzieren sind.
Unglaubliches Anspruchsdenken aber auch...

...ja wenn sie sich kein brot leisten können essen sie doch kuchen!

brot, kuchen

Brot und Spiele gibt es hauptsächlich auf dem Rathausplatz und beim Donauinselfest, siehe dzt. Filmfestival: 60 Tage mit Riesenleinwand und Mega-Tonanlage zum Gratistarif. Dann ist es wieder futsch, neu gebaute Bäder aber bleiben.

frau heigl,
recherchieren's mal über die herkunft der floske 'sich brausen gehen'.

jcMaxwell

Tun Sie bitte selbiges selbst! Dann kommen Sie drauf, dass der Ursprung schon länger her ist als die 1930er Jahre und einem Sportler, der vom Platz gestellt wurde, gesagt wurde, er solle sich schon mal unter die Dusche stellen.

ja klar
und strache hat wirklich drei bier bestellt

quellen?

Sie können beim Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands nachfragen. Hab ich seinerzeit gemacht und die Auskunft gekriegt, die jCMaxwell gepostet hat.
Sorry, ich hab das Mail nicht mehr.
Das Dokumentationsarchiv schickt auf Wunsch eine ganze Datei mit einschlägigen Nazi-Begriffen und -Floskeln.

Mich nervt

das Gejammer um die Spitzensportler. Österreich hat maximal ein Dutzend international erfolgreiche Schwimmer und Schwimmerinnen. Es ist wesentlich billiger, diesen via Sporthilfe den Auslandsaufenthalt dort zu bezahlen, wo sie die besten Trainings- bzw. Vorbereitungsmöglichkeiten vorfinden, anstatt um teures Geld eine Sportarena zu bauen, die in dieser Form sonst niemand braucht und deren Bau nur Probleme und Korruptionsgerüchte bringt. Die Förderung von Breiten- und Schulsport ist wichtig, aber das geht auch weniger komplex.

weniger komplex.??

in wien gibts derzeit kein 50-meter becken wo profi- und amateurschwimmer ihre längen schwimmen können. kein 50-meter becken für 1,8 millionen leute. ich finde das das den begriff sportstadt wien schon ad absurdum führt.

es gibt

genug amateursportler die ebenfalls gerne ein 50m becken zum trainieren hätten!

gerne hätten aber brauchen tu ich das nicht im breitensport

und unsere ach so tollen spitzensportler im schwimmbereich trainieren ja eh ständig im ausland

und warum machens das, glauben Sie?

Weil Sie sonst hierzulande voll steuerpflichtig wären?

wissen sie,

es gibt nur dann spitzenschwimmer, wenn die 'normalen' sportschwimmer ihren sport irgendwo ausüben können. ohne breite keine spitze.

Aber die "normalen" Sportler brauchen nicht derart exklusive Bedingungen, wie die Spitzensportler. Gute einfache Hallenbäder reichen hier vollkommen.

aber ein 50m-becken

in dem man SCHWIMMEN und nicht nur planschen kann, wäre dazu durchaus vorteilhaft.

...alte donau...
...neue donau...

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