Die IWC-Jahrestagung in Panama hat begonnen

2. Juli 2012, 19:47
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Die Einrichtung eines Schutzgebietes dürfte gescheitert sein

Panama-Stadt - In Panama-Stadt hat am Montag die 64. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC), der 89 Nationen angehören, begonnen. Die Teilnehmer werden sich bis zum Freitag unter anderem um Fangquoten und eine Resolution zur Giftstoffbelastung von Walfleisch streiten. Neuer Vorsitzender der IWC wurde der Schweizer Bruno Mainini, der das Amt für ein Jahr ausüben wird.

Schutzgebiet offenbar gescheitert

Die Sitzung begann zunächst mit Verfahrensfragen und einem bereits im vergangenen Jahr von der Walfangnation Japan ausgelösten Streit über die Beschlussfähigkeit des Gremiums. Danach stand die Beratung über ein riesiges Schutzgebiet im Südatlantik auf dem Programm. Der Antrag von Brasilien, Uruguay, Argentinien und Südafrika ist jedoch gescheitert, berichtete Sandra Altherr von der Organisation Pro Wildlife Montag Abend aus Panama-Stadt. Für die Statutenänderung war - bei der ersten Abstimmung seit vier Jahren - eine Dreiviertelmehrheit nötig. Altherrs Angaben zufolge scheiterte der Antrag mit 38 Pro-, 21 Kontra-Stimmen und zwei Enthaltungen.

Dies sei zwar eine "politische Niederlage" aber "keine Katastrophe für den Walschutz", denn in dem beantragen Gebiet findet kein Walfang statt. Zudem könnten die Länder "in ihrer 200-Seemeilenzone ohnehin auf eigene Faust ein Schutzgebiet einrichten". Und: "Auch wenn wir ein neues Schutzgebiet begrüßt hätten, sind wir froh, dass die IWC zumindest aus ihrer jahrelangen Starre erwacht ist und endlich wieder in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen", so Altherr.

Weiteres umkämpftes Thema sind Fangquoten für Ureinwohner in Grönland, Alaska und Tschukotka (Russland). Dänemark etwa verlangt für seine Jäger in Grönland eine Ausweitung des Walfangs, um die Selbstversorgung sicherzustellen. Kritiker bezweifeln, dass dies nötig ist.

Proteste

Am Sonntag hatten Umweltschutzorganisationen in Panama gegen das Töten der Meeressäuger protestiert. In der Nähe des Panamakanals bildeten Hunderte Menschen die Umrisse eines Wals nach. "Mit dieser von Greenpeace unterstützten Aktion senden wir eine klare Botschaft an die Delegierten der IWC-Tagung", sagte Larissa de Leon von der Stiftung MarViva.

Greenpeace appellierte am Montag an die Walfgangkommission, "endlich einen Weg einzuschlagen, der eine wirkliche Veränderung für die Wale und nicht nur für die Walfangnationen bringt". In einer Presseaussendung wird die Wichtigkeit des Schutzgebietes betont, damit sich die Walpopulation langsam erholen könne. "Im Südatlantik leben über vierzig Walarten. Ein Schutzgebiet dort wäre insbesondere für die nach wie vor bedrohten Bestände wie Buckel-, Finn- oder Blauwal ein wichtiger Rettungsanker. Beschließt die IWC das Walschutzgebiet, würde dies zeigen, dass die IWC wieder handlungsfähig ist", kommentierte Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms. (APA/red, derStandard.at, 2.7.2012)

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